Auf neuen Hoftagen. 301
verweilte, wo der von Graf Rudolf beanstandete neue Abt Rudolf (spätestens)zum 10. April eintraf, an welchem Tage ihn der König selber vor den Fürstenmit den Regalien belehnte.
"Wohl nicht ohne Absicht hielt sich der König so lange in der NäheWeif's in den Bodenseegegenden auf, indess zu einer Verständigung mitdiesem kam es nicht. Gegen Ostern zog der König ab und ging über "Würz-burg, begleitet u. A. von Ulrich von Lenzburg, nach Frankfurt am Main, wo-hin zum 3. Mai ein allgemeiner Reichstag ausgeschrieben war. HerzogKonrad nahm an diesem wohl nicht Theil ' JU . Die Hauptereignisse des Frank-furter Tages waren, dass der junge Sohn Heinrich's des Stolzen, Heinrichder Löwe, mit Sachsen belehnt ward, während seine verwittwete Mutter Ger-trud dem früheren Pfalzgrafen bei Rhein, nunmehrigen Markgrafen Heinrichvon Oesterreich, dem der König, sein Halbbruder, jetzt nach Leopold's TodeBaiern schon zugedacht hatte, als Gemahlin die Hand reichte. Des KönigsNachgiebigkeit, jubelnd begrüsst, schien damals eine dauernde Versöhnungzwischen Weifen und Staufern nebst Babenbergern begründet zu haben, um somehr, als bald danach Heinrich der Löwe ausdrücklich auf Baiern verzichtete,woraufhin es sein Stiefvater erhielt.
Aber Weif VI war nicht versöhnt. Sobald er seine eigenen Ansprücheauf seines verstorbenen Bruders bairisches Herzogthum, die höchstens hinterdenen Heinrich's des Löwen zurückstehen konnten, scheitern sah, schlug erlos und überzog die schwäbischen Güter des Königs mit wilder Plünderung.Und sogar der eigene Neffe König Konrad's, der Herzogssohn von Schwaben,Friedrich, der sich durch die starke Bevorzugung der Babenberger verletztfühlte, verband sich mit Weif. Es war dieselbe Partheibildung, für dieman ein paar Jahre später auch die Zähringer zu gewinnen suchte. AlsWelfdann auch in Baiern einbrach, brachte ihn der drohende Anmarsch KönigKonrad's zum Rückzug.
Diese Ereignisse fallen schon in's Jahr 1143. In der ersten Hälfte desJuli dieses Jahres hielt der König einen von den Schwaben zahlreich be-suchten Hoftag zu Strassburg ab, den auch der zähringische Herzog wiederbesuchte. Die Mitanwesenden waren die Bischöfe von Würzburg, Speyer,Strassburg und der endlich versöhnte Ortlieb von Basel, die Aebte von Mur-bach, Selz, Wibald von Stablo, Fridelo von Reichenau und der im vorigenJahre zu Constanz bestätigte Rudolf von Einsiedeln; ferner Herzog Friedrichvon Schwaben, der diesmal ohne seinen noch biossgestellten Sohn kam, der
on -\^rj r kennen nur wenige Theilnehmer aus St. 3444. convenerunt omnes pene prin-cipes Theutonicii regni sagen nun zwar die Ann. S. Disibod. MGSS. XVII 26. Aber derHerzog hatte ja - soeben erst den König in Constanz aufgesucht und würde auch wohl, fallser doch nach Frankfurt gehen wollte, mit dem Könige gezogen sein. Das aber geschahnicht, vgl. die Zeugen der auf der Reise des Königs zu Würzburg ausgestellten St. 3443.