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a) Die Anfänge des Formschnittes — Holztafeldrucke.
ach Beendigung der Kreuzzüge machte sich ein gewaltiger Aufschwungdes geistigen Lebens in Deutschland bemerkbar. Künste und Wissen-schaften trieben frische Blüten, der Drang nach Unterricht undBildung wurde allgemeiner, so dass die Thätigkeit der Mönche alleindem Verlangen nach Büchern nicht mehr zu genügen vermochte,und schon zu Anfang des 13. Jahrhunderts liess der gesteigerteBedarf eine eigene Schreiberzunft entstehen, die das Abschreiben von Büchernhandwerksmässig betrieb.
Eine besondere Klasse dieser Schreiber bildeten die Briefmaler (von brevis —kurz), die sich mit der Abfassung kürzerer Schriftwerke, wie Lehrbücher, Kalenderund Andachtsbücher, beschäftigten, ganz besonders aber mit Herstellung von Einzel-blättern, mit der Feder gezeichneten und kolorierten Bildern von Heiligen oder Dar-stellungen aus der heiligen Geschichte, nur mit Unterschrift oder kurzem Text versehen,die der gemeine Mann auf Jahrmärkten und an den Kirchenthüren gern kaufte.
Gesteigertes Bedürfnis und erhöhter Absatz Hessen auf Mittel sinnen, schnellerund billiger arbeiten zu können.
Die Stempelschneidekunst war schon im Altertum bekannt, was die mitHieroglyphen gezeichneten Ziegel der Ägypter und solche mit dem Legionsstempelversehene, die an Orten, wo römische Lager standen, gefunden werden, beweisen.Diese Trockenstempel, die ein vertieftes Bild der Schriftzeichen abgeben, sind derAnfangspunkt, von dem aus die vervielfältigenden Künste sich entwickelten.
Der nächste Schritt wurde gethan, als man den in Metall geschnittenen Stempelmit Farbe betupfte und abdruckte, was wohl zuerst mit den Monogrammen fürstlicherPersonen geschah, die zum Unterzeichnen von Urkunden dienten. Diese Abdrückemussten zu dem Versuche führen, in gleicher Weise auch andere Zeichnungen inMetall zu schneiden, mit der Absicht, dieselben zum Abdruck zu bringen. Ob dieseersten Metallschnitte bildliche Darstellungen, zum Abdruck auf Pergament oder Papierbestimmt, waren oder Formen für Zeugdruck, ist nicht festzustellen, da beideAnwendungen ziemlich gleichzeitig auftreten. China und Japan sollen den Bilddruckvon Platten schon im 10. Jahrhundert gekannt und geübt haben.
Zeugdrucke, deren Entstehungszeit sich sicher bestimmen lässt, sind frühestens Er-zeugnisse des 12. Jahrhunderts, und aus gleicher Zeit, spätestens aber aus dem Anfangedes 13. Jahrhunderts, stammt der bis jetzt bekannte älteste Bilddruck. Es ist dies ein