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Geschichte der Herzöge von Zähringen
Entstehung
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383
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Die Tübinger Fehde. 383

auch in benachbarten Burgen suchten seine zersprengten BundesgenossenZuflucht.

Indessen kehrte der ältere "Weif aus Italien zurück 1162 und sorgte fürFrieden. Aber nach einem Jahre brach die Fehde wieder los. Vereint mitHerzog Bertoki und dessen Ritterschaft ging diesmal auch der ältere "Weifgegen den Pfalzgrafen vor, verwüstete sein Gebiet und belagerte seine BurgKelmünz an der Hier, die nach wenigen Tagen erobert und zerstört wurde;dasselbe Schicksal durch die Verbündeten erlitten die Burg Hildrishausen(bei Herrenberg) und die auf einst zähringischem Boden erbaute Kirche zuGültstein, duren Thürme als Befestigung gedient hatten. Nachdem auch noch(Pfalzgrafen ) Weiler nach etwas längerer Umschliessung erobert und zerstörtund inzwischen fortwährend das Gebiet Hugo's verwüstet worden war,trennten sich Bertold und Weif und gingen in ihre Besitzungen zurück.Hugo's einzige Zuflucht war Herzog Friedrich gewesen, der sich inzwischenböhmische Mannschaften verschafft hatte und jetzt mit diesen Horden hinter"Weif drem eilte, den er nach Ravensburg hineindrängte und durch Ver-wüstung des weifischer: Besitzes vergeltend schädigte. Dieser Rachezugfällt in die Zeit -zwischen Epiphanias (6. Jan.) und Mariae Lichtmess(2. Febr.) 11B6. Zur gleichen Zeit setzte Kaiser Friedrich der wüsten Fehdeein Ende und berief ihre Theilnehmer auf einen Fastenreichstag nach Ulm.Dort stellten sich die beiden Weifen, auch Herzog Bertold 116 ^, die GrafenRudolf von Pfullendorf, Bertold und Ulrich von Berg, Eberhard von Kirch-berg mit seinen Söhnen, von der Gegenpartei Herzog Friedrich und Pfalz-graf. Hugo; ferner waren der Erzbischof Wichmann von Magdeburg mitseinem Dompropst Otto, die Bischöfe von Speyer, Chur und Otto vonConstanz, Herzog Heinrich der Löwe, Pfalzgraf Otto von Witteisbach, GrafAlbert von Dillingen und Andere anwesend 1154 . Wieder stand HerzogBertold-inmitten Derer, die einst mit ihm als befreundete Genossen dasSchwert gegen die Feinde des Kaisers in Italien geschwungen hatten, nun-mehr er selber ein Helfer wider den Frieden des Reiches.

Der Kaiser mochte würdigen, was in der Seele des tapferen Herzogsvorging. Der Urtheilssprüch, den er am 7. März fällte, überrascht trotzdem;die Quellen, denen wir folgen mussten, scheinen, obwohl den Weifen undZähringern nahe stehend, demnach die Verschuldung Hugo's doch etwasbemäntelt zu haben. Von Friedrich auf das Freundlichste aufgenommen,

n ? 2 Was auch durch seine Anwesenheit zu Memmingen am 15. Nov. 1164 (W JB.II 149) mit bestimmt wird.

116S Die Urk. St. 4035 vom 1. Nov. 1164, nach der Bertold auch damals bei demKaiser gewesen wäre, wozu dann dasselbe, wie S. 381 zu sagen wäre, bedarf trotz Picker,Forsch, z. R.- u. Rgesch. Italiens II 139, Anm. 26 noch der Aufklärung.

1104 Vgl. St. 4066 u. 4067 vom 8. März 1166. Dazu Otto SBlas. 438 f.