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1,1 (1863) Geschichte der verschiedenen Geschlechter Bocholtz unter besonderer Berücksichtigung der alten Geographie, Rechts-, Sitten- und Culturgeschichte des Niederrheins
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Haussl'rawen vnd kinderen mich zu begeben vff meines Valters hause zu Bocholtz mich nederzuschlagen vnd im rechter onuerweisliche,ncutralitet als andere gehorsame der Niederlendische vnyrtten Prouintien vnderlhanen friedtlich aller gebiir zu uerhalden, das keiner mitbillicher fugen dieserhalb vber mich sal klagen können, So globe vnd schwere Ich bei meiner adelichen ehren vnd trewen den vnyrtenNederlanden iren Bonlgenossen ader geassocyrtten, derselben Stathaltteren Lanträthen vnd Obrigkeit van bemelten Prouincien verordnet seinde,trew vnd holt zo sein vnd weder heimblich noch öffentlich einige Correspondentzie mit dero widerwertigen zu halden, dan als andersContribuenlen des Ouerquartiers in stilstant zuuerblyben, auch wider dieselbige vnyrtten Nederlanden, dero Regierung noch vnderthanen nunoch nummermehr zu dienen, noch Iren widerwerltigen einigen Vorschub, assistenz noch befurderung zu erweisen, Sonder mich volmher (viel-mehr) nun hinfort zu uerhalden als ein getrewer Landtsass der vorss. vnyrten Landen seiner Obrigkeit und demVaderlandt zuthun schuldig istdesshalber ich dann diss alles wie oben zuuollenziehen meine person, haab vnd gutter dem wolgeboren herren herren Johan Philips Frei-heren zu Hohensax etc. Obristen zu realer Execution in crafft dieses in der bester formen rechtens verobligiert vnd vf alle exceptionesgeistlicher vnd weltlicher rechtens, wie auch alle andere Rechten vnd priuilegia renuncyrt haben wolle, hiergegen nummermehr zu gebrauchenalles Irewlich vnd ohngeferlich. Urkundt meiner eigen handt vnderschreibung vnd vfgedruckten Pitzirs. Geben den 20. Augusti A. 1584.

Sein Sinn war damit nicht gebeugt. Nachdem er sich 1595 mit dem Gute Wolfsbusch und einer Geld-summe in der Theilung des elterlichen Nachlasses hatte abfinden lassen, begab er sich nach Bonn in die Kriegsdienstedes Cölnischen Erzbischofs Ernst von Bayern. Dort machte er die Bekanntschaft der Sibilla von Mansfeld, ältestenunehelichen Tochter des Cölnischen Erzbbischofs Gebhard von Mansfeld (f 1652 2. Nov.), die zweite hiess Dorothea,welche derselbe als Dompropst mit Catharina von Jabach erzeugt hatte. Beide Töchter waren 1557 30. Sept. vondem natürlichen Vater mit dem Hause zur Glock auf dem Waidmarkte zu Cöln ausgestattet (Airsb. Sentent), undihre Mutter, nach des Erzbischofs Tode mit Wilhelm von Mulheim verheirathet, der 1579 als Schulteis zu Süchtelenerscheint und dem sie noch zwei Kinder, Heinrich und Lisbeth, gebar.)

Johann VT. (Generat. XH.) lebte in der Zeit, wo die Lust an Stammbüchern im vollen Flore war. 2 ) Ichfinde drei solcher Bücher, worin er seinen Denkspruch und Namen gesetzt hat; in das Stammbuch des Johann vonStommel schrieb er: Patientia Duri Victrix. Ich habe hiervon ein Facsimile auf der Tafel I. des zweiten Bandeswiedergegeben, woraus ersichtlich, dass Johann eine schöne Hand schrieb. In dem Stammbuche der Stiftsdame AnnaGertrud Schall von Bell schrieb er nachfolgenden Spruch 2, und in dem der Bertram von Lunink (1600 bis 1608)den Spruch 3.

2. Spe fati melioris alor.

Je voudrais bien pouuoire tout faireDe plaire a tous, a nulle desplaire,Mais il n'est pas permis aux DieuxPourquoy vouldrois ie faire mieux?

Jehan de Bochollz.

3. Megdlein Jungk von Jaren

Braun von Augen, geel von HarenWeiss von Henden schmal von Lendenge ich mein junges Leben darbey enden.J. v. B. 1604.

Um den Geist jener Zeit näher kennen zu lernen, mögen hier noch einige andere Eintragungen aus jenendrei Büchern Platz finden. Neben Nr. 71 steht das, in Holzschnitt hier nachgebildete, Bildniss der SchreiberinElisabeth von Bocholtz. Ihr Gewand, soweit gestreift, ist roth mit goldenen Litzen, das übrige weiss.

