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1,1 (1863) Geschichte der verschiedenen Geschlechter Bocholtz unter besonderer Berücksichtigung der alten Geographie, Rechts-, Sitten- und Culturgeschichte des Niederrheins
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als dessen Lehrer zu berufen. Der Trier'sche Erzbischof Carl Caspar von der Leyen nahm das Institut in seinenbesonderen Schutz, vermehrte es mit Einwilligung von Domcapitel und Stände durch Schenkung eines Hauses, inwelchem er 18. Dez. 1618 getauft war, mit Garten, worauf der Stifter die dem Institut nöthige Kirche zum h. Lambertaufbaute. Sie wurde 3. November 1669 eingeweiht. Während dessen steigerte sich seine Religiosität derartig, dasser sich die Gesetze und Eegeln des Jesuiten-Ordens in jedem Zimmer vor Augen hing und sie zuletzt mit seinemeigenen Blute unterzeichnete. Er starb 1669, und wurde neben seinen Eltern in der gedachten, jetzt zerstörtenLamberti-Kirche beigesetzt. Der darauf befindlich gewesene Leichenstein ist zu seinem Andenken in dem Aufgangezur Aula des Gymnasiums zu Trier aufgestellt, und hat die Inschrift, welche unter I. folgt. Der Jesuit GodfriedOsterstedt hielt ihm am 3. November 1669 die Leichenrede zu Trier. 3 *) Dabei wurde ihm, weil sein Spruch war:Dilige, plenitudo legis dilectio est, nachfolgende Denkschritt IL gesetzt. Sein Portrait, welches ich vorstehend mittheile,ist die Copie eines Kupferstichs von gleicher Grösse.

i. n.

Sta lector et bene precare Dilige

hoc in monumento Plenitudo legis Dilectio

quieseentibus illustrium D. D. reliquiis Legis humanae Divinaeque compendium

D. Qodefridi Baronis de Bucholtz et Orey Ferdinandus Baro de Bucholtz

et Margaretae Baronisse de Grosbeck coniugis Una oris et amoris vocula complexus est

Denique filii Dilige

Ferdinandi Baronis de Bucholtz et Orey hoc felix in ore et corde symbolo

Decani Leodiensis etc. quod

pro romani imperii ecclesiaeque irapressum operi, expressum vitae exemplo

bono delectorum Christo antesignano, Ioanne Magistro

qui probantibus faventibusque dedicit ac docuit,

tribus fratribus Deo ecclesiaeque devotis posteris imitandum,

familiaeque perantiquae hoc nomine postremis inferis invidendum,

paternae hereditatis ad se delata iura superis praeminandum.

raro exemplo virtute eximia Dilexit

perennatura libertatis memoria proximum in Deo, in proximo Deum:

Deo ecclesiae bono publio Dilexit amicum ut servaret, inimicum ut conciliaret:

quibus se totum addixerat Dilexit pauperem ut levaret, miserum ut recrearet,

aeternum Dilexit nobilitatem in virtute, virtutem in nobilitate:

dedicavere quam amicis maluit hinc suis erexit opibus

adminare fave applaude in bonis artibus nobilitatis studia,

et familiae illustris nobilitatem in bonarum artium studiis,

illuBtrissimam in Tita et morte memoriam ut hinc cresceret

hio in sepultam recole nobilitati decus, studiis honos,

Deumque boni omnis et donati et accepti Christianae disciplinae aestimatio, pietati vigor,

fontem gratus venerare patriae cum utilitate gaudium,

E. I. S. P. Gymnasio cum literis ornamentum,

Anno 1680. Deo cum virtute gloria.

Ein zweiter Sohn Godfrieds und der Margaretha von Groesbeck war Emund Godfried. Dieser tratin den deutschen Orden, war Vicemeister des Orden, Director des Erzherzogs Carl Joseph, wurde 1657,27. August an Stelle des verstorbenen Grafen Godfried Huyn, Herr zu Geleen, kaiserlichen Feldmarschalls, zumLandcomthur des Ordens in der Balley Altenbiesen 35 ) (Mastricht) ernannt, und gehörte mit Johann Caspar vonAmpringen, Landcomthur von Oesterreich, und August Oswald von Lichtenstein, Landcomthur von WestphalenCommandeur zu Mergentheim, zu dem Regentschaftsrathe, der anderthalb Jahre, 20. October 1662 bis 1. April 1664,während der Minderjährigkeit des Hochmeisters, Carl Joseph, Erzherzog von Oesterreich, 36 ) den Orden regierte. 167910. Dezember war er zu Mergentheim bei dem Ritterschlage des Pfalzgrafen Ludwig Anton zugegen, und wirdHerrEmund Godfried, Freiherr von Bocholtz und Orey, Frey-Pannerherr zu Diepenbeck, Kaiserlicher Majestät RathLandcommenthur der Balley Biessen, Commenthur zu Mastricht" genannt. Auch Duellius führt ihn als solchen auf. 37 )

