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1,1 (1863) Geschichte der verschiedenen Geschlechter Bocholtz unter besonderer Berücksichtigung der alten Geographie, Rechts-, Sitten- und Culturgeschichte des Niederrheins
Entstehung
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339
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Emund Godfried. Freiherr von Bocho!tz-Orey.

Er hatte mehrfach Streit mit den unter ihm stehenden Comthuren und Ordensglicdern, welche nach dem Geiste derdamaligen Zeit auf mehr Selbstständigkeit bedacht, ihm manche Rechte aus den Händen zu winden und ihm, wie dieLandstände ihrem Fürsten, eine Art Capitulation abzuzwingen und, da er ihnen männlich widerstand, durch ander-weitige Kränkungen mürbe zu machen suchten. 38 ) Hierzu bot sich eine besondere Gelegenheit, als im Jahre 1665Godfrid Degenhard von Bocholtz beim Orden aufgeschworen werden sollte. Man sprach von Nepotismus, und einComthur von Neuhof 39 ) erklärte, es seien in der Familie von Bocholtz Mesalliancen vorgekommen und Quartiere ver-wechselt, er müsse also auf volle Beweise bestehen. Diese brachte denn am 19. September 1665 Arnold von Bocholtz,der Vater des Aspiranten in genügender Weise vor, bittend, die Aufschwörung zur Vermeidung von Kosten undWeitläufigkeiten nunmehr sofort vorzunehmen, da ja der Landcomthur und vier Comthure anwesend und nur zweiComthure abwesend seien. Als diesen Anträgen nachgegeben und zur Aufschwörung geschritten wurde, entfernte sichNeuhof, fuhr nach Hause und schickte mit Lutzerode und Schenk von Nideggen eine Protestation ein, behauptend,die Bocholtz wollten falsche Quartiere einschmuggeln, und verlangten 16 Ahnen, vollgültige Beweise, Wieder-holung der Aufschwörung nicht blos vor den Comthuren, sondern vor den Ordensgliedern im vollen Oapitel. Dievon Bocholtz protestirten hiergegen, namentlich wed man die Aufschwörenden als Meineidige hinstelle, legtengleichzeitig eine Ahnentafel von 16 Ahnen vor und verlangten Erldärung: was falsch sei. Die Antwort war: manfinde in der obersten Reihe statt Heidhausen: Hundt. Die Parteischriften flogen hin und her, und wurden immerleidenschaftlicher. 1671 nahm sich Churfürst Max Heinrich von Cöln der Sache an und bat den Hochmeister JohannCaspar, die Aufschwörung von 1665 zu bestätigen, erhielt aber die Antwort, man wünsche des Friedens wegen, dassdie Aufschwörung wiederholt werde, wozu sich denn die Bocholtz verstanden und den Termin von der Grossjährigkeitdes Aspiranten abhängig machten. Die Kränkungen, welche Emond erdulden musste, wurden ihm durch die An-hänglichkeit seiner Familie und Freunde doppelt vergolten, es liegen davon manche Beweise vor. 17. October 1681setzten die Eheleute Georg Friedrich von Renesse und Anna Margaretha von Bocholtz ihn zum Testamentsvollstreckerein über bedeutendes Gut und schwere Streitigkeit. Die Ordenspflicht verbot ihm zwar die Annahme des Auftrages,aber er fand Mittel, die Sache dennoch zu ordnen.

38 ) Die Klage- und Streitschriften füllen einen ganzen Band im Ordensarchive zu Wien, insbesondere wart man ihm vor: erhabe Gemeinschaft mit einem v. Rochow, der das Ordenskreuz trage und sich Comthur nenne, ohne Beweise; er verweigere den drei jüngstenComthuren und dem Pastor von St. Andreas in Lültich die Stimme im Kapitel. Emund Godfried setzte den gedachten Emund Otto vonRochow 1678 ein prächtiges Grabmal in der Ordenskirche zu Mastrieht. 30 J Er war ein heftiger Feind Godfrieds und wird im Laufeder Verhandlungen als ein äusserst leidenschaftlicher Mensch geschildert, der schon vor seinem Eintritte in den Orden gemordet und nochkürzlich einen Bettler, der um ein Stück Brod ersucht, mit einem Stocke durchgeprügelt und weiterhin bis auf die Strasse mit solchenMisshandlungen verfolgt habe, dass die Bauern sich gezwungen gesehen hätten einzuschreiten.

Fahno, Unclinltz t.