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2. Genealogie.
A. Der Stamm.
Wenn einzelne, sehr seltene Geschlechter ihre Abstammung bis auf die Zeit Carls des Grossen oder -wohlgar, wie die Fürsten Salm-Reifferscheidt, ') auf ihn selbst zurückführen können, so bleibt für alle übrigen 2 ) das zwölfteJahrhundert die Grenze, über welche hinaus ihre Genealogie nicht zu erweisen ist. In dieser Lage befinden sich auchdie Herren von Lobberich und Bocholtz, indem ihr erstes Vorkommen nicht früher und ihre urkundlich nachweisbare,ununterbsochene Abstammung noch viel später datirt. Sie gehörten ursprünglich zu den Dynasten, 3 ) haben aber vorder Zeit unserer Urkunden diese Qualität durch Verlust der Grundherrlichkeit 4 ) eingebüsst und scheinen bis dahineinen andern Namen geführt zu haben. Unter dem Namen Bocholtz erscheint zuerst urkundlich und wahrscheinlichhierher gehörig 1240 Heinrich im Gefolge des Edelherrn Otto von Wickerode. 6 ) Mit Sicherheit lässt sich ein zweiterHeinrich von Bocholtz hierher zählen, der Siftsherr von Utrecht war und 1283 am Tage nach Petri Kettenfeier starb,denn sein im vorigen Jahrhundert noch vorhandenes Grabmal in der Petri-Kirche zu Utrecht hatte nach den darübererhaltenen Nachrichten die drei Leopardenköpfe im Wappen. Hierunten findet sich auch eine Stammfolge, aber aufuusicheren Angaben gegründet, nämlich auf eine Stammtafel aus dem 16. Jahrhundert zu Gravenhaag, 7 ) eine andereaus dem 17. Jahrhundert, nach Familien-Nachrichten angefertigt, 8 ) und auf das, was Butkens hat drucken lassen. 0 )Die beiden Stammtafeln lauten wörtlich:
I. Godefroy S r de boucholt et de Loubrach epousa N. de Rees, Dame deHauscam et Remberg ut perhibe.it 1189.
I.
Godfrid I. von Bocholtz.
II. 1. Godefroy S r de bouckholt, 1222epousa N. de Merode Scheiffertut volunt.
2. Otto, S r de Hauscam et Remberg
epousa Walpurga. von Brantstein
ut ayunt.
II. Godfrid II. von und zu Bocholtz, h. Aleid von Meurs1282. Er wurde von Florenz Graf von Holland in denJacobs-Orden aufgenommen.
III. Godefroy S r de Boeckholt, 1. Godefroy S r de Hauscam, Remberg et War-ep Sophia de Randerode, noul ep. Sophie lille de Benthem ut dieunt sed.
III. Godfrid III. von und zu Bocholtz, Hove, Broeck,ßreuckels, Wilre, 1326 vom Grafen von Geldern belehnt,h. N. Roest von Krickenbeck, Tochter von Henrich.
IV. Godefroy S r de Boeckholt et Loubracht, 1 Godefroy de 2. Maria,Woilmet, Rees, Haefhuis, ep. 1. Christine Bockholt S r de Chano-de Winckelhuis, 1' an 1311 lille de Waleran, Hauscam. ep. N. nisse.2. Agnes de Rifferscheyt ou Manderscheyt M. de Meurs. sieprout volunt. dieunt.
V. Godefroy de Boeckholt, ep. Tan A ix de Bocholt, heretiere de Hauscam1361. Ahx de Bocholt. ep. Godefroy S r de Boeckholt.
, ------------------*-------------------------------------------------------------------- v
VI. 1. Herman S r de Boeckholt 2.Wimar, fjeune. 3.Gisebert- 6. Gerard, S r
ep. 1. Maria v. Bellinckhusen 4. Catharina, ep. Johann de de Walbeck,
t imp., 2. Catharina de Wach- Wachtendonk. ep. Anna de
tendonck, lille de Godf. et 5. Alix, ep. Peter de Brock- Bylant.Maria Pleis. husen a Gribbenvorst.
IV. 1. Godfrid IV. vonBochollz zuWaldniel, Ritter, f 1350 4.Juli, begraben zu Bocholtz,h. Aleid von Bocholtz, Erbinzu Bocholtz, Hove, Horst,Krickenbeck, Tochter seinesBruders.
2. N-, Herr zu Bocholtz,Hove, Horst, Krickenbeck,h. N.
,-------------*--------------->
Aleid, h. ihren OnkelGodfrid.
VII. Ex 2da. Godefroy Sr de Boeck-holt, ep. Johanna de Goor.
Guilliaume de Bockholt S r de Waltens(Waldniel) ep. Michaele van Spee.
