6 Vorgeschichte.
noch er — eine andere, später zu besprechende unwahrscheinliche Möglich-keit vorbehalten — als Sohn des vorherigen gleichnamigen Grafen vermuthetworden ist, verlassen wir aufathmend den ringsum schwankenden Boden derälteren Geschichte der zähringischen Ahnen.
Gegen 993 ist eiu Birchtilo 11 der Urheber der ältesten — wenigstensbekannten — Klostergründung dieses Hauses geworden. Zu seinem Seelen-heil baute er an dem Orte Sulzburg, den er dabei übrigens nicht ausdrücklichals den seinigen nennt, an einer Stätte uralten Salzbau's und römischer An-siedlung, ein Kloster zu Ehren des hl. Cyriacus, bestimmte dieses zur Stätteseiner Ruhe bis zum Tage des jüngsten Gerichts und schenkte ihm zum Unter-halt, was er au ererbtem Gut in Weiler (bei dem jetzigen Badenweiler),Rinken 12 , Rimsingen, Reuthe, Vörstetten und Buggingen, also an lauterbreisgauischen Orten besass. Würde aber irgend eine ungerechte Gewaltetwas von dem Kloster an sich reissen oder austhun, so sollten die gemein-samen Erben den Rest wieder in ihre Gewalt nehmen.
Es kommen zwei Personen in Betracht, die zunächst jede als der StifterSulzburgs Birchtilo angesehen weiden könnten. Die eine ist der Breisgau-graf, die andere ein 1004 genannter Kleriker Becilin, der damals in Angelegen-heiten Sulzburgs erscheint. Aber für den Kleriker spricht nur dieses; gegenihn spricht, dass i. J. 1010 das Stiftungsgut noch einmal erneuernd geschenktwird, was von seiner Seite sehr auffällig wäre, bei dem Sohne des Grafenes aber nicht ist; dann das unklar verbleibende Verhältniss des Klerikers zudiesem angeblich von ihm gegründeten Nonnenkloster; ferner, wenn man es nochhinnehmen will, dass der Kleriker Becilin von 1004 in der Stiftungsurkundenoch nicht als Kleriker bezeichnet ist, so doch das, dass er dann nach 1004,1010 nicht als Kleriker bezeichnet wird. Für den Grafen aber spricht: erstensüberhaupt die Gründung eines durch die gleichzeitige Bestimmung als Be-
11 Undatirte Urkunde Trouillat, Mon. de l'hist. de l'anc. evcche deBale, Puntrut1852. 1 137. Zeile 4 ist statt „ad u „ae" zu lesen. — Die ungefähre Zeit ergiebt sich aus St. 998.
12 „Rinlca" hat die aus einem Copialb. stammende Urk. hei Trouillat. Nach A.Poinsignon's Mittheiluug Oberrh. Zs. N. F. II 460 hat eine alte Abschrift im Karlsr.Archiv Rinka. Das stimmt denn auch zu den beiden anderen Erwähnungen dieses selbensulzburgischen Ortes bei Trouillat 1 144 u. 149 und die hergebrachte Erklärung Rinlea =Riedlingen, der sich auch Ed. Martini, Sulzburg, Freib. 1880 S. 12 anschliesst, fällthinweg. Rinka wurde bisher als Ringsheim bei Ettenheim gedeutet, was nicht nur sprach-lich, sondern schon deswegen unzulässig ist, weil Rinka im Breisgau lag (Trouillat I 144),Ringsheim aber der Qrtenau angehört. Obwohl wie alle Bisherigen Letzteres noch über-sehend, wehrte sich doch schon Poinsignon 1. c. gegen jene Erklärung und wies unzweifel-haft richtig und mit näherer Erläuterung auf das breisgauische „Rinchosteinenst'al u [dasrichtiger Rinchostaincnslat geschrieben wäre] (MJÖG V 406 = St. 2642a) von 1064 hin, dieVerbindung jenes Namens mit dem noch bestehenden Orte Steinenstadt. — Dass „Rymi-ligen" des Copialb. doch Rimsingen sein muss, ergiebt die Erwähnung im Orig. eineranderen Sulzb. Urk. bei Trouillat I 149: Rimininga.