Rom und die Fürsten im Bunde. 65
sehen Herzöge 185 ; aber auch Gregor unterliess nicht der Seinigen sich zuversichern; er wies in einem Schreiben vom 25. Juli 186 Rudolf und Bertoldmit allen geistlichen und weltlichen Fürsten zugleich, auf die er bauen konnte,an, sich ausdrücklich von allen, die noch nicht mit Heinrich gebrochen hätten,loszusagen. Unterdessen ging Sachsen in neuem Aufstand dem König ver-loren. Dann folgte Mitte August die Zusammenkunft der süddeutschen GegnerHeinrich's in Ulm 187 ; Herzog Bertold, der Rudolf begleitete, traf dort auchWeltferner den als päpstlichen Legaten fungirenden Altmann vonPassau, dannAdalbero von Würzburg, den aus seiner Stadt Worms vertriebenen Adalbertund endlich den wenigstens sonst königlich gesinnten Otto von Constanz nebenkleineren Herren an. Wäre doch nur ein einziges Wort überliefert, dasHerzog Bertold dort gesprochen! Aber in wie verschiedenem Sinne er auchauf die Beschlüsse eingewirkt haben kann, für uns liegt das völlig in Dunkel;alles was wir für hier und das Weitere wissen, ist: er war bei den Haupt-begebenheiten auf der päpstlich-rudolfischen Seite anwesend und ward nichtnur von der allgemeinen Meinung, sondern auch von dem Könige, dessenVorgehen das zeigen wird, als eines der wichtigsten Häupter der Verschwörungbetrachtet. So ist denn im Ganzen doch zu glauben, dass Bertold aufgehörthatte irgend welche Hoffnung in den König zu setzen und schon zu Ulm eifrigfür eine Neuordnung der Dinge mit eintrat.
Diese aber sollte, wie von den Versammelten beschlossen wurde, aufeinem allgemeinen Tage der Parthei und derer, die sich sonst an den Ver-handlungen betheiligen wollten, am 16. October auf der Madenburg 188 ge-
185 Lambert SA. 230.196 Jane II 238 ff.
187 Lambert SA. 239. Lieber Otto's von Constanz Anwesenheit die Stellen vereinigtbei Ladewig, Regesten z. Gesch. der Bisch, v. Constanz, Innsbr. 1886ff. Bd. I No. 509.Altmann's Anwesenheit nach Bernold MGSS. V 431 Anm. 33. Der Termin Mitte Augustist nicht überliefert; dieser Ansatz im Text gründet sich darauf, dass Gregor vom 3. Sept.einen Brief sandte, der soeben erhaltene Kenntniss der Beschlüsse von Ulm voraussetzenlässt und dass gerade der 16. Oct. für den allgemeinen Tag in Aussicht genommen ward.An dem 16. Oct. lag kein besonderes Fest, wie man sie doch mit Vorliebe zu solchen Tagenwählte, (nur St. Gallus), so mag man denn wohl gerade 2 Monate Frist gesetzt haben. Istdas richtig vermuthet, so hätte der Ulmer Tag etwa an Mariae Himmelfahrt (15. Aug.) statt-gefunden und der genannte Beschluss wäre am nächsten Tage, 16. Aug., gefasst worden.Die Rechnung auch nach Monaten war diesem Jahrhundert ja durchaus geläufig.
188 Zu „Parthenopölis" Bertold. Ann. 286. „Mayäenburg bin ich genahnt) Pfalz-graf Jörg hat mich häuft uss der von Würtcmberg hanä. u Inschrift am Burgportal. Gastrumbeate Mariae heisst sie 1113 in dem Ausschreiben Heinrich's V bei Giesebrecht III 4 Anh.Documente No. 14, S. 1255. Das wäre, vorausgesetzt dass wirklich die Madenburg gemeintist, nur eine genauere Bezeichnung der „Magde-Burg". Nach dem sächsischen Magdeburgan der Slawengrenze konnte man unmöglich reisen. — Nach Bertold's von ReichenauDarstellung Hess übrigens der Ulmer Beschluss durch eine Redewendung die Möglichkeit
Heyok. g