Druckschrift 
Geschichte der Herzöge von Zähringen
Entstehung
Seite
131
Einzelbild herunterladen
 

Feldzüge in den Thurgau und nach Burgund. 131

verbrennend 4 ". Das alles geschah, ohne dass sich ein Widerstand fand-, erstnach geraumer Zeit konnte sich Ulrich zur Abwehr und Rache erheben. Erdurchzog im Umkreis den ganzen Thurgau bis zum Bodensee und vergalt, woer konnte, an den Gegnern die erlittene eigene Trübsal. Unterdessen suchtewieder Diethelm von Toggenburg das Kloster selbst zu überfallen, aber derAbt, alsbald zur Stelle, engte ihn bei Kräzern so geschickt ein, dass der Grafmit Schaden und Unehre den Abzug erkaufen masste.

In dasselbe Jahr fällt noch ein weiterer Vormarsch der Gregorianer, derdie von ihnen geschaffene Ordnung der Dinge in Schwaben auch von aussen-her zu sichern bestimmt war: sie rückten 458 im späteren Sommer in Burgund,das Heimathland des jungen Schwabenherzogs ein, der dort so wenig Freundebesass. Für Niemand hatte nächst Bertold von Rheinfelden dieser Heerzuggrössere persönliche Wichtigkeit, als für seinen Schwager, der für den eigenenBreisgau die Burgunder zu fürchten hatte; so möchte ich annehmen, zumalda er sich in dieser Zeit nicht, auch nicht in der inhaltsreichen St. GallerKlostergeschichte mit anderweitigen Unternehmungen beschäftigt findet, dasser die Fahrt mitgemacht habe. Das würde denn auch erklären, warum AbtUlrich am Bodensee entlang keinen Gegner bei seinem Rachezuge fand.Ob in Bertold's Begleitung auch sein junger Schwager, ob AVelf mit war, kannnicht sicher gesagt werden; indessen spricht der Annalist von St. Blasien imGanzen von dem Zuge so, als ob er sich keines der schwäbischen Parthei-häupter bei demselben fehlend und gerade Weif betheiligt denke.

Die Schwaben setzten mit Mühe über mehrere Flüsse, von deren reissen-dem Lauf sie später nach der Heimkehr viel erzählten die rechtsseitigenZuflüsse der Aar und rückten einer Burg des Rheinfeldners zu, welche vonden Burgundern umlagert ward; bei ihrer Annäherung nur von ferne flohendie Belagerer schon davon und Hessen Zelte und Harnisch, ja wie der Möncherzählt, selbst ihre Pferde in kopfloser Flucht zurück. Auch sonst fanden dieSchwaben keinen Feind, der ihnen entgegentrat, zogen daher im Lande inder üblichen Weisemit Schwert, Raub und Brand" umher, brachen einigefeindliche Burgen, verproviantirten die von ihnen entsetzte rheinfeldischeVeste für ein Jahr und kehrten dann unbehelligt wieder in die Heimath zurück.

457 So nach dem Cont. casuum S. 72 f. . . usque ad ipsas ulpes, ipsis pecoribus ignitraditis u. s. w. Deshalb schon kann der Feldzug nicht an's Ende des Jahres fallen. Weilder Zug der Plünderer auch das Weidevieh noch erreichte, ist wohl an die Zeit des be-ginnenden Auftriebs der Heerden zu denken. Die Darstellung dieser Kämpfe bei J. C.Zellweger, Gesch. d. Appenzellischen Volkes. Trogen 1830, I 103 ist nicht irrthumsfreiund kommt für die Zähringer nicht in sonderlichen Betracht. Dasselbe gilt über seine Er-wähnung des späteren Friedensschlusses des Zähringerherzogs mit Heinrich IV undFriedrich von Staufen 1098, des Eingreifens Herzog Konrad's in St. Gallen am Anfangseiner Regierung u. s. w.

469 Bernold 441.

9*