Marktgründungen zu Villingen und Rinken. 9
oder wem dieser das übertragen wird; Bertold soll berechtigt sein, dieseMarktverleihung selber zu nutzen, zu vertauschen, verschenken oder sonstin jeder Weise über sie zu verfügen 2I .
Fünf Jahre nach dieser Rechtsertheilung für die älteste bekannte Stadt-gründung der zähringiscben Vorfahren ging man daran, auch dem Hausklosterder Familie, Sulzburg im Breisgaü einen Marktort zu begründen. Graf Ber-told selber hatte daran keinen unmittelbaren Antheil mehr, denn da man einenOrt auswählte, der dem Kloster schon gehörte, konnte das Weitere durch einenKleriker Becilin und die Antheilnahme des Baseler Bischofs Adalbero ge-schehen, der zwar nicht der Diöcesanbischof war, aber ein näheres, weiterhinzu besprechendes Interesse an Sulzburg hatte. Ob der Kleriker Becilin zuden Ahnherrn der Zähringer zählt oder nur durch ein mehr untergeordnetesVerhältniss zu ihnen zu seinem Namen und jener Fürsorge für Sulzburg ge-kommen ist, muss dahingestellt bleiben. Als Ort der Markterrichtung wardas bei der Stiftung von Graf Bertold geschenkte Rinken 22 ausgesucht worden,ein Ort, der dadurch besonders geeignet erscheinen musste, weil er (bei Steinen-stadt) an der Stelle lag, wo das Gebirge und der Strom sich eng aneinanderdrängen und die Landzügler wie die Rheinfahrer zum Aufenthalt veranlasstsein mochten. Trotzdem ist der Ort zu keiner Blüthe gelangt und wenn ernicht etwa selbst in Steinenstadt übergegangen ist 23 , verschwunden.
Als König Heinrich II am 25. Juni 1004 an den Oberrhein nachStrassburg kam, trug ihm Bischof Adalbero die Bitte Becilin's vor und er-wirkte die Erlaubniss für das St.Cyriacuskloster, in Rinken „einen Markt oderein Emporium" mit Zoll, Marktgericht und mit dem Marktfriedensschutz fürdie Kaufleute — doch diesmal ohne das weitere Regal der Münze 23 " — zuerrichten. —
Zur Zeit der Ertheilung dieses Privilegs lebte Graf Bertold noch, erwird darin als der Breisgaugraf genannt. Am 14. Juli lOOtj aber erscheintein anderer Graf im Breisgau und Bertold's Hinterlassenschaft an Güternfindet sich in jüngeren Händen. Er ist also in der Zwischenzeit gestorben;ich werde der Bequemlichkeit wegen hinfort sagen: „ca. 1005".
Ein Zufall lässt uns Namen uucl Geschlecht der Gemahlin dieses GrafenBertold wissen. Jene entlegene Zeit achtet aus Familien- wie schon aus
31 Das weitere über das zähringisehe Villingen im Abschnitt: „Aemter, Besitzungenund Rechte des zähr. Hauses."
*'' „Bincka in pago Brisiltgoum in comitatu Bertdoldi" St. 1387. Es wird durchausnicht gesagt, dass Becilin, der dort den Markt errichten will, auch den Ort selbst gegebenhabe. Dies noch zu der Ausführung oben S. 6 f.
23 1064 Einclwstainenstat. Vgl. Anni. 12. "Warum hicss sonst dieser Ort von heut-zutage ca. 800 Einwohnern jederzeit Steiuonstadt?
Der habsburgische Besitzantheil daselbst wird später zu besprechen sein.
23 " excepta moneta.