Appellhof, Landgericht eto. eingerichtet. 34 J Sie ist 1670 in folio zu Lüttich bei Johann Matthias Hov gedruckt unter dem Titel: Conciofunebris habita Treviris anno reparatae salutis MDCLXIX Mense Novembri ineunte, tertia die a Rdo P. Godefrido Osterstedt societatisJesu in templo sancti Lamberti etc. Eine Kupfertafel darin stellt die Burg Orey dar, im Vorgrund ein grosser Weyer, in welchem zweiSchwäne schwimmen mit der Devise auf einem Zettel im Schnabel: Donec se attolere possint, zwei darüber fliegende Schwäne tragen ebensodie Devise: non inferiora sequemur, ein höher fliegendes Paar hat: Yirtutum subnixi alis, endlich ein Paar in der höchsten Region: signantad altam vitam. Die sechs erstgenannten Schwäne haben das Bochollzer Wappen am Halse hangen. Der Text der Predigt ist: Militia estvita hominis super terram. Job 7, V. I.

35 "| An der Spitze des Deutschen Ordens stand ein Hochmeister und unter ihm ein Landmeister in Preussen, ein Deutschmeisterund ein Meister in Liefland. Der Landmeister in Preussen bestand um 12271309, von letztem Jahre ab residirte der Hochmeister selbstin Preussen. Der Deutschmeister kommt seit Beginn des Ordens vor, der Meister von Liefland seit 1229. Der letzte von diesen, Kettler, wurdeProtestant und unter dem Schutze Polens regierender Fürst 1560. Der Hochmeister hatte fürstlichen Stand, der 1495 durch Kaiser Maxauch dem Deutschmeister und später durch Carl V. dem' Meister in Liefland verliehen wurde. Das Gebiet des Ordens zerfiel in das preus-sische deutsche und welsche; jenes hatte in Deutschland vier Balleyen: 1. Elsass mit 15 Commenden, 2. Oesterreich mit 10 Commenden,3. Coblenz mit 6 Commenden (St. Catharina in Cöln, wo der Landcomthur im Winter wohnte; im Sommer wohnte er zu Herrnmühlheim,Muffendorf Coblenz, Rheinberg, Waldbreitbaoh und Mecheln in Brabant«) 4. Etsch in Tirol mit 4 Commenden. Das deutsche Gebiet hattedie Balleien: 1. Franken, 2. Hessen, 3. Biesen oder Germania inferior mit 11 Commenderien: zu Alten-Biesen oder Mastricht (Baliviajuncetana), Gemert, Siersdorf, Gernsheim und Aschaffenburg, Beckevoort, Jungen-Biesen in Cöln, Gruytrode, St. Petersfuhren, Aachen,Uerdingen und Ramersdorf. 4. Thüringen, 5. Westphalen mit 5 Commenderien (Mülheim, Münster, Wellheim, Brackel, Mahlenburg oderOtmarsen.) 6. Lothringen, 7. Sachsen. 8. Utrecht Welschland theilte sich in die Balleien: Venedig, Apulien, Sicilien, Romanien, Spanien,Armenien und Cypern. Die GrosswürdentrUger des Ordens waren: der Grosscomthur, der Marschal, der Spitalier und der Trappier oder

Schatzmeister.__ 30 ) Der Orden war damals schon, so in Verfall, dass er sich der Wahl eines vom österreichschen Hause ihm aufgedrungenen

Kindes nicht widersetzen konnte. Carl Joseph, geboren 7. August 1649, Sohn des Kaisers Ferdinand III., wurde bereits 5. Mai 1662 zumCoadiutor des Hochmeisters Leopold Wilhelm, Erzherzogs von Oesterreich, f 20. Nov. 1662, erwählt, damals 13 Jahre alt und starb, ohnezur Regierung zu gelangen 27. Januar 1667. 3 ') Venator, hist. Bericht vom Marianischen deutschen Orden, S. 13. Duellius, hist. ordinisteutonici, !S. Tit. ^^^^^H