Druckschrift 
1,1 (1863) Geschichte der verschiedenen Geschlechter Bocholtz unter besonderer Berücksichtigung der alten Geographie, Rechts-, Sitten- und Culturgeschichte des Niederrheins
Entstehung
Seite
315
Einzelbild herunterladen
 

315

VI. Godfrid IV. Mit ihm beginnt der urkundliche Nachweis. 20 ) Er wurde 1326 vom Grafen von Geldern mit den Höfenzu Lobberich und Bocholtz belehnt und soll nach dem Stammbaumeine Tochter des Heinrich Roest von Krickenbeck zur Frau gehabthaben. Nach dem bereits angeführten Balduinum trugen sich 1306die Ritter, wie hierneben abgebildet ist, so wird also auch Godfridseiner Zeit zum Kampfe ausgezogen sein. Gleichzeitig mit ihmlebte Johann von Bocholtz, der 1318 25. März als Vasall und Bürgedes Grafen Theoderich von Cleve auftritt. 21 )

Aus einer oder anderer dieser vier Generationen muss eineSeiten-Linie hervorgegangen sein, die sich nach Gouda in Hollandverzweigt hat, denn an die späteren Generalionen finden Floris vonBocholtz, Amtmann zu Gouda, und sein Bruder Wilhelm, welchegegen 1448, während sie in amtlicher Thätigkeit waren, von Auf-rührern erschlagen wurden, keinen Änschluss mehr. 22 )

V. Gerard I. Die Stammtafel nennt ihn Ritter undgibt ihm Alix, die Tochter seines Bruders, zur Frau, was indessnicht glaubwürdig erscheint. Er starb 1359 auf St. Ulrich, 23 )d. h. 4. Juli, und wurde in der Kirche zu Lobberich (nach derStammtafel der Familie) begraben. Von ihm möchte also neben-stehender Leichenstein herrühren, der sich noch vor einigenJahren, wenn auch nur in schwachen Umrissen kenntlich, unterdem Thurme vorfand. Gleichzeitig mit ihm lebte Lubbert vonBocholtz, der Judenvogt im Geldrischen war. 2 *)

Gerard I. hinterliess fünf Kinder: 1. Hermann, der ältesteSohn, welcher in der Theilung mit seinem Bruder die HäuserIngenhoven und Broeck und die Güter in Hinsbeck erhielt, undStammvater der Linie zu Ingenhoven (Hoven) wurde, siehe G

2. Gerard, er starb kinderlos; seine Frau hiess Elisabethvon Huckinck.

3. Wynand, erhielt das Haus Bocholtz und wurde Stifterder Linie zu Bocholtz, siehe B.

4. Henrich besass Wilre und starb ehelos.

5. Aleid heirathete Peter v. Broichusen zu Gribbenvorst.

6. Diana starb ehelos.

B. Linie zu Bocholtz, Waldniel (Brocherhof) Lüttelforst, Busch und Ingenraed.

Aus diesen Linien (s. folg. Seite) sind einige Personen hervorzuheben. Wilhelm HI. v. Bocholtz, 38. Abt des Bene-dictiner Klosters Pantaleon in Cöln. Er folgte dem Jacob von Isselstein im Amte 1481 und regierte noch 4. Oct. 1496Das Abtei-Archiv verwahrt von ihm vier Urkunden, nämlich vom Jahre 1483 28.September, worin er im Beisein seiner Vasallen, Johan Judden und Wilhelm vonLyskirchen, dem Heinrich von Kerpen mit einem Hause zu Cöln auf dem Bacheneben demWichhause an der Eich" belehnt; vom 14. Januar 1484, worin erdem Deute;er Abte Wilhelm von Breitbach und insbesondere dem Wilhelm vonGrevenbroich, Provisor des Hospitals zu Deutz für 130 rh. Gulden eine Rente von5 Malter Weizen verkauft, welche Rente gedachtes Hospital dem Kloster Pantaleon schuldete; von 1484, 15. April,worin er sich mit Johann Kitz, der dem Kloster das Gut zu Kendenich abgepfändet hat, vergleicht, endlich von1485 31. October, worin er und sein Convent den Testamentsvollstreckern des Heinrich von Löwenberg, Doctor

M ) II. S. 39, denn Godert und Godfrid ist identisch. 21 ) II. 39. ") II. 41. «) Ebenda. **) Ebenda 82. loh habedie Jahreszahl dieser Urkunde in der Vorrede zum zweiten Bande in Zweifel gezogen, mich indessen aus dem Originale in den Amtsbüchernvon ihrer Richtigkeit überzeugt, auch führt (J. Walfisch) Beschryving der Stad Gouda 4. ohne Jahr Floris von Bouchaut 148748 alsAmtmann auf. Von ihm wird noch unten Rede sein.

Fahne, Bocholtz I