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und auch die Schriftsteller und Chronisten beginnen seit dieser Zeit, wennsie von ihm selbst oder rückgreifend von seinem Vater berichten, von dem„Herzoge von Zähringen" zu sprechen 6 ' 4 .
Die Burg Zähringen liegt über dem breisgauischen Dorfe gleichenNamens, das schon 1008 als Zaringen erwähnt wird 615 , auf der Spitze eines480 m. ü. d. M., 220 m. über der Rheinebene sich erhebenden Bergkegels,so dass die Burg sich nach keiner Seite hin gegen eine überragende Berg-wand durch Schildmauern zu schützen brauchte. Sehr grossen Raum kannsie nie geboten haben, wenn auch der heutige Besucher leicht übersieht, dassschon die innere Umfassungsmauer, welche südlich unter dem „Thurme" ammeisten hervortritt, den ganzen Raum der Plattform einschliesst, welche manin neuerer Zeit — wahrscheinlich über Fundamenten und Gemäuer — unterden hochwipfligen Bäumen des Waldes geformt hat. Der erhaltene Bergfriedsteht also im südlichen Theile der Burggebäude; er ist rund und deutlichemAnschein nach jünger 615 " als die erwähnte Umfassungsmauer. Diese verläuft
011 Urkk.: ZüUB 1 135 von 1100; QzSchwGesch. III 1, 58 f. von 1100, Febr. 27.
Der Chronist Bernold (f 16. Sept. 1100) hat den Namen „von Zähringen" nicht mehrzur Anwendung gebracht, ebensowenig kennen ihn die sonst über -die Mitglieder diesesHauses berichtenden Annalen von Augsburg 973—1104, gelegentliche Notizen andererQuellen des ausgehenden 11. Jahrhunderts, oder gar die Zeitgenossen Lambert's schon.Die Cont. casuum S.Galli (S. 93) giebt den Titel „von Zähringen" de Zaringin erst demSohne Bertold's II des „Markgrafen 1 *, den sie nie als Herzog anerkannt hat. — Dagegen er-scheint der Name „von Zähringen" gelegentlich — er nennt Bertold I lieber nicht so, nurbei seinem Tode — schon bei Ekkehard von Aura, der 1099 die erste Bearbeitung seinerWeltchronik beendete, die er nach seiner Kreuzfahrt, im ersten Viertel des 12. Jahr-hunderts noch wieder mehrfach umänderte. Ferner in den Ann. Einsiedl. MGSS. HI 146:1078 D(eva)statio W{elf)hardi ducis Noricorum (duca)tus comitis Perhtölfi de (Ce)ringen.Die Klammern schliessen Ergänzungen des Herausgebers ein. In Einsiedeln ist der Bei-satz „von Zähringen" ja selbst in Notizen für das 10. Jahrhundert nachträglich eingefügtworden. — Es sei noch darauf hingewiesen, dass ähnlich für den lange Zeit landlosen Weifdie Bezeichnung dux de Ältorf und zwar in einer Urkunde (Gerbert, Hist. silvae nigrae,HI S. 40) vorkommt.
616 TrouiUat 1 150 f.
Otto Frising. g. Fr. Ic. 27 SA. 35 ist vielfach missverstanden worden. Nicht dieBurg Zähringen ist die für unüberwindlich gehaltene. Man vgl. Otto's absichtliche Unter-scheidung castrum für Zähringen und arx 1. c. Dazu unten, zu 1146. ■— Eine theil weise un-möglich richtige Ansicht der Ruine im vorigen Jahrhundert in Kupfer bei Schöpflin I ;ebenda auch eine Uebersicht der Lage Freiburgs und Zähringens (Nachstich aus Herrgott'sGen. Habsb.). Vgl. auch Abbildungen und Beschreibung bei J. Lampadius, Beiträgezur Vaterlandsgeschichte, Heidelb. 1811 und Näher u. Maurer, die altbadischen Burgenund Schlösser des Breisgaues. Emmendingen 1884. Dazu (Fridr. Pf äff), Zur Bau-geschichte der Burg Zähringen, Breisg. Ztg. 22. Juni 1890, Nr. 143.
eil i» j) er inzwischen erschienene erwähnte Aufsatz Pfaff s weist einleuchtend nach, dasser 1281 von den Freiburgern zur Strafe für die Niederlegung des älteren Thurms hat auf-gebaut werden müssen. Ob dieser an derselben Stelle, nicht etwa in der Mitte stand,lässt der Vf. dahingestellt.