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1,1 (1863) Geschichte der verschiedenen Geschlechter Bocholtz unter besonderer Berücksichtigung der alten Geographie, Rechts-, Sitten- und Culturgeschichte des Niederrheins
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dasjenige am Rhein, 12 ) ferner Thüringen, Sachsen und Friesland und Theile des Lotharschen Reichs; CarlmannBaiern, Parmonien, Kärnten, Slavonien, Böhmen und Mähren; Carl: Deutschland und einige Städte des Lotharschen Reichs.

Hiernach ist also zweifellos, dass Ripuarien östlich von den Grafschaften in den Ardennen 13 ) und Condros »)d. h. wie der dritte Theilact sagt, von der Urte his zu ihrem Einflüsse in die Maas, dann letztere abwärts bis zumGau Teisterband, dann nördlich von Teisterband und Batua 15 ) und Hamaland, 16 ) westlich von Sachsen (Westphalen) ")ferner südlich von dem bis Coblenz und den Rhein herunter reichenden Moselanien, 1 ") anlehnend an die ArdennerGrafschaften begrenzt war und so die Hetter, l9 ) welche Teisterband und Batua gegenüber lag, mit einschloss. 20 ) Soumfasste Ripuarien die Gaue: 1. Ahr- oder Bonngau, 2. Eiffelgau, 3. Zülpichgau, 4. Jülichgau, 5. Cölngau, auchGilgau und Cutzgau, 6. Neussergau mit dem Gau Nivenheim, 7. Sieggau, 8. Deutzgau, 9. Keldachgau, 10. Duisburg-oder Ruhrgau, 11. Attuariergau und 12. Mühlgau.

Von diesen ist für unsere Aufgabe der letzte der wichtigste, weil in ihm Lobberich und Bocholtz lagen.Um seine Grenzen festzustellen, lasse ich hier die Ortschaften folgen, welche urkundlich ihm und den um ihn liegen-den Gauen angehörten.

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Frisia tertiara partem. Aachen und Mastricht waren Königspfalzen mit einem besondern District, der unter dem Pallastgrafen stand; auch .inNymwegen, Xanten und Duisburg fand sich ein ähnliches Verhältniss. t2 ) Von dieser Francia rhenense spricht auch Geographus KavennarV. 24. 26. 13 ) Wo noch die drei Orte Reifferscheid (Kaltenreiferscheid bei Adenau, schon 975 genannt, bei Beyer, Ober- und Nicder-reifferscheid zwischen Adenau und Montjoie, alle ursprünglich Kiperschied d. h. Ripuariorum terminus) an die alten Verhältnisse erinnern.H ) Siehe oben S. 194. 15 ) Aus beiden entstand das spätere Geldrische Quartier Nymwegen. Thiel lag in Teisterband, Lac. I. 82, Rant- 'wyck, Aalst. Ewyck, Eiden in der Betau. Lac. I. 30. 16 ) Das spätere Geldrische Quartier Arnheim. ") Dio Grenzen gegen Sachseasind in der Anmerkung 5 am Schluss nachgewiesen, der Poeta Saxo (Acta sanetorum, 26. März S. 636), sagt: Werd en an der Ruhr liege imLanie der Franken, an der Grenze Westphalens. 18 ) Juncker Introductio ad Geographiam medi aevii S. 273 und 291, Spener, NotiffaUerm. med. ~S. "422, Eccard ad leges Ripuariorum S. 207 nehmen an, dass Ripuarien sieh über die Mosel bis zum Wormsgau erstreckt habe,sie haben Moselanien übersehen. >*) Das Land Cleve, s. folg. Anm. 20. 