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Obotritenland für ihre Herren zu streiten, ehe sie's hatten. Da wünschteman keinen Erfolg mehr, weil er vielleicht doch nur dem Rivalen zu Gutekommen würde, da bedauerte man die Leiden, die das Wendengebiet zuertragen habe, als ob man schon im Lande der eigenen Unterthanen sei 958 .Man begann von den einzelnen Unternehmungen fortzubleiben, gestaltetedie Belagerung durch häufige Waffenruhen schwächlich, verhinderte, wennbei einem Gefecht die Wenden flohen, die Verfolgung, damit nur ja nichtetwa die Burg vorzeitig eingenommen werde — kurz, Unlust und Widerwilleergriffen zuletzt auch die Ehrlichen und Partheilosen und man machte Friedenmit Niklot. Die Obotriten sollten die Taufe empfangen und die gefangenenDänen herausgeben. Beides wurde hernach schlecht genug erfüllt. Einsthatten die Wendenfahrer gelobt die Volksmenge der Slawen zu bekehrenoder sie vom Erdboden hinwegzutilgen und keinen Vertrag mit ihnen zumachen, der ihren Aberglauben bestehen lasse. Jetzt war es eine bewussteHeuchelei der Kreuzfahrer, Niklot den Uebertritt der Seinen versprechen zulassen. „So schloss dieser grossartige Zug mit kümmerlichem Gewinn", sinddie Worte des Priesters Helmold über solchen Ausgang. Was mag wohlHerzog Konrad von Zähringen bei dem Allen empfunden haben?
Und gerade so ohne Ruhm, ohne Befriedigung kam die zweite grosseHeeresmasse über die Elbe zurück 954 ). —
Ein Anderes aber war in jenen Tagen, da man vor Dobin lag, ent-standen. Wie schon erwähnt ist, war von weltlichen Reichsfürsten bei HerzogKonrad nur noch der junge Heinrich von Sachsen, der Weife, der soebenerst vor dem Könige sein Erbrecht auf Baiern betont hatte. Des Zähringersbisherige Freunde wie seine Gegner waren mit König Konrad in's Morgen-land gezogen, er wusste sie bei einander, mochte sie im argwöhnenden Geisteschon als unter einander Verbündete, als Freunde geworden sehen. Um ihnselbst war Vereinsamung, und in naher Vergangenheit hinter ihm lag nochdas Unterliegen von 1146.
So wagen wir es uns in die Stimmungen Herzog Konrad's zu der Zeitzu versetzen, da er und Herzog Heinrich sich nahe traten und dieser um desZähringers Tochter warb. Ende 1147 oder 1148 führte Heinrich der Löwedementia heim 955 , der der Vater als Heirathsgut das Schloss zu Baden-
9M Helmold SA. 126. Ganz falsch verstanden Bernhardi S. 574.
984 Am Anfang Sept. scheinen beide Feldziige schon beendigt gewesen zu sein.Ann.S. Jacob. Leod. MGSS. XVI 6Ü:circa augustum . . . malepugnatum. Vgl. Bernhardi578 über das Ende der Unternehmung der grösseren (Ost-)colonne.
955 Helmold SA. 133 (die im.Text gegebene Zeitbestimmung folgt aus Helmold's■in diebus Ulis), dazu Chron. mon. S. Michaelis Luneb. MGSS. XXIII 396; auch Ann.PaHd. MGSS. XVI 86 u. Gisleb. Chron. Hanon. SA. 69 wird die welfisch-zähringische Fa-milienverbinduDg erwähnt.