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1,1 (1863) Geschichte der verschiedenen Geschlechter Bocholtz unter besonderer Berücksichtigung der alten Geographie, Rechts-, Sitten- und Culturgeschichte des Niederrheins
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«. Kleidung:, Schmuck, Vergnügen, Art zu reisen.

Die Kleidung der alten Deutschen ist uns in einer Abbildung auf derTrajanssäule zu Rom erhalten, ich gebe davon nebenstehend Nachzeichnung. Auchdie Antoniussäule hat Quaden; Marcomannen, Bastarner, Männer und Frauen, unddas Vaticanische Museum in Rom sogar eine lebensgrosse Statue eines deutschenKönigs. Man bemerkt indessen in dem Anzüge des letzteren keine wesentlicheUnterscheidung vor den übrigen Männern. Ueber spätere Kleidungen wirddieses Werk noch verschiedene Beiträge Hefern, ') hier vorab einige allgemeineAndeutungen.

Der Grund-Typus des deutschen, männlichen, Kleides blieb bis zum 16.Jahrb.. (bei Reichen) Hose und ein rund geschlossener, bis zu den Knien reichenderRock mit Aermeln (unsermHemde ähnlich, ohne Kragen), darüber wurde zu gewissenZeiten ein Mantel geworfen, seit dem 13. Jahrhundert mit einer Kaputze versehen(Kogel). Sonst war die Kopfbedeckung eine Mütze in der mannichfaltigsten Gestalt,anfänglich meist spitz wie ein Zuckerhut.

mals aufgespielt ist, klopft der Schulteis drei Mal mit dem Stock und spricht: jeder, ausser den, Scheffen und ihren Knechten, hat Urlaub,d. h. mit Ausschluss der Scheffen und ihrer Knechte sollen die übrigen Personen des zweiten Tisches zu Hause gehen. Statt ihrer findensich die jungen Knechte und Mägde ein, denen der Schulteis einen Tanz aufspielen lässt, auch, sofern er will, einen Krug Bier gibt. Sogeht es drei Tage hintereinander mit dem Unterschiede, dass es Montags und Dienstags auch ein Frühstück gibt. Zu dem Ende versammelnsich die Schöffen nach der Messe auf dem Gerichtshause, wo ihnen durch den Boten und Buschhüter die Suppe, Bier soviel sie mögen, zweiQuart "Wein und jedem ein paar Micken Weck und Brod aufgetragen werden. Der Schluss des Essens wird Dienstag Abends also gemachtNachdem der Tanz beendigt und alle Gäste -weg sind, wird für die Scheffen neuerdings der Tisch gedeckt, mit Brod und drei Schüsselnbestellt: 1. eine Schüssel mit kaltem Braten, 2. mit den Köpfen der während der drei Tage geschlachteten Gänse; diese müssen gehratemmit Butter begossen (gesprengt) sein; 3. eine Schüssel mit gebratenen und in Scheiben geschnittenen Rüben, mit Saffran und Ingwer beBtreut;Daneben Wein und Bier zur Genüge. Der Schulteis klopft dreimal mit dem Stock auf den Tisch, wiederholt dieses nach einer "Weile zumersten und zweiten Male und fragt jedesmal die Scheffen, ob dem Andreasessen Genüge geschehen sei. Sind alle noch zusammen, so erkennensie sogleich darüber, wo nicht, wird das Erkenntniss bis zum nächsten Sonntage ausgesetzt. An diesem muss der Schulteis auf seinem Hofeden Scheffen, deren Frauen, dem Förster, Buschhüter und allen Kirchendienern nochmals die Kost geben, was sie aber an Wein und Bierverzehren, muss jeder "bezahlen. 40 ) II. 91. Die erste "Veranlassung, die Mahlzeiten und insbesondere die Getränke bei denselben zu ver-bessern, bot die Geistlichkeit. Um dieser, namentlich soweit sie in Clausur sass, zuweilen frohe Stunden zu bereiten, fanden sich "Vieleveranlasst, bei ihren Geschenken an die Kirche einen Theil der davon ausfallenden Renten dafür auszuwerfen, dass an ihren jährlichenGedächtnisstagen bessere Speisen, anfangs in der Regel Weissbrod und eine gewisse Quantität Wein (meistens ein Maas für den Kopf) verab-reicht werden sollten, damit man sich freue und des Geschenkgebers in Liebe erinnere. Solcher Stiftungen zum Besten der Nonnen imKloster zu Roermund enthält das Necrologium, oben S. *146166, viele. Dass man in Lobberich auch für die Weltgeistlichkeit solcheRücksichten hatte, zeigt die Urkunde von 1630 II. S. 100. Aus der Nachbarschaft lassen sich ähnliche wohlwollende Stiftungen nachweisen;so wird 1353 bei der Dotirung des Catharinen-Altars zu Kempen vom Stifter verordnet, dass jährlich an seinem Gedächtnisstage der Inhaberder Pfründe dem Pfarrer, Altaristen und Schullehrer ein reichliches Mahl mit Wein in Ueberfluss geben soll (largas unius prandii expensasabundanti et fluente vino dabit hilariter). Mooren, Thomas a Kempis.

') Insbesondere sind die Inventare, welche dem zweiten Theil dieses Werkes beigefügt werden, auch nach dieser Seite interes-sante Quellen, ich werde sie indess erst in meinen Forschungen mit andern Materialien besprechen.