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Geschichte der Herzöge von Zähringen
Entstehung
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168
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168 1092. 1093.

geschlossen hielt und sie erst mit der Erhebung Arnold's seinem treuenUlrich zu Liebe fahren Hess, der von St. Gallen aus an der Erhebung Arnold'sfreilich ein grösseres Interesse als an der Aussöhnung des Kaisers mit demBischof von Constanz und dessen Bruder hatte. — Dass fünf Wochen danach(NB. wenn unsere Datirung stichhaltig ist) Bertold seine Wahl zum Schwaben-herzog gestattete, kann vielleicht in zweiter Linie auch als eine Antwort anUlrich aufgefasst werden 558 .

Noch im Laufe des Jahres 1092 traf Ulrich wieder in seinem Jahrehindurch nicht besuchten Kloster St. Gallen ein und versuchte im Decembervon hier aus sein Versprechen, Arnold in Constanz einzuführen, zur Verwirk-lichung zu bringen. Wenn er bei jener so siegesgewiss an Heinrich gegebenenVersicherung auf eine Erhebung der Bewohner der einst gut kaiserlichenStadt zu seinen und des Heiligenbergers Gunsten gerechnet hatte, so warder bitter enttäuscht: gerade die Bürger 559 waren es, die für Gebhard eintraten.Als Ulrich mit ziemlich starker Mannschaft herannahte und im Namen desKaisers die Aufnahme Arnold's forderte, ergriffen sie die Waffen und eiltenden Bischofsleuten an die Seite, verrammelten die Thore, besetzten die Mauernund verwundeten mit ihren Bolzen und Geschossen einige von den St. Galli-schen, so dass der Abt-Patriarch unverrichteter Sache wieder abziehen musste.Nun drangen die kriegseifrig gewordenen Constanzer hinter ihm drein, ver-wüsteten weithin die Klosterdörfer mit Plünderung und Brandstiftung undschonten selbst die Kirchen nicht. Erst an der Thur traten ihnen die Kloster-mannen entgegen und es kam zum Treffen. Die Constanzer, so versicherndie St. Galler, waren besser gewaffnet und mehr an der Zald, zudem tapfereLeute, aber trotzdem hielten jene den ersten gefährlichen Anprall aus undtrieben, nachdem sie etliche von den Constanzern erstochen, etliche gefangenhatten, die Uebrigen schliesslich in die JFlucht.

Auch Bertold hatte sich geregt, sobald er von diesen Vorgängen erfuhr.Mochte es nun mehr brüderliche Gesinnung für Gebhard 560 oder mehr demwieder im Lande erschienenen Ulrich von Eppenstein zu Leide 561 sein: erfreute sich des Misserfolges, den die von St. Gallen erlitten hatten und fügteihnen in seiner eigenen Nachbarschaft weiteren Schaden hinzu, wozu ja dasbesonders im Herzen Schwabens, zwischen Neckar und Donau so dicht be-legene Gut genugsam Gelegenheit bot. „Den alten Jebusiter" nennt dieSt. Galler Chronik den Herzog Bertold, den Gott für den Patriarchen Ulrich

558 Henking's Darstellung S. 47 setzt voraus, dass Arnold's Erhebung (an Ostern)der Wahl Bertold's II zeitlich nachgefolgt sei.

659 cives Cont. cas. 87, burger Oehem S. 125, also schon die gemeinsame Quelle; auchCas. mon. Petrish. 656: cives.

660 So fasst es die Cont. cas. S. 88.

601 So der deutsch schreibende Oehem S. 125.