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Geschichte der Herzöge von Zähringen
Entstehung
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286
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286 1133.

ein gleichnamiger Sohn war schon vor ihm in's Grab gesunken und es bliebennur seine und der Liutgard von Zähringen Töchter zurück, Uta, die aufBetreiben Heinrich's des Stolzen dessen Bruder Weif die Hand gereichthatte, und Liutgard, die aber zu einer nicht standesmässigen Ehe mit einemBitter Namens Verli aus der rauhen Alb gezwungen worden und mit denIhrigen — ihr Sohn Philipp wurde später Propst zu Sindelfingen — von derErbberechtigung ausgeschlossen war. Weif trat die Erbschaft aller Lehenund Güter des verstorbenen Calwers an.

Da aber erhob gegen den Tochtermann des verstorbenen Pfalzgrafenein Agnat Einsprache: Albert, der Sohn von Gottfried's 1094 verstorbenenBruder Albert, der die Grafschaft Löwenstein innehatte. Er hatte bei demTode des Pfalzgrafen grosse Hoffnung gehabt, nun sah er sich durch denmächtigen Weifen Alles entzogen. Wenigstens die Hälfte des Calwer Gutesglaubte er doch beanspruchen und auch erlangen zu können und so erhob erFehde. Er nahm die alte Stammburg seines Hauses, Calw, ein und legteMannschaft hinein, überfiel rasch danach die Bitter Weif s bei nächtlicherBuhe zu Sindelfuigen, fing einige davon, verjagte die anderen, steckte denOrt an und brachte Fang und Beute auf seine Burg Wartenberg, vor die nunWeif zog, der inzwischen Mannschaften gesammelt hatte und jetzt eine regel-rechte Belagerung mit Kriegsmaschinen begann. Albert widerum gewann dieHilfe der staufischen Brüder, deren eigenes Interesse gegen den weifischenPartheigänger König Lotar's er noch durch die Abtretung eines Dorfes mitMinisterialen und Zubehör steigerte; aber ehe diese Hilfe herankam, brachteWeif durch einen von der Thätigkeit der Kriegsgeräthe unterstützten, alleSchwierigkeiten überwindenden Sturmlauf der Seinen den Wartenberg inseine Gewalt, gewann seine gefangenen Leute und die Beute zurück undsteckte die Burg in Brand.

Unterdessen aber hatte schon die Fehde noch weiter um sich gegriffen.Herzog Konrad war nicht gewillt, die Mitgift seiner an den Pfalzgrafen ver-mählten Schwester ohne weiteres einem Erben zufallen zu lassen, der sein Bechtnur erheirathet hatte. Er zog heran, vielleicht geradeswegs aus Burgund, undlagerte sich noch während der Belagerung des Wartenberg vor die von Weif eben-falls besetzte Schauenburg 874 in der Ortenau, in der eben darum ein Mitgiftsgutder Liutgard zu sehen ist. In diesem Augenblick also stand der Zähringer aufder gleichen Seite mit den Staufern und leicht genug konnte dauernd eine be-deutende Verschiebung der Partheiverhältnisse in Süddeutschland eintreten.Da aber griff auch schon der hierdurch bedrohte Kaiser — Lotar hatte am4. Juni 1132 in Born die Kaiserkrone erhalten — ein und veranlasste Konraddie Belagerung aufzuheben 875 . Es muss danu, obwohl er nicht berichtet wird,

874 Hist. Weif. MGSS. XXI 465, SA. 29.876 1. c.