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1,1 (1863) Geschichte der verschiedenen Geschlechter Bocholtz unter besonderer Berücksichtigung der alten Geographie, Rechts-, Sitten- und Culturgeschichte des Niederrheins
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2. Hof zu Ober-Bocholtz (mit den Cucums-Laten, wovon unten S. 291 die Rede) durch frühere Theilungder Grundherrlichkeit zum selbstständigen Hofe erhoben, dann 1545 unter die Familienglieder getheilt, zuletzt inden Theilen ganz verschwunden. 38 )

3. Der Hof der Abtei Pantaleon zu Cöln, genannt Bocholtz, in der Honschaft Bocholtz gelegen mit Stückenan der Heeresstrasse, worunter 2 Morgen neben einem Weingarten, 118 Morgen Ackerland und eine Gewalt imForste hinter Bocholtz. 39 )

4. Der Rittersitz zu Broeck neben der Pastorat, Lehn von Geldern, 40 ) von dem schon S. 173 Abbildunggegeben ist. Er war rings von Wasser umgeben, (siehe Tafel I.), hiess 1326Hof to Broke mit drei Latengütern",1398Hof zu Broicken", gehörte 1326 JohanSpede 41 ) zuWankum, 1402 Henrich Spede, 1403 Godert von Bocholtz,«)und war später Wittwensitz dieser Familie. 43 ) Zu seinen Latengütern wird gerechnet der Weggenhof im Schliebeckmit 81 Morgen, halb im Kirchspiel Grefrath, halb im Kirchspiel Hinsbeck gelegen; 44 ) er hatte 1748 45 M. Ackerland.

5. Der Hof zu Breuckel, 1398 als Lehn der Familie von Bocholtz aufgezählt, 1748 64 Morgen gross, 45 )hat jetzt 72 Ruthen 60 Fuss Haus und Hof, 1 M. 163 R. 30 F. Garten und Baumhof, 61 M. 117 R. 40 F. Acker-land, 1 M. 57 R. 60 F. Wiesen, 8 M. 78 R. Holzung. 6. Gartzhof, mit 64'/ 2 M., wohl identisch mit 5. 4 «)

7. Hof zu Heithausen, an Haus Ingenhoven grenzend. Das Hagelkreuz steht auf seinem Boden, wurde1497 von Goert v. Heithusen besessen, 47 ) und wird als ganz frei bezeichnet. 48 ) Er lässt sich jetzt nicht mehr ermitteln.

8. Ingenhoven oder Hof zu Lobbricb, oben schon S. 117 erwähnt und abgebildet. 1326Hof zu Lobbroick", 49 )1403Hof achter der Kirchen und Dienstmannslehn" genannt, 50 ) grenzte 1473 an einer Seite an die Sittard, an derandern an Goddert von Heithausen, 5 ') hatte 1500 einen Baum- und 1646 einen Gemüsegarten, 52 ) 1748 88%

Morgen Ackerland, 53 ) jetzt zählt er 160 Ruthen 70 Fuss Haus und Hof, 3 M. 62 R.40 F. Garten und Baumhof; 74 M. 159 R. 50 F. Acker, 14 M. 140 R. 60 F. Wieseund Weiden, 17 M. 35 R. 60 F. Holzung, 5 M. 129 R. 30 F. Weyer und Sumpf,1. M. 19 R. 50 F. Haide mit 418 Thlr. 14 Sgr. 7 Pf. Reinertrag. Das jetzigeBurghaus hat die Jahreszahl 1544 und nebenstehende Wappen am Eingange, bestehtaus 13 Gemächern, Saal, Capelle, Küche, Kellern und dem ehemaligen Gefängnisse.

9. Mersenhof, Lehn von Geldern. 1326 Haus zu Gripinhouele, später Haus in der Sittart genannt. 1326wurde Gerit von Endelsdorp und 1403 Sibert von Weuelkouen belehnt, von dessen Nachkommen es 1469 an die vonBocholtz kam, die es verafterlehnten. 54 ) 10. Hof zu Sassenfeld. 55 ) 11. Hof in ger Steegen. 56 ) 12.Dinkhof zuVleen. 5 ')13. Haus und Hof auf dem Wirdtgen, 1624 Abspliss von Ingenhoven und 14. Wustenhof. 58 )

Die Latengüter waren ausweise der Latenbücher und Latenrollen, 59 ) in vier Honschaften und das Heiden-feld getheilt, die übrigen lagen in den Kirchspielen Hinsbeck, Grefrath, Bosheim, Kaldenkirchen 60 ) und Süchteln wie folgt:

A. Dorper Honschaft. 6I ) Die mit

1, Bachus, Haus, Hof, Garten im Dorfe, 1 M. Acker im Kampeauf dem Sande, Zins l'/ 2 Albus, beh. 1518 Gerryt Backes undseine Frau Trinken, denen Peter von Bocholtz, der Bastart,folgte. Das Gut war schon 1472 zersplittert in 1. das ursprüng-liche Bachusgut mit Haus und Bongart zwischen Pawel Mobisund dem Gut in der Bonen, und dem Morgen Acker, Zins 2Albus; 2. Haus, Hof und Bongart zwischen vorigen und JohanDraeken des Schulteis haus; 3. Paul Mobis Haus, zwischenDries Cremer und Peter Nolkens oder Haus Laen.

