Die Aussöhnung zu Eichstädt. 43
wurde; er konnte vielmehr persönlich und seihst als Oberhaupt des Reicheszufrieden sein, wenn ein anderer, ihm nahestehender Mann in Kärnthen zuwirklicher Herzogsmacht gelangte.
So lagen die Dinge am Anfang des Jahres 1073. Da brachte derPalmsonntag (24. März), den der König zu Eichstädt feierte, die Versöhnungzu Stande, welche die aufs Neue zwischen dem König und Rudolf vermitteln-den Gesandten, die zuerst offenen Aufruhr und Krieg kaum hatten ver-hindern können, dann allmählich vorbereitet hatten: der König wandte Rudolfwieder seine volle Gnade zu, zugleich auch Bertold und den Anhängern derBeiden 123 . Es war eine herzlichere "Wiedervereinigung der beiden Schwäger,die hier geschah, als die vorjährige zu Worms gewesen war; und hat sie auchnicht für alle Zeit gewährt, so hat sie doch zunächst in gefahrvoller Zeit ihrGutes gewirkt. Damals, an jenem Frühlingsfesttag in der Bischofspfalzzu Eichstädt ertönten nur Jubel und Worte freudiger Zuversicht und neuenherzlichen Vertrauens; ein grosses hochwichtiges Ereigniss war geschehenund trug seine Kunde durch das Reich; in Baiern, Schwaben und Frankentrugen es die klösterlichen Erzähler in ihre Jahrbücher ein.
Ob Bertold auch selber mit zu Eichstädt war, lässt sich nicht er-gründen, ' ** eben so nicht, ob er auf dem Fürstentag Pfingsten zu Augsburg ,3äwar. Eines aber lässt beides eher bezweifeln: der Umstand, dass der Herzogsich im Sommer veranlasst sah, die weite Reise bis über den Harz nachSachsen zu machen, wohin der König im Juni gegangen war.
In Sachsen war inzwischen der Unwille über die Bedrückungen, derenman sich von dem burgenbauenden König, der den Sachsenherzog Magnus indauernder Haft hielt, unter den Fürsten und dem Volke versah, auf denhöchsten Gipfel gestiegen. Als jetzt im Sommer 1073 nach der zu Eichstädtgeschehenen Beseitigung der inneren Gefahren der König zum Reichskrieggegen Polen aufbot, da hiess es bei den Sachsen, die Rüstung sei nur be-
1,5 Nach den Altahenses SA. 98, die von Buodölpho et Berhtoldo dueibus sprechen.Lambert zu demselben Datum SA. 109, aber er verlegt die Palmsonntag-Feier unrichtig nachAugsburg, (s. Kilian S. 57, für Augsburg ist ü. Grund S. 30). Lambert nennt nur „ Buodolfumducem Suevorum et alios quosdam, qui sinistrum aliquid contra rem publicum moliri iampridem delati fuerant" . Freilich wenn er Bertold mit Namen genannt hätte, hätte er sichauch wegen des Ausgleichs der von ihm selber berichteten Entsetzung in Kärnthen ver-antworten müssen. Bertold Ann. (wieder ein Jahr zu spät, gerade wie oben Anm. 110)zu 1074, SS. V 276: „RoudoJfus dux et caelcri rebelies reconciliantur regi", damit durchausden Eindruck eines an falsche Stelle geräthenen, unvermittelten Einschiebsels machend.Bernold ib. 430 mit denselben Worten, wie Bertold, zu 1073.
m Aus den Märztagen 1073 sind keine Königsurkk. erhalten, sodass keine Inter-venientenreihen Auskunft geben können. — Lindner S. 73 lässt Bertold in Eichstädt an-wesend sein und dort Kärnthen zurückempfangen.
1SB Ann. Altab. 1073 SA. 99.