4. Quid facies, facies veneris si veneris ante ?Ne pereas per eas, ne sedeas sed eas.W. v. Stommel.

7. Comme la muche mest sa vie en perilPour voir la clairte d'vne schandelleAutant plus doibt faire vne homme gentilPour aequerir la beaute d'vne belle de-moiselle.

10. Vestir les dames richement

Ce sont des choses perdues.Car qui les aiment vraimentDemende les tout nues.Adolff von Nesselraidt zu Ehrishoffen, 1606.

13. Jungfraunlieb vnd Lautenklang

Klingt zwar gut, aber währt nicht lang.Adolff Spies von Bülleaheim, 1599.

16. Par vertu armes et amour

Mon coeur sera contente vn jourW. G. W. S. I. M. Z. a) Ernst Gravezu Isenburgh Geschriben zu Coln 7. Oct.

19. Si vous m'aime comme je vous aimeMon bonheur serat extreme.

Johan Jacob Einsweiler, 1603.

22. Tix orior, moriorCantando finio vitam.Ludwig v. Metternich zu der Scherffen 1603.

Nescio quid sid amor, neo amo, nee amor, amaui.Sed sico, quisquis amat, vritur igne graui.Walraff Scheiffart v. Merodc zu Beirlecoffen.

Vivat in aeternum,

Qui mihi dat dulce falernum.

von Metternich.

8. Gott kehr und wendt

All mein Unglück zum seeligen Endt.Anno 1612. 11. Dez.

Johan von WincJcelhausendas fromme, alberne Schaaf.

11. Dass sich die Jufferen rüsten

Mit Ketten und kleinodigen an den Brüsten,Ist alles verlorren Arbeit gedan,Sie mössen doch nackent zum Streidt gan.Wilhelm v. Altenbrüch genant Velbrüch, 1608.

14. Gott im Hertzen, die liebste im ArmVertreibt viel Schmerzen vnd ist auch warm.B. Baron von Aistorf.

17. Les vns en seruant les damesLeur esprit fönt reluireEt moi en mainant les armesMon courage ferai florir.

Adolf Baitz von Frentz, 1609.

20. Je voudrais bien mourir poür vous

Mais vivre et vous aimer est bien plus doux.

23. Mors mortis morti mortem nisi morte

dedissettum sine spe vitae mortua vita foret.

9. Ichwoenscheallenminschengloeckvnd heillYnd mir woensche ich aus Grund meiner

SeillDat der her Bocholtz woer mein Deill.A. h. v. M.

12. Wo die Landsknecht sieden vnd braten,Die Pfaffen zu weltlichen Dingen rathenWo die Weiber führen das Regiment,Da nimmt es selten ein gut Endt.

15, Vne femme, vn cheval et mauvais hommeN'amende iamais d'aller a RomeE. de Woestenraedt. 15. Mars 1618.

18. La Vertu, les armes et l'amourMe rendront content vn jour.

Budolphe Baetz de trentz a Bonnele 10 Septembre 1619.

21. En Cour en amour et en chasseon n'at iamais ce qu'on pourchasse.Hans Wilh. Quadt von wickradt, 1603.

24. Non si troua homo giamai tanto perfettoChe in se non habia qualche difetto.Christian de Woestendraedt.

') J. J. Merlo: Die Familie Jabach, Seite 6 und 7, wo die Beweisstellen,

2 ) Es gab in jener Zeit reiche Personen, welche Europa durchreisten, lediglich um in ihrem Stammbuche einige eigenhändigeWorte berühmter Personen zu sammeln. Ein solches Buch besitzt Professor Deecke in Lübeck, es ist zwei Bände stark, jeder von vielenhundert Blättern und enthält die Autographen fast aller Regenten, der ersten Feldherrn, Gelehrten etc. 3 ) Das heisst: Wie Gott will,so ist mein Ziel. Solcher Abkürzungen haben die Bücher viele, z. B.: A. M. H. Z. G., M. V. Z. G., G. I. M. Z., das heisst: All meinHoffen zu Gott, Mein Vertrauen zu Gott, Gott ist meine Zuversicht. Das Wappen de3 Nr. 35 benannten Jacob Juenn ist: quergetheilt,unten roth, oben in Silber drei rothe Nelken mit grünen Blumencapseln und Stengeln, auf dem Helme eine Jungfrau, welche einen Nelken-kranz um das Haupt und drei Nelken in der Hand hat.