20 ) Diesen Einschluss bestätigt nicht allein die Nachricht in derAnmerkung 3 und der zweite Theilvertrag von 839, sondern auch jener von 838 und 870. Denn beide erwähnen Teisterband und Betaunicht mehr als Grenzländer, weil sie vollständig durch Hattuarien gedeckt sind, so dass also nur letzteres noch mit dem zu Ripuarien geblie-benen Gau Moila in Berührung steht, während vorher die Grenze von Ripuarien, als auch Hattuarien noch dazu gehörte, bis zu Teisterbant, Betauund Hamaland lief. Diese Ausdehnung Ripuariens wird auch noch dadurch bewiesen, dass das ripuarische Recht über Hattuarien hinausbis in Hamaland und Betau hinein seine Geltung hatte, denn Folker musste 855 (L. I. S. 30) seine Schenkungen von Gütern, welche inHamaland und Batuve lagen, nach dem ripuarischen und salischen Rechte vollziehen. Es wird gegen die Ausdehnung angeführt, dass inder Theilung von 830 (Pertz III. 359) Ribuarios, Attuarios neben einander aufgeführt seien, allein dieses beweist nichts, und am aller-wenigsten gegenüber dem Gebiete des GesetzesT^'HäsbänienSsl; in dieser Theilung ebenfalls für sich hingestellt, so wie die Ardennen etc.Attuarien war als Grenzgau wichtig, namentlich für die Beherrschung der unteren Stromverbindungen von Maas, Waal und Rhein, daherspielt er auch in allen spätem Theilungen eine besondere Rolle und musste sie, einmal so gestellt, fortspielen. In der Theilung von 838schaffte er dem Reiche Carls die Herrschaft über das ganze rechte Maasufer, während er in den folgenden Verträgen Ludwig diese Herrschaftsicherte. Die Beweisführung über die Ausdehnung Ripuariens wird durch den Nachweis derjenigen Ortschaften unterstützt, welche als zuihm gehörig genannt werden. Hier ein solcher aus den bisher veröffentlichten Urkunden: Aachen, Stadt, 881 PalatiumArchisolium et sedesregni Lothariensis. Pithoeus Ann. Wippo: Vita Conradi Salici. Es gehörte noch 887 zur cölnischen Diöce c, denn damals erschien der Propstvon Aachen neben dem Abte von Cornelii Münster auf der cölnischen Synode, Concil. German. II. S. 366, später kam es unter die DiöceseLüttich. Als zu Ripuarien gehörig wird es 881 in den Ann. Fuldenses (Pertz, Mon. I. 394) und bei Eegino (Pertz, I. 592) aufgeführt;Albiniacum s. Elvenich; Bacheini, Kirchdorf bei Cöln, 866 villa cum ecelesia St. Marie in pago riboariense, B. 111; Bonn, Stadt, 844 Comi-tatus bonnensis in pago Riboariensi. Col. ampl. I. 104, auch Leibnitz scrip. rerum br. n. 297, vergl. Kessenich, 881 Ann. Fuld. und Regino(Pertz, Mon. I. 394 und 592); Birten, im Clevischen 939, in der eontinuatio Regionis; Budica, in der Vita S. Ludgeri, bei Leibnitz*I. 97; Cöln, Stadt, Colonia Metropolis est in finibus ripuariorum, sagt Eginhard, transl. SS. Petri et Marcellini, ad annum 881891. Boll,2. Juni. Hier hatten fränkische Könige ihren Pallast. Gregor v. Tours II. 10. IV. 22. VI 24. Pipin von Landen war:in veteri Ripua-riorum regum palatio Ooloniae praefectus. Acta sanet. Antw. T. III. CXXI., später wohnte dort Pipin von Herestall und schloss daselbstseinen Frieden mitWarath. Seine Frau Plectrude stiftete das dortige Stift S. Mariac in Capitolio, vergl.Pertz 1. c; Cranheim, nach derChartevon Geldern bei Pontanus das jetzige Kervenheim, 836 villa in ducatu ribuariensi, B.72; Cornelii Münster: Inda inRipuaria, 881, Ann. Fuld. undRegino (Pertz 1. c); Detitz, Stadt: Divitia, Gregor v. T. IV. 15; Düren, Stadt, 761 Marcodurum, Appendix Fredegarii; Eluenich, 855 Albi-niacum, später Albinich, in pago ribuariensi, B. 95, 867 villa in pago Tulpiaccnse, B. 120, 123; Fischlaken, 819 Fiscala, villa in pagoruriegoo in ducatu ripuariorum, L. I. 19. 