In Rom. 349
Papste unbedingten Schutz für seine Person und die päpstlichen Rechte undGüter zusagte. Ein Vasall Friedrich's beschwor in feierlichem Eide dieseVerpflichtung des Königs 1063 , ähnlich wie i. J. 1111 Heinrich's V Vertragdurch die Fürsten seines Heeres beschworen worden war. Wir wissen nicht,wer dieser für Friedrich Schwörende war; nach dem Range müsste es eherHeinrich der Löwe und selbst Heinrich von Kärnthen gewesen sein als Ber-told, der in den Zeugenreihen der königlichen Urkunden seine Stelle nachjenen beiden hat.
Daraufhin erfolgte die Begegnung zwischen Hadrian und Friedrich, beider eine Störung dadurch entstand, dass Friedrich sich nicht dazu verstehenmochte, dem geistlichen Haupte Zügel und Steigbügel zu halten und dergrösste Theil des Gefolges mit lauten Worten dagegen eiferte (ob auchBertold?), bis einige ältere Fürsten durch ihr Eintreten für die Cere-mouie diese selbst und damit die Verständigung zwischen Kaiser und Papstermöglichten. Die Stadt Rom selbst wiegte sich damals in Folge des WirkensArnold's von Brescia in antik-republicanischen Träumen und Stimmungenund war dem Papste aufsässig, nur die Leostadt befand sich in Hadrian'sGehorsam. In diese führte am Abend des 17. Juni ein Cardinal gegen tausenderlesene junge deutsche Ritter hinein, welche die auf den nächsten Tag, einenSamstag, angesetzte Krönungsfeier vor einer Ueberrumpelung schützensollten; das übrige Heer lagerte auf den Neronischen Wiesen.
Dann geschah am Morgen des 18. Juni die Kaiserkrönung, die dasstolze Herz des Rothbarts so unablässig seit seiner Königswahl vor dreiJahren ersehnt hatte. Auch Bertold war unter den Begleitern, mit denenFriedrich in die Leostadt eingeritten war I068a , nahm also gewiss an der FeierTheil und begrüsste mit all' den deutschen Anwesenden den gesalbten Kaiserdurch den jubelnden Zuruf, der donnernd in St. Peters Kirche widerhallte.Nach der Feier zog, allein beritten, von den Seinen zu Fusse umgeben, derneue Kaiser aus der „goldenen Pforte" der Leostadt in das Lager zurück.
Unterdessen erfuhr das seltsame Volk der Römer, dass die Krönung,welche man in der Stadt erst für den folgenden Tag, den Sonntag, vermuthethatte, schon geschehen sei, und stürmte in blinder Wuth ob seiner völligen Ver-nachlässigung über die Tiberbrücke bis zu St. Peter, wo es seinem Rachedurstin brutaler Weise Luft machte. Auf die Kunde davon eilten der Kaiser unddie Seinen zurück, um den Papst und die Geistlichen zu schützen und triebennach blutigem Kampfe, dem erst die Nacht ein Ziel setzte, die angreifendeMenge zurück. Unter den Fürsten wird die Tapferkeit Heinrich's des Löwen
1063 Vita Hadriani b. Watterich II 325 ff.
io68n Bwtoldus dux de Ceringa steht als Zeuge in der zu Rom ausgestelltenSt. 3713.