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Während dessen sonderten sich die Kreuzfahrer an der Elhe in zweimächtige Heeresabtheilungen. Die kleinere davon, die auf 40 000 Mann ge-schätzt wurde, scheint mehr unterhalb am Strome aufgestellt worden zu sein;bei ihr befanden sich Herzog Konrad von Zähringen, dem es seine frühe An-kunft erlaubte, sich auf diesem nördlicheren Sammelpunkte anzureihen, HerzogHeinrich der Löwe, der Erzbischof Adalbero von Bremen, der dortige Dom-propst Hartwich und der Bischof Dietmar von Verden 944 . Wie das Konradsein Leben hindurch erfahren musste: man wusste nicht ganz bestimmt, aufwelche Weise man ihn als Herzog richtiger bezeichne; „vonBurgund" nanntenihn die Einen, „von Zähringen" die Anderen. Wie aber Konrad selberunter den Kreuzfahrern sich nannte oder doch von seinen eigenen Leutensich nennen liess, das verräth sich uns in eigentümlicher Weise: Herzogvon Zähringen. Denn anders, als in Folge einer Verleitung durch sprechen-den schwäbischen Mund hätte der niederdeutsche Helmold schwerlich daraufverfallen können, jenes Wort, wenn er es bringt, „Zähringe" zu schrei)>en 945 .
Das andere Heer, bei dem die grosse Mehrzahl der höheren Fürsten sichbefand, wird sogar auf 60000 Mann geschätzt; mit ihm war auch Anselm vonHavelberg, der päpstliche Legat. Diese Abtheilung zog in langsamem Zugegegen Demmin an der Peene im Pommerngebiet; die kleinere, bei welcherals der militärische Leiter wohl der erfahrene Zähringerherzog zu betrachtenist, brach um den Anfang August 946 direct gegen Niklot's Burg Dobin auf.In deren Nähe angelangt schlugen die Deutschen an dem westlichen und nörd-lichen Uferrande des äussersten nördlichen Seeendes, an den Hügeln in derNähe des heutigen Dorfes Hohen -Viechein und der Bahnstation Kleinen, ihrLager auf 947 und begannen die Einschliessung der Wendenburg. — Alsspäter die schwäbischen Truppentheile, die Herzog Konrad mit sich geführthatte, in ihre Heimath zurückgelangt waren, haben sie vor allen Dingen davonerzählt, wie unwegsam dieses Obotritenland gewesen sei und wie durchsetztmit Gewässern und Sümpfen, so dass denn dieser Eindruck auch in die
944 Ann. Magdeburgenses MGSS. XVI 188 Gonradus dux Burgundie; die Heeres-theilung auch bei Helmold SA. 126.
945 Helmold S. 122 Gonradus dux de Zaringe u. S. 133 dux de Zeringge. —
Im Text wird hier wie stets das "Wort „Schwaben", „schwäbisch" u. s. w. in derdurch Baumann festgestellten Bedeutung und nicht gemäss der spätmittelalterlichen (undneueren) landläufigen Auffassung, die Schwaben (Württemberger) und Alamannen (Süd-badener und Schweizer) unterscheiden will, gebraucht.
946 Ann. Magdeb. 188: circa festum s. Petri [i. e. in vinculis] von dem Gesammt-heere.
947 Das war der beste und unmittelbar am Ufer einzig mögliche Platz für ihr Lager,der ausserdem durch das schon besprochene interiaciens stagnum des Helmold erfordertwird. — Aus Helmold SA. 126 Danorum exercitus.. additus est . . cremt öbsidio ist zu ent-nehmen, dass sie vor den Dänen eintrafen.