Am 6. Januar 1110 701 erklärte Heinrich auf einem Regensburger Tageden ihn umgebenden Fürsten seine Absicht nach Italien zu ziehen, um dortdie Herrschaft des Reiches neu zu befestigen und die Kaiserkrone zu gewinnen.Wer sich der Theilnahme entzogen hätte, sagt Ekkehard, wäre nicht für einenrechten Mann gehalten worden; mit einem bereitwillig geleisteten Eide, wieer früher nicht üblich gewesen war, ward die Polgepfiicht der Anwesendennoch in besonderer Weise gesichert. Der König selbst betrieb in allen ein-zelnen Tbeilen des Reiches den Heerzug auf das eifrigste und da er mit Soldund Handgeld nicht kargte, so geschah das auch mit gutem Erfolge, obwohldie Erscheinung eines ungünstigen Kometen manche Herzen in der Zeit vordem Aufbruch in Schrecken setzte. Auch Herzog Bertold II von Zähringenrief seine Mannen zur Tbeilnahme an der Romfahrt ein; doch übernahm nichtmehr er selber ihre Führung, sondern stellte sie unter seinen erstgeborenenSohn Bertold. Gegen den Anfang August brachen die Heere von überall aufund zogen den Alpen zu; der eine Theil ging über den Brenner und durchdas Tridentiner Thal; Andere schlössen sich dem Könige an, der am 16. nochHoftag zu Speyer gehalten hatte und unmittelbar danach den Rhein hinauf-zog, um durch Burgund, durch das Rhönethal und über den Jupitersberg (derspäter bekannter unter dem ihm nach dem Gründer des Hospizes gegebenenNamen, dem des grossen St. Bernhard wurde) nach Italien zu gelangen. Derjunge Bertold ist sicherlich auf diesem ihm und den zähringischen Besitzungenund Leuten sehr viel näheren Wege mit dem Könige gezogen. Bald gelangteman nach Ivrea und nach der Einnahme Novara's und einiger sich feindlicherzeigender Burgen fand auf den roncalischen Feldern am Po, unweit Piacenzaim October die Vereinigung der beiden deutschen Heeressäulen statt. 30000wohlgerüstete Ritter zählte die Heerschau des Königs, zu denen sich statt-liches Fussvolk und ein endloser Tross gesellten. Bei Piacenza lagerte derKönig drei Wochen, dann brach er im November von dort auf und kam überParma und durch die Pässe des Apennin, wo der Marsch des Heeres durchregnerisches Winterwetter und durch Feindseligkeiten sehr gehemmt wurde,im December nach Pisa; Weihnachten feierte er mit den Fürsten und demHeere in Florenz. Die erste Hälfte des Januar 1111 brachte man in Arezzozu, wo der König durch den erbitterten Streit der Bürgerschaft mit dem
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