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Unterstützung der Wissenschaften hat Gilselvius weitläufig dargestellt. 31 ) Er starb 21. December 1632 und hat einDenkmal in der Kirche zu Diest. Der Altar im Dome zu Münster rührt von ihm her, so wie das Denkmal im Domzu Mainz. »2) Das vorstehende Portrait von ihm hängt jetzt zu Alme im Speisesaal, früher war es, wie das Urkunden-buch nachweist, zu Ingenhoven.
Ferdinand von Bocholts, Herr zu Orey.
Von den Söhnen Godfried's und der Margaretha von Groesbeck ist zunächst Ferdinand zu erwähnen.Sein Vater, Godfried von Bocholtz, Freiherr zu Orey, Grossmaier von Lüttich (raagnus apud Leodios praetor), dernamentlich bei Ferdinand, Herzog von Baiern, in grossem Ansehen stand, dafür aber auch in achtzehn Jahren dreiMal die Verwüstung seiner Reichsherrschaft Orey erdulden und seine Burg niederbrennen sehen musste, wurde inder Congregation der Canonie zu Herrn Leichnam als Gast aufgenommen und starb 24. Februar 1638, zuerst zuOrey, später zu St. Lambert in Trier mit seiner Frau neben seinem Sohne eingesenkt. Seine Mutter, Margarethavon Groesbeck, ebenfalls zur Frömmigkeit geneigt und für die Erziehung ihrer Kinder besorgt, war ein Muster derErgebenheit in den Willen Gottes. Als Orey zum dritten Male verwüstet wurde, sprach sie mit Job I. V. 21: „derHerr gab's, der Herr nahm's." Inder letzten Zeit ihres Lebens, die sie seit dem Tode ihres Mannes zu Lüttich zubrachte,trug sie, um auch äusserlich ihre Demuth an den Tag zu legen, statt aller Zierrathen und Kleinodien, stets denRosenkranz um den Hals. Sie starb 28. Februar 1662 und wurde zu St. Lambert in Trier beigesetzt. SeinerMutter Oheim war Gert von Groesbeck, Dechant zu Aachen und Lüttich, Administrator zu Stabulo, Bischof zu Lüttich,Cardinal und Gründer der Jesuiten-Klöster in Lüttich und Mastricht. Solche Umgebung und Vorbilder mussten aufFerdinand wirken, der von Natur einen Hang zur Frömmigkeit und ungebändigte Begierde zum Studium in sich trug.Je mehr sich seine Vorliebe für strenge Sitte und ernste Lehre verfestigte, desto mehr war er zugleich bedacht, durchWort und Beispiel auf andere zu wirken. Er war pünktlich und nachsichtslos bei seinen Religionsübungen, unermüdetim Studium, dabei nüchtern im Essen und Trinken und legte dem Reichtimme nur insofern einen Werth bei, als erMittel bietet, Gutes zu thun. Schätze zu mehr Zweck könnten, sagte er, nicht mit Geistesruhe besessen werden, undindem er sich auf Vegetius Hb 2. de re militari stützte: non est secura divitiarum possessio nisi armorum defensioneservetur, hielt er es mit Hieronymus lib I. super Matth.: qui divitiarum servus est, custodit ut servus, qui autem servi-tutis discusseritjugum, distribuet eas, ut dominus. So wirkend stieg er von Würde zu Würde, war Domherr zu Lüttichund Münster, darauf in letzterem Stifte Vicedominus, dann Archidiacon zum h. Lambert in Lüttich, Dccan daselbstund Propst zu St. Peter, nebenher auch Gesandter bei verschiedenen Fürsten und dem Papste. Und für alle dieseWürden solicitirte er nicht, wie in jener Zeit allgemein gebräuchlich war, sie wurden ihm von selbst. Weil erden Spruch des Cicero (Tusc. quaest.): Honos alit artes, omnesque incendimur ad studia gloria, kannte, so bemühteer sich, dass sein Gemüth bei jeder neuen Würde demüthiger, sein.Eifer für das Wohl anderer immer lebendigerwurde. Das Beispiel des Cardinal Carl Borromaeus veranlasste ihn, sein Vermögen, 15,000 Thaler, für die Stiftung')eines Seminars für Adelige zu Trier,, das Ferdinand Bocholtzer Collegium genannt, zu verwenden, und die Jesuiten
3i) n. S. 190. — «) IV. S. 96, 97.
') Die Stiftungs-Urkunde und das Statut habe ich Bd. II., S. 218 abgedruckt. Nach Aufhebung der Jesuiten 1773 gingen Hausund Vermögen 1779 an die Piaristen über. 1783 wurden davon diejenigen Güter getrennt, welche der Churfürst zu der ersten Stiftunggeschenkt hatte und zur Stiftung eines Clerical-Seminars verwendet, das übrige Vermögen, die Bocholtzer Stiftung und darunter die Gebäudein der Diedrichsstrasse wurden unter dem Namen ad Sanctum Lambertum in ein Gymnasium verwandelt und durch Weltgeistliche verwaltet.1794 beim Einrücken der Franzosen wurden beide Stiftungen aufgehoben, indessen durch kaiserliches Decret vom 9. Ventose XIII. alsPriester-Seminar und Gymnasium hergestellt. Die Gebäude in der Diedrichsstrasse, ein Pallast, sind vom Staate später gekauft und für
Fahne , Bocholtz I. 83