2.*Op den Benden, Haus, Hof, Hofreiding mit 26 M. Acker; im16. Jahrhundert in zwei Hälften getheilt.

3. Blauensein, Haus, Hof, Hofr. im Dorfe an der Gemeinenstrasseneben Merten Kirchofs Haus und ein Sesterstatt im Benderkampe.

4.*In der Bonen, Haus, Hof, Hofr. im Dorfe zwischen Bachus jetztDries Cremersgut und Peter Wolters, Zins 4 Albus.

bezeichneten sind curmuntpflichtig.

5. In Broixken, Haus mit 2 Morgen am Weyer des Hauses Ingen-hoven, Zins 8 Morken; 1660 vom Lehnherrn erworben, abge-brochen und der Boden in Pesch verwandelt.

6. Brouctes, Haus und Hof im Dorfe, Zins 3 Albus und '/ 2 Mor-gen im Bockender Felde durch das Jaeck, Zins 1 Albus.

7. Haus und Hof an St. Claus mit Ländereien am HeinsbeckerWege; gegen 1580 beh. Gerard Backus und seiner Frau Liesgen.

8. Cremersgut, Haus und Hofr. im Dorfe, (1636 zwischen Lenert,Lenen oder Rangersgut und Broustes) mit 7 Morgen im Cremer-oamp und 2 Morgen 1 Sesterstatt, Zins 3 Albus.

9. Cuypers Haus, Hof, Hofr. zwischen Jan Maessen und HeinrichDoerkens Haus, vorwärts an der Gemeinenstrasse, hinterwärtsam Baumhofe des Hauses Ingenhoven, Zins 3 Albus.

10. Doerkens (Daerkens) Haus, Hof und Hofr., (1630 zwischen Hen-rich Wolters des Schatzhebers Erbe, der Kirchenmauer, [auch

M ) Ebenda Seite 68 und 126. 30 ) Näher beschrieben Band II. Seite 42 dieses Werkes. Die Jahreszahl 1459 muss jedochin 1449 verändert werden. «») Ebenda S. 41. 41 ) Ebenda 39 und 41. «) Ebenda 41. «) Ebenda 147. ") Ebenda 45, 144,wo die Lehnfolger. «) Ebenda 39 282. «) Ebenda 281. 4I ) Ebenda 85. 48 ) Ebenda 100, 177, Nr. 261. 4 ») Ebenda 39.»») Ebenda 44. ") Ebenda 75. ") Ebenda 85, 282. ") Ebenda 282 und obige Karte von Heutmacher. ") Bd. n. 40.") Ebenda 54, 55. m) Ebenda und S. 68. ") Ebenda S. 95, 96. M ) Ebenda 182, 184, 193, 201. ">) Die erste Latenrolle istaus dem Anfange des 14. Jahrhunderts, später sind mehr oder minder ausführliche Bücher über die einzelnen Latschaften nach den vier ver-schiedenen Honnschaften unter Berücksichtigung des Hcidenfelds und Hinsbecks durch Hermann von Bocholt und dessen Sohn Goerdt ange-fertigt, die von Arndt von Bocholtz auf dessen Sohn Goerdt weiter vererbt wurden, und aus diesen und andern Hülfsmitteln hat endlichletzterer am 16. September 1519 eine Reinschrift begonnen, welche, ein Foliobuch von 282 Blättern, Johann Arnold von Bocholtz, Domherrzu Lüttich 1697 in Leder mit messingenen Krampen einbinden Hess. Dieser Reinschrift sind auch die Verzeichnisse über die Cucumslaten,die Laten zu Ylein oder "Vleen, Heessen, Anrath, Dingstuhl Süchteln und Kaldenkirchen, so wie die summarischen Verzeichnisse der jähr-lichen Einkünfte aus allen diesen Gütern so einverleibt, wie sie oben folgen. An dieses erste schliessen sich zwei andere Bände an, in wel-chen sich die Verhandlungen und Uebertragungen der Güter bis zum Jahre 1780 fortgesetzt finden. «°) Vergleiche Seite 281 Anm. 7,auch in Münster ist Lamberts Kirchspiel und LambertsLayschaft" nicht gleich gross. 8I ) Das heisst Dorf Lobberich und seine Feld-flur, wie sie in der Karte des Heutmacher mit Nr. 2 bezeichnet ist.