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1,1 (1863) Geschichte der verschiedenen Geschlechter Bocholtz unter besonderer Berücksichtigung der alten Geographie, Rechts-, Sitten- und Culturgeschichte des Niederrheins
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In wilder Eile durchflog die Kunde von dem schrecklichen Ausgange das ganze Land. Ueberall schworman Eache und, damit sie sicher sei, wählten Adel und Volk Wilbrand von Oldenburg zum Bischöfe, einen Mann,der vielfach in Italien unter Friedrich IL gefochten und sich überall durch Tapferkeit ausgezeichnet hatte. Er nahmsich auch der Sache ernstlich an, wobei ihm die, auf Blutrache beruhenden Anstrengungen der Familien, aus denenGlieder in dem unseeligen Moore umgekommen waren, zur besondern Stütze dienten.") Butkens führt an, '*) dass indieser Weise auch Godfrid IL, Sohn Godfrid L, mit den Seinigen mitgewirkt habe. Die grausamen und unmensch-lichen Thaten, welche hierauf folgten und jene Zeit kennzeichnen, sind bereits erzählt. 15 ) Soweit die Nachrichtenüber die beiden ersten Godtride von Bocholtz; sie haben ebensoviel Werth als die Angabe, dass Grat Floris vonHolland 1235 zu Harlem ein Turnier gehalten und dazu sich auch ein Herr von Bocholtz eingefunden habe. 16 )

111. Godfrid IH. Von ihm lässt sich ebenfalls noch nicht mit Bestimmtheit sprechen, nur dass ist gewiss,dass er weder, wie Butkens anführt, 17 ) in den Jacobsorden 18 ) aufgenommen ist, noch eine Gräfin Aleid von Moers zurFrau hatte, 19 ) da die Genealogie dieser Grafen, welche ich in der zweiten Abtheilung dieses Bandes S. 244248geliefert habe, weder für sie, noch für ihren Bruder Johann als angeblich regierenden Herrn einen Platz bietet.

de Wee Chronik.Bd. II. S. 10 dieses Werkes beibringt, wage ich nicht zu richten, seitdem ich einen Mathias de Wee in den CölnerSchreinsbüchern gefunden habe. Aber das Theilen der Truppen in sechs Haufen und das Anordnen von sechs Adeligen, darunter die Brüdervon Bocholtz, als Führer der Abtheilungen in einer Zeit, wo solche Führerschaften an ganz feste "Verhältnisse geknüpft waren, ist gewisseine Erfindung und macht unter der Feder Butkens, der, wie ein holländischer Archivar nächstens nachweisen wird, der Urkundenfälschungvor Gericht angeklagt worden ist, die ganze Angabe höchst verdächtig. «) II. S. 23. ,4 ) II. 10. 15 ) II. 2332. ,0 ) II. 32.Allein diese Nachricht ist in der Form, wie sie vorliegt, offenbar erfunden. 1135 war Conrad noch nicht Erzbischof von Cöln, er wurdeerst 1238 im April erwählt. Die Schyfards waren damals noch nicht bekannt. Herrn von Calcar hat es nie gegeben, und so Hessen sichnoch andere Ausstellungen rücksichtlich der Personen machen. ") Band H. S. 36. 18 ) Es sind darüber sehr viele und mehrere sehrseltene Schriften geschrieben, unter Andern: Baron d'Yvoy v. Myndrecht und Baron Snouckart von Schauburg in den Konst- en letterbodevon 1826, Nr, 2554, Weegschaal 1826, Nr. 9, 1827 S. 4583; Baron v. Lynden, Twee brieven 1827, dessen kort Antword, 1828; L.v. Weleveld, beknopte geneal. Aanteekeningen 1845, Compte rendu XI. S. 276. Abgesehen von der Frage: ob Floris von Holland, undzwar 1290 den Jacobsorden gestiftet hat, die bei der Stiftung als anwesend genannten Personen und die ihnen beigelegten Characterebezeugen hinreichend eine falsche Urkunde. Es gab 1290 weder einen Lancelot von Hammelton, noch einen König Henrich von Schott.land. Einen Ambassadeur von Westphalen kann man sich nicht denken, wer sollte ihn bevollmächtigt haben? Wie wäre ein Graf vonHenneberg als cölnischerGesandter möglich gewesen? Das Schwören, bei dem Evangelium, in die Hand des Bischofs, das Zurücklassen desSchildes als Pfand etc. erregen nichts als Bedenklichkeiten. ">) Dass eine falsche Urkunde in Nr. 9 II. S. 36 vorliegt, habe ich schondort in der Anmerkung gesagt, hier nur noch, dass die Bezeichnung des Adels durch a statt: de, wie in der Umschrift des Siegels des Godevart,eine Erfindung des 16. Jahrhunderts ist und im 13. nie vorkommt. Nach einer Aufzeichnung des Domherrn Johann von Bocholtz von 1652im Bocholtzer Archive hat der Abt Godfrid Draeck von Campen, (regiert 15841612 und war aus Lobberich) die Urkunde in Abschriftnach dem, angeblichen, Originale anGcdfrid von Bocholtz, Herrn zu Orey, mitgetheilt. Die Fälsohung ist also im Kloster geschehen.