4 Vorgeschichte.
wähnten Hause zuzurechnen ist'. Danach wird 909 und 926 der Breisgau-graf Adalhero genannt 2 .
In der Mitte des Jahrhunderts tritt unterbrechend ein anderer Namedazwischen: Ludolf, der Sohn Otto's des Grossen, verbindet mit derHerzogsfahne von Schwaben das Grafenamt im Breisgau 8 . Aber als nachder baldigen Entsetzung des unglücklichen Königssohnes zum ersten Malei. J. 962 wieder ein Breisgaugraf auftritt, da ist es ein Bertold und dieserkommt dann auch 968 in demselben Grafenamt wieder vor 4 .
Nicht eigentlich mit der Namensform Bertold. Bis in das 11. Jahr-hundert hinein bevorzugt diese Zeit die vertraulichen „kosenden" Formender Personenbenennung, ohne aber darum eine fest gewählte zur ausschliess-lich angewandten zu machen. Uns wird derselbe Mann später als Birchtilo,als Bezelin und dann wieder als Berchtold begegnen.
Es bleibt wohl fruchtlos, wenn ich hier ein eigenthümliches Actenstück 5heranziehe, das in eines der Jahre 980 oder 981 zu setzen ist. Eine ArtAushebungsliste: das Verzeichniss, wie viele Gepanzerte eine Anzahl geist-liche und weltliche Fürsten und Herren Süddeutschlands und Frankens demKaiser selber zuzuführen oder sonst zu stellen haben. Da heisst es an einerStelle: Aus dem elsässischen Herzogthum sollen 70 entsandt werden. Bezelin,der Sohn Arnust's, soll 12 führen. Azolin, der Sohn Rudolfs, soll 30 senden.Oddo, der Bruder Gebizo's soll 20 senden. Graf Hezel (überall die Kose-
1 Die Urk. bei Neugart Cod. dipl. Alemanniae, I S. 492. St. Gallen hatte vielenBesitz im Breisgau, andererseits wird jener Graf Perchtoldus, soweit ersichtlich ist, durchkeine andere Grafschaft, auch durch Theile der Baar nicht unmittelbar in Anspruch ge-nommen. Aber in den Jahren 888 (Neug. 1. c. 472), 890 (ib. 483) und dann wieder 898(ib. 516) und 902 (ib. 522) wird als Breisgaugraf Wolvin genannt. Wolvin wird nun wiederin der Urk. von 893 gar nicht genannt.
2 Neugart 1. c. I 553; Dümge, Regesta Badensia, Karlsr. 1836 S. 6 (mit demSchreibfehler in der 6. Zeile des Regests „Borthold" statt „Burehard"). Ich gehe auf dieinteressante Versammlung, an der Adalbero theilnahm, nicht näher ein, da Adalbero'sZugehörigkeit zu den Zähringern doch keine unzweifelhafte ist, erwähne aber noch, dassauch der berühmte Graf Guntram theilnahm.
3 Stumpf, Reichskanzler II (cit. St.) Nr. 216, MG Dipl. I 237. — Nur kurz an-gedeutet sei, dass etwa der die Verhältnisse am Oberrhein so sehr verwirrende und um-gestaltende Hochverrath und Fall des mächtigen Guntram mit der Uebertragung desBreisgau an Ludolf zusammengehangen habe. Auf die Guntramhypothesen an dieserStelle näher einzugchen, hiesse die Einleitung zu gewaltig anschwellen machen und seidarum einem Anhang (I) vorbehalten.
"962 St. 301, MGDipl. I 327, „PirMilo"; 968 Neugart CD. I 614f. „Pirlitilo".Beide Male nicht handelnd, sondern nur bei der Gauangabe.
6 Bei Jaffe, Bibliotheca rer. Germ. V471 unter den epistolae Bambergenses. Ersetzte es 980, woran Lehmann, PzDG. IX 443 ff, Matthäi, die Kloaterpolitik Heinrich II,Gott. Diss. 1877, 91 ff, und Giesebrecht, Kaiserzeit I 6 848 Erörterungen knüpften, indenen Letzterer sich für 981 entschied.