Die Züricher Vogtei. 303
auch Ulrich von Lenzburg fand sich in Bamberg ein, Herzog Konrad jedochkehrte von Würzburg nach Hause zurück.
Als darauf im Frühling 1145 den König seine Fahrt durchs Reich nach"Worms führte, zogen ausser den staufischen Friedrichen, ausser Hermann vonBaden, den Grafen von Löwenstein, Lenzburg, Baden und vielen anderenauch der neuerwählte Bischof Amedeus von Lausanne und der Abt Adalbertvon Allerheiligen in Schaffhausen dorthin. Wenn Herzog Konrad, da dochbei der Anwesenheit der Genannten seine eigenen Angelegenheiten und In-teressen voraussichtlich gestreift werden mussten, nicht auch an den Hofging, so werden es besondere Gründe gewesen sein, die ihn zurückgehaltenhaben. Der König bestätigte dem burgundischen Bischof die Schenkungrheinfeldiscber Güter, die einst Heinrieb IV an Lausanne gegeben hatte undderen etwaiger Rückerwerb durch den zähringischen Erben der Rheinfeldnerdamit aufs Neue ausgeschlossen wurde, und nahm das Bisthum in seinen be-sonderen Schutz 916 . Auch die Freiheiten und Besitzungen des einst vonKonrad bekriegten Klosters Schaffhausen liess er neu beurkunden 917 .
Wahrscheinlich widmete sich der zähringische Herzog gerade in dieserZeit vornehmlich dem südbehen Theile seines Machtbereiches. Er brachtesich auch den Zürichern in Erinnerung: als am 5. October 1145 der ZüricherOtto vom Neumarkte der dortigen Frauenabtei einen Weinberg zu Zollikonschenkte, brachte er in der Datirung sowohl das burgundische Rectorat desHerzogs nebst seiner Oberstellung im alamannischen Zürich, wie auch diethatsächliche dortige Vogtei der Lenzburger zum Ausdruck, nämlich folgender-massen: „diese Schenkung ward gemacht, als regierte König Konrad undRectoren Alamanniens und Burgunds Herzog Konrad von Zäh-ringen und der gesetzte Vogt Werner von Baden waren" 918 . Unklar
°"> St. 3491, MDSR. VII» 13.
917 St. 3493 als „jedenfalls interpoliert", was auch S. 343 aufrecht erhalten wird,nachdem inzwischen Baumann's Ausgabe (QzSchwGesch. III, 1, 113ff.) die Urk. ver-theidigt hat.
018 ZüUB. I 174 f. rectoribus Alamannie et Burgundie duei [sie] Clwunrado deZaringen et advocato prefecto Wernhero de Baden. Ueber die Lenzburger und ihreVogtei vgl. Fr. v. Wyss, Zs. f. Schweiz. Recht XVII, 44. Dazu die ältere treffliche Ge-schichte des Geschlechtes von G. von Mülinen, Schweiz. Geschf. IV, S. 1 ff. und auchNeugart Episc. Const. II ed. Mone S. 63. Hier eine Uebersicht:
Ulrich von Lenzburg f 1084.
Rudolf — 1136 Arnold — 7?27
lenz burgisch (aargauische) Linie lenzb.-baden'sche Linie
Ulrich Humbert. Rudolf. Judenta Ulrich Werner Kuno Arnold Richenza
fH72. Gem. Graf Alb. fUS9. fll59. 1167. fll72. Gem. Hart-
v. Habsburg. mann von
Kyburg.In einer Urk. vom 29. Oct. 1145 wird "Werner als comes, doch in fisco Tureginsisaide bei einem Rechtsaete praesidens erwähnt. Herrgott, Gen. Habsb. II 172.