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Geschichte der Herzöge von Zähringen
Entstehung
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176
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176 1093—1094.

katholischen Obedienz, den Kirchen und ihrem Gut, den Kaufleuten — daswar das Interesse der Marktinhaber — und allen, welche durch den Schwur,der sie für diesen Landfrieden verpflichtete, Theilnehmer desselben seien,Sicherheit verbürgt sein. Arnold von Heiligenberg, der „Bedränger" vonConstanz ward noch ausdrücklich ausgenommen. Diesen Landfrieden Hessendie versammelten Fürsten, ein jeder nach seiner Amtsstellung 579 die SeinigenMann für Mann beschwören. — Es liegt auch in diesen Beschlüssen derSchwaben zu Ulm, wie in manchem früheren Vorgang und Ausspruch, derAusdruck davon, dass Alamannien, das treue Land des hl. Petrus, ein seitlange von aller Welt abgetrenntes, ganz alleinstehendes und auf sich selbstgewiesenes Land geworden war, das dieser Lage entsprechend für sich sicheinrichten wollte.

Bald nach diesen Vorgängen sandten Gebhard und Bertold einen gemein-schaftlichen Boten an Papst Urban, der gewiss in erster Linie den Bericht vonden Errungenschaften des Jahres, zumal den Ulmer Beschlüssen überbrachte.Sie hatten den Abt von St. Peter zu diesem Auftrage gewählt, der mit derReise zugleich den eigenen Zweck verbinden mochte, die päpstliche Bestätigungder Stiftung von St. Peter heimzubringen. Am Anfang des Jahres 1094 680 kamaber die unangenehme Nachricht nach Constanz, dass dieWibertiner in Rom,welche denThurm des Crescentius besetzt hielten, den Abt abgefangen hattenund zwar unmittelbar vor dem Ziel der langen Winterwanderung: gerade alser über die Engelsbrücke hinübergehen wollte.

Der Landfrieden der Schwaben fand Verbreitung und Nachahmung.Weif selber, der in Baiern auf eine grössere Parthei gestützt war und daselbst,soweit er konnte, als der Landesherzog schaltete, führte ihn dort erfolgreichein 581 , auch die deutschen Franken und die Elsässer vereinbarten ihn je fürihr eigenes Gebiet. „Am meisten aber galt der Friede in Alamannien, weildessen Fürsten jeder für sich innerhalb ihrer Amtszuständigkeit unablässigdie Rechtspflege 53ä übten, was die übrigen Länder zu thun noch nicht be-

679 Henking übersetzt das per poteslatem siiam mit „in den Gebieten." Ich glaube,Bernold betont das mit ganz anderem Bezug. Wahrscheinlich übte man schon bei dieserGelegenheit die neugeschaffene Rangordnung, so dass den Schwur Bertold's und Weif s ihrSenior, Gebhard, abnahm. Ausserdem werden allerdings wahrscheinlich die dann Heim-kehrenden, die selber schon geschworen hatten, auch ihre nächsten Untergebenen denFrieden haben beschwören lassen. — Vgl. noch die Erörterungen Giesebrecht's S. 1178über den Landfrieden.

680 Bernold 458.

881 Bernold458. Waitz, D.Vfg. VI 437 hält für wahrscheinlich, dass dieser süddeutscheLandfrieden 1097 zu einem Reichsfrieden erhoben sei. Aber für das cölloquium de pace(Ekkeh. Uraug. 209), das Heinrich mit den Fürsten hielt, lag damals des Kaisers politischerFrieden mit den aufständischen Fürsten näher, der ja von da ab auch zu Stande kam.

682 Bernold 458..... iusticiam facere non ecssaverit. „Gerechtigkeit" zu übersetzen

gäbe einen sonderbaren Sinn.