VIII. 1. Pierre S* de 2. Reyner 3. Arnou, 1. Guilliaume de B. S r 2. Jan de
Boeckholt, ep. ep. Wal- ep. Eva de Waltens. D'ici sor- Bockholt,
Anna de purga de de Hör- tent les Bockholt au ep.Cathar.
Vrimershem. Gemen. rick. pays de Geldres- de Hont.
V. 1. Hermann, erhieltHove (Ingenhoven),Stammvater der Liniezu Ingenhoven, Horst,Tongerlo, Broeck, in
Curland, Braun-schweig und der, al-lein noch lebendenLinien in Weslphalenund Preussen, h. 1.Adelheid v. Belling-hausen, 2. Catharinavon Wachtendonk.
2. Winand,Stammvater d.Linie zu Bo-chollz, Busch,
Waltniel, h.
Adriana vonByland-
3. Henrich, f imp.
4. Gerard, Drostezu Brüggen, + imp.Brüggen, f imp. h.
Elisabeth vonHuckink.
5. Diana, + coel.
6. Adelheid, h. N-(Peter v. Broich-
hausen) zuGribbenvorst.
Godfried I. und II. In der ersten Stammtafel erscheinen die aufgezählten Frauen, die Sitze und dienamhaft gemachten Nebenlinien als willkürliche Ausschmückungen, 10 ) dagegen glaube ich die Stammtafel in IL, wennauch nicht ihre Ausschmückungen, festhalten zu dürfen.") Butkens macht sie noch um einen Godfrid älter, der inder Covorder Schlacht erschlagen und von seinem Sohne gerächt sein soll.
') Ich werde darüber den, schon theilweise S 274, 275 in den Stammtafeln geführten Nachweis in dem ersten Bande derGeschichte dieser Fürsten ergänzen. — 2 ) Können doch selbst die Könige von Preussen ihren Anschluss an Hohenzollern (im 12. Jahrhundert)nicht urkundlich darthun. — 3 ) Ich erkläre dies nicht mit Rücksicht auf Nr. 2 des Urkundenbuchs II. S. 35, denn diese Urkunde ist, wieunten erwiesen werden soll, falsch, sondern 1. weil eine deutsche Grundherrlichkeit ursprünglich stets einen Dynasten gehabt hat und dieserim gegebenen Bezirk nur das Geschlecht Bocholtz gewesen sein kann, weil dieses sich alle Jahrhunderte hindurch im Besitze des Grund-eigenthums der ganzen Herrlichkeit befunden hat, mit der ursprünglich auch die volle Grundherrlichkeit verbunden gewesen sein mnss,2. weil Dynasten-Geschlechter, z. B. die Brempt (Fahne, Cöl. Geschlechter II. S. 19), die Stecke (Fahne, Dortm., Bd. 4 S.22), zu Zeiten, woauf Ebenbürtigkeit Gewicht gelegt wurde, aus ihm Frauen genommen haben. — ') Das was man früher die hohe und niedere Gerichtsbarkeit,Gebot und Verbot, Glockcnschlag etc. nannte. — 5 ) Nur bei diesr Annahme scheint es mir erklärlich, dass ein Geschlecht, welches mit einersn bedeutenden Grundherrliehkeit und in einer an Urkunden nicht armen Gegend, ansässig war, in dem 12. und Anfang des 13. Jahrhundertsunter seinem (spätem) Namen von Bocholtz nicht vorkommt, während doch viel weniger begüterte Geschleohter, sogar häufig, namhaft gemachtsind. Der erste Name der Bocholtz kann Hove gewesen sein, denn unter diesem Namen kommt 1277 Wilhelm als Geldrischer Dynast vor.(II. S. 35) was füglich auf Sitz in den Hove zu Lobberich bezogen werden kann. — 6 ) II. S. 33. — *) Im Arohiv des hohen Baths vomAdel Nr. 16 o. Seite 380. — 8) Jetzt in Alme verwahrt, Auszüge davon finden sich auch im Archive von Düsseldorf, Acten, das Lehn vonWaltniel betreffend. — °) In seinen Annales de la maison de Linden, vergl. IL S. 10, Anmerkung. — ,0 ) Rees zu Hausear und Remberggab es nicht (Remberg ist Rittersitz im Amte Angermund) Marde-Schciffert kamen 1222 noch nicht vor, Brantstein kennt man am Niederrheinnicht. — u ) Es liegen zwar keine Urkunden darüber vor, allein wenn man berücksichtigt, was ich IL S. 69 Anmerkung sagte, so steht fest,dass dem Aufsteller der Stammtafel bis 1459 im Haus-Archiv zu Lobberich 32 Urkunden über die Familienverhältnisse mehr vorgelegen