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Geschichte der Herzöge von Zähringen
Entstehung
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245
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Bertold's III Tod. 245

Gegen zwölf Jahre nur hatte Bertold III an der Spitze seines Hausesgestanden, als ihn ein Tod, der schon durch die begleitenden kleinen Er-eignisse und engen Verhältnisse traurig berührt, in der jugendlichen Voll-kraft des Kriegsmannes hinwegriss. Er kann allerhöchstens in die vierzigerLebensjahre eben eingetreten sein, da sich ja sein Vater (sehr jung) im Jahre1079 vermählte, war aber wahrscheinlich jünger, als diese Rechnung ergiebt,da er nicht vor seines Vaters letztem Lebensjahre an die Oeffentlichkeit trittund überhaupt sich jederzeit seine Jugend in den Quellen bemerkt findet.Eifrig im Feldzug und tapfer im Kampfe, freigebig gegen St. Peter, nach-giebig in der Züricher Vogteisache hat er vor uns dagestanden; über seineeigentliche und wesentliche Art und Beanlagung aber kann aus dem Umfangdes heutigen Wissens von ihm heraus nicht mehr geurtheilt werden. EinSchöneres jedoch, als wir zu sagen wagen würden und Sichereres, als wir zuvermuthen vermöchten, das ruft über Bertold III aus dem 12. Jahrhundertdie alte Chronik der Cölner herüber, Worte wie für des Herzogs Grab-stein geschrieben:

iuvenis egregius, imperatori /idissimus.

Bertold HI hinterliess eine Gemahlin, doch keine Kinder 7ii . So mochtesie ihm vielleicht erst kurz vorher angetraut worden sein, als des Herzogs Todsie schon zur Wittwe machte. Sie war die zweite Tochter Heinrich's desSchwarzen (aus dem den Zähringern so lange Zeit verbündeten weifischenHause) und seiner sächsischen Gemahlin Wulf hild und war Sophia geheissen,ihre ältere Schwester Judith war die Gattin Friedrich's II, des Staufers vonSchwaben, der also dadurch Bertold's III Schwager war, die jüngere, Wulf-hild, war die Gemahlin Rudolfs aus dem mit den Zähringern schon durch dieRheinfeldner verschwägerten Bregenzer Grafenhause. Als Mitgift warenSophie Güter aus der Achalmer Erbschaft der Weifen zugewiesen wordenund Bertold III bestätigte daher zu leider unbekannter Zeit, ebensowie sein Schwiegervater es gethan hatte, dem Kloster Zwiefalten bereitwillig

Kiohtung auch Giosebrocht's Vorschlag III 4 1225: in der von Chr. Fr. Stalin II 296 Anm. 1citirten Urk., wo der 8. Dec. als Anniversartag Bertold's IV steht, durch die Conjecturfratris sui anstatt mei aus Bertold IV Bertold III zu machen. Dann wäre zugleich dieweitere Schwierigkeit entwirrt, die darin liegt, dass für Bertold IV sonst schon der 8. Sept.genannt wird. Der 8. Dec. als Todestag für Bertold III würde in der That alles aufs bestelösen. Die oben genannten annalistischon Quellen haben alle 1122, nur die Ann. S.Blasii 1123.

744 Die Ann. 357 a besprochene Liutgard ist wohl noch eher als Bertold's IV Tochteraufzufassen, denn als eine solche Bertold's III, da bei letzterem, der keinen Erben hatte,das Schweigen der Quellen über eine etwa vorhandene oder vorhanden gewesene Tochterauffälliger wäre, als bei einer Liutgard unter Bertold's IV sonstigen Kindern.

745 Ann. Saxo 744. Bert. Zwief. MGSS. X 106. Hist. Weif. Weingart, c. 15. MGSS.XXI 463. SA. 24. Catal. S. Petri 85 = Geneal. Zaringorum MGSS. XIII 736.