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1,1 (1863) Geschichte der verschiedenen Geschlechter Bocholtz unter besonderer Berücksichtigung der alten Geographie, Rechts-, Sitten- und Culturgeschichte des Niederrheins
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Holthaus, Canonicus zu S.. Georg in Cöln, für einen katholischen Studenten aus seiner Familie, dder in Ermangelungaus Grefrath, Hinsbeck oder Lobberich.

Das Dorf Lobberich zählte im Jahre 1630 nur 44 2 ») Wohnhäuser, welche folgender Gestalt neben ein-ander lagen: in der von Süden nach Norden laufenden Strasse auf der Westseite, mit dem Rücken an das Feld desHauses Broich: 1. Doufen Haus (das Haus des Tauben), es heisst dabei, dass es unten im Dorfe liege; 2. WittlinxHaus; 3. Hannes Schmitz; 4. Gerard Jannis; 5. Jan Dorkens, der Zeit Jan Dalens der Zimmermann genannt; 6.Thonis an der Stappen H.; 7. Jan Hegges; 8. Rütger Kessels, der J / 3 von dem unter 7 genannten Hegges-Erbebesass; 9. Jan Mertens H. Um die Kirche mit dem Rücken an den Baumhof des Hauses Ingenhoven lagen: 10.Kirchofs H.; 11. Philipsen H.; 12. Maes Gut; 13. Peter Cüper des Rentmeisters zu Flasrath H.; 14. HeinrichDaerkens IL, das unmittelbar an der Kirchthür resp. am Thurme lag; 15. Heinrich Wolters des Schatzhebers H.;16. Hilger Rosentritts H. Am Gemeindeplatze: 17. Menskens Haus und die Peperstrasse ; 18.Rembolts H; 19. Kirchofs-oder Boltens H.; 20. Arnold Ebberts IL; 21. Goerdt Sassenfelds H.; 22. Paul Wolters wolinte aut der Ecke derStrasse, gegenüber 23. dem Hause zum Blauensteine und neben 24. Pawel Wolters Haus einerseits und 25. ErkenWolters andererseits. Die längste Reihe bildeten folgende also neben einander liegende Häuser: 26. Otto Wolters oderGerd Adrians H.; 27. Koxgut oder des Schmied Arndt von Wanckum H.; 28. Peter Wolters des Kiefers H.;29. Tisken op den Stein oder Tisken Guyen H., 30. Teggersgut oder Reimer Deutz, dieser Zeit genannt ReimerWolters IL; 31. Haus zur Bone; 32. Backus H. oder Dries Cremers H.: 33. MobisIIaus, Abspliss des vorigen, auchPaul Mobis genannt Schieflers H. oder Paul des Scholteis H.; 34. In der Laen oder Nolkens-Gut; 36. Paul Kox H.;36. des Küsters Lensen alias Waens IL; 37. Rangersgut erste Hälfte, bewohnt von Sander auf dem Stein; 38. Ran-gersgut, 2. Hälfte, bewohnt von Lenert Lenen, daher Lenen PL; 39. Mewes Cremers Haus; 40. das Haus Broustes;41. Fyts jetzt Schmidtergut; 42. Drakenhaus; endlich 43. der Rittersitz Ingenhoven mit 44. der Halfen-Wohnung. 30 )Nimmt man jedes Haus zu sieben Seelen an, so ergibt dieses für damals 308 Einwohner.

Bei der ersten französischen Kataster-Aufnahme von 1813 fanden sich im Dorie, inclusive des HausesIngenhoven, 113 Wohnhäuser und ein Armenhaus (Eremitage) vor; 1832 aber 140 mit 821 Einwohner.

Sämmtliche Güter des Kirchspiels waren bis zur französischen Revolution entweder freie oder Laten-Güterund letztere entweder Erbzins-, oder Leibgewinns oder Curmutsgüter. Zu den freien gehörten:

1. Die Burg Bocholtz in Nieder - Bocholtz, von der schon oben Seite 115, Nachricht und Abbildungaus der Ferne gesehen, mitgetheilt wurde. Sie war Lehn von Geldern, lag an der, unten noch öfter zu erwähnendenHeeres- oder Steinstrasse, die einen Theil der oben gedachten Carlsstrasse ausmachte. Sie wird 1398Haus 31 ) zu Bocholt", 32 )1486Haus und Hof zu Bocholt" 33 ) genannt, hatte eine, noch 1531 und 1678 bestehende Capelle, 3l ) zwei Gräbenund eine Umwallung, 35 ) war Einquartierungsfrei, 3f >) stets der Familie Bocholtz gehörig und wurden im Jahre 1432dazu gerechnet: die Mühle zu Roexfort, Ackerland, Lehne, Laten, Zinsen, Hühner, Wiesen und Weiden, 1840 mit einemCatastral-Reinertrag von'796 Thlr. 23Sgr. Es gehörten dazu der Brökerhof, neben der Burg gelegen, gross 52 Morgen 19Ruthen 20 Fuss, die neue (Windmühle) gross 11 Morgen 123 Ruthen 40 Fuss und die eigentliche Hofestaat 189 M.129 R. 10 F., worunter 26 M. 152 R. 70 F. Hochwald. Diese Hofesaat bestand im Jahre 1748 in 172 M. Landund in einer Zelmtgerechtssamen. 37 ) Die Pacht betrug 1840 100 Thlr. vom Brökerhof, 500 Thlr. von der Mühle400 Thlr. von der Hofesaat. Das Burghaus ist seit länger als 100 Jahren zerstört, es steht nur noch der Kaiserthurm ?in seinen äusseren, über fünffüssigen Mauern aus Backsteinen. Die vorstehende Abbildung gibt sie wieder, wie siesich 1646 zeigte, wenn man von dem noch stehenden schönen Thorhause (oben S. 115) in den Hof oder Vorburg trat.

20 ) Die Karte von Heutmacher hat nur 37 Häuser, scheint also nicht genau. 30 ) Obiges ist das Resultat der drei BändeLatenbücher in meinem Besitze. Zur Zurechtfindung dient die Tafel I. 31 ) Auch AVere genannt, II. S. 60. 32 ) Band IL S. 39.33 ) Ebenda 81. 34 ) Ebenda 103 Nr. 94 und vor» S. Nr. 3. 35 ) Vergleiche den Grundriss auf dem Rande der Tafel I. 36 ) Bd. II. 202.3 ') Ebenda 281.