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Geschichte der Herzöge von Zähringen
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215
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Der Papst und die deutschen Bischöfe. 215

der in einer anderen Sache sich an ihn wandte, achtete er sogar selber nichtauf die über jenen verhängte Amtsentsetzung, und den neuen, vom Königinvestirten Erzbischof von Magdeburg, Adelgoz der übrigens wie derHalberstädter Reinhard in der Gesandtschaft Heinrich's V nach Guastalla imJahre 1106 gewesen war erkannte er, wenn auch schmerzlich betroffen,trotzdem an und forderte ihn nur auf sich zu gelegener Zeit in Rom zu recht-fertigen. Der Sturmlauf gegen das Investiturrecht des deutschen Königs warvorläufig abgeschlagen. Die Schuld davon aber lag bei Paschalis selber, dennweit davon entfernt die Fäden in seiner Hand zu halten, wie sie einst in Folgevon Gregor's VH feiner Politik und nicht minder unter Urban noch von denEinzelnen her in Rom zusammenliefen, war er schneller im Befehlen undhitziger im Strafen, als Beide jemals gewesen waren. Eines noch, das hiernäher in Betracht kommt, aber bisher von Niemand beachtet worden ist, gehtauch aus allen diesen Dingen, aus Paschalis' Schreiben an Gebhard und ausseinem unmittelbaren Briefverkehr mit den übrigen deutschen geistlichenFürsten hervor: das apostolische Vicariat Gebhard's für Deutschland, an demer im März 1106 noch festgehalten hatte, war seit dieser Zeit in aller Stilleerloschen.

Von Amtshandlungen Gebhard's in seiner Diöcese werden noch folgendeüberliefert: wohl am 5. December 1107 63s weihte er das von einem PriesterHeinrich gestiftete Priorat Cluniacenser Ordens Hettiswyl, am 28. Decemberdie Krypta zu Münster (Ct. Luzern), ein paar Tage später, am 1. Januar 1108die Pfarrkirche in dem unfernen Rothenburg (Ct. Luzern). In das Jahr 1108fällt die Weihe der neuen Kirche des Klosters St. Blasien 68 * und in dasselbe,vielleicht auch in das folgende Jahr 695 die von Gebhard über den Abt Ruprechtvon Muri (Ct. Aargau) nach zwölfjähriger Amtsdauer, wie die Quellen vonMuri behaupten auf falsche Anklage hin wegen einer kümmerlichen Sacheverhängte Amtsentsetzung. 1109 hielt der Bischof, als die Gebeine des HerzogsWeif IV von Cypern aus nach Kloster Weingarten verbracht worden waren,an der Familiengruft unter Theilnahme vieler Fürsten etwa auchBertold's H und Herren den Trauergottesdienst und unter Thränen eine Grabrede aufden einstigen Verbündeten und Getreuen 68C . Im September besuchte erZwiefalten, wo er am 9. des Monats in Gegenwart von 14 Aebten und gemein-

888 Urk. (spätere Notitia) Font. rer. Bern. I 361. Das Datum bezieht sich zunächstnur auf eine Schenkung an Hettiswyl, in Anschluss an welche jedoch die Weihe durchGebhard Bogleich erwähnt wird. Für die folgenden Daten vgl., wo kein anderes Citat er-folgt, die Nachweise der Const. Regesten.

884 Gerbert, Hist. n. s. I 369 (fehlt Const. Reg.)

684 Acta fundationis mon. Murensis QzSchwGesch. 1113, 39. Ruprecht's Vorgängerstarb am 31. Dec. 1096; er selber wurde abgesetzt, cum per XU annos istumlocum rexisset.

898 Zell 401 f.