Richwara. Beatrix. 95
Kärnthen und Tochter Herzog Hermann's II von Schwaben ein ansehnlichesGut aus dem Erbe der — neuerdings als „Alaholfinger" in die Geschichteeingeführten — alten alamannischen Herzogsfamilie gekommen war 317 . Diesonst bekannt gewordenen alaholfingischen Güter aber liegen keinem ge-schlossenen Gütercomplex so benachbart, wie gerade den zähringischen Be-sitzungen an der Alb im Osten des Neckarbugs (d. h. der später Teck'schenHerrschaft), während diese ihrerseits von dem altzähringischen Gut im Breis-gau und in der Ortenau und auf der begleitenden Ostabdachung des Schwarz-waldes bis an den oberen Neckar heran, also von den einheitlich um dendamals unbesiedelten inneren Schwarzwald herum gelagerten Gebieten ab-geschnitten waren durch das sich dazwischen schiebende alte Zollerngut.Ferner: bei der einzigen Verfügung über einen Besitz aus diesem isolirtenZähringergut, die wir von Bertold I kennen, bei der Stiftung und Aus-stattung der Propstei Weilheim verfügt der Herzog mit Bichwara zusammenund die Klostertradition hält es sorglich fest, dass sie Mitvergaberin gewesensei. So fügt sich denn alles zusammen, um über Bichwaren's Abkunft unddas von ihr Bertold I zugebrachte Gut mit einer recht hohen Sicherheit ent-scheiden zu lassen.
Richwara starb vor ihrem Gemahl. Der verwittwete Herzog entschlosssich noch zu einer zweiten Heirath und führte die „Schwester des MarkgrafenFriedrich, Beatrix" 818 heim. Sie war die Tochter Ludwig's, des Grafen vom
317 Vgl. F. L. Baumann, über die angebliche Grafschaft und Grafenfamilie Kel-münz. Zs. d. histor. Ver. für Schwaben und Neuburg. IV. (1878), S. 11 f., Ders., Iieitr. zurOrtsgeschichte, ib. S. 325ff.; über die Zugehörigkeit der Kammerboten Erchanger undBertold zu den Alaholfingern Ders., Württemb. Jahrbb. IV. (1878) S. 25ff. Weitere Er-gebnisse Baumann's theilt nach Briefen Meyer von Knonau Mitth. z. vaterl. Gesch.....
von St. Gallen XVII = N. F. VII S. 80 in Anm. 213 mit: „Von diesen Alaholfingern . . .läsat Dr. Baumann die später zähringisch gewordenen alaholfingischen Güter dergestalt andas zähringische Haus gelangen, dass Berthold I in erster Ehe die Erbtochtcr des kärnth-
nischen Zweiges der Salier zur Frau gehabt habe;........durch sie seien von der Seite
ihrer Grossmutter, der schwäbischen Herzogstochter Mathilde (der Mutter ihres [Bich-waren's] Vaters, eben des Herzogs Konrad II) ererbte alaholfingische Güter auf ihren Ge-mahl Bertold I übergegangen .... ebenso aber auch die von ihrem Vater, dem HerzogKonrad II selbst, stammende Erbanwartschaft auf das Herzogthum Kärnthen, die dann1061 für Bertold I sich erfüllte". [Vgl. dazu oben S. 27f.] Darin jedoch mussten in derEinleitung dieses Buches abweichende Ergebnisse vertreten werden, wenn Baumann weitermeint: „erst von da an, von der Verheirathung mit dieser kärnthnerischen Salierin, habesich das anfänglich in recht bescheidenen Verhältnissen stehende Geschlecht des Becelinvon Villingen, welches keineswegs demhohen alamannischen Adel angehört hatte, in diesemseinem Sohne höher emporgeschwungen......: vom einfachen freien Herrn zum Fürsten-range."
81s Bernold 456. Vgl. dazu Schöpflin I 60 und W. Gisi, Anz. f. Schweiz. Gesch.