838. in pago riporum, L I. 24; Ftamersheim an der Erft, vita Ludovici. 871 empfing dort aufdem Söller (in solario), eine so grosse Masse Volkes, dass die Balken brachen, alles in den Keller fiel und der König zwei Rippen zer-brach, Ann. Saxo. (Pertz, I. c. I. 488); Gästen, 847 Capeila St. Justini in comitatu iuliacensi in pago riboariense, B. 84, 98; Harnscheid ander Ruhr, hernatscet in pago Riporum super ripam Rurae, L. I. 25; Herzogenrath in parte Ripharie, Ann. Rodenses; Hattingen, Stadt ander Ruhr, 990 und 1005 Hattenege curtis regia in pago Ripuariorum, Heinrich III. schenkt ihn dem Stift Deutz; Hrotberctinga, Hrotinga, s.Rublinghoven, Ratingen; Honespolt, Hoonspalt, 866 locus in pago ribuarinse cum curte dominicata cum terris, domibus, aedifieiis et aliismansis, B. 110, der Ort lag bei Meckenheim, Lac. Archiv IL 83; Horrem, Herohem in pago riboariensi. Mart. Coli. amp. I. 186; Inda,Kloster, jetzt Cornelii-Münster, 881 Ann. Pithoeus, vergl. Cornelia-Münster; Jülich, Stadt, 881, in finibus ribuariorum, Regino V.Prüm, Pertz.1. c, vergl. Vilip; Kessenich bei Bonn, 844, villa Castenacha in pago Riboariensi in comitatu Bonnensi. Coli. Ampi, I. 104, Barsch, Eiflia I.Cap. 77; Malmedy, Stadt mitKloster, Malmudarium 881, Pertz 1. c; Münstereifel, Stadt, 898 novum Monasterium in pago Riuuerense B. 212;Menithinna, entweder Mintard oder Menden, villa Menithinni super ripam fluminis rure L. I. 24; Neuss, 881 Nuis in finibus Ripuariorum.Regino, s. unten Vilip; Oeft, Rittersitz an der Ruhr, 818, uueldi in pago ripoariorum, L. I. 18, 838 villa uuiti ibid 22; Prüm, Stadt undAbtei in der Eifel, 881 Prumia (nicht Pronaea) Ann. Pith.; Batingen, Stadt, Hrotinga in Ripuarien, Leib. Script, br. I. 111; Beinbach, 762Reginbach villa in pago riboariensi, B.20, 943, Villa cum ecelesia in pago bonnensi ibid. 242; Beineck, Burg am Rhein, Castrum in Ripuaria.BrowerAnn. Trev.; Büblinghoven, 818 locus hrotberctinga in pago rigoariorum L.I. 18, auch in pago Niuenhem ibid; Buhr, Fluss, Frodoar-dusad annum 923 sagt: Henricus aueeps lothario obviam venit in pagum Riguariorum, super fluviumRuram; Stabelo, Stadt mitKloster, 881Stabulans, Perz, 1. c. Ann. Pith , auch in pago Eiffliae; (Süstern,~wird von Cramer de Vet. Ripuariorum Metropol irrig aufgeführt; Pipinschenkt 714 mansiole Suuestra in pago mosariorum, super fluviolo Suuestra dem h. Wilibrord für Kloster Epternach, Hondheim, hist Trev.I. 109, von Ripuarien ist in der Urkunde keine Rede); Vilip bei Godesberg, 881 Normanni seeunda ineursione Ripuariorum finibus effusiincendiis omnia devastant, Coloniam Agrippinam, Bonnam civitates cum adiacentibus castellis sc. Tulpiacum, Vilipiacum et Nuis igne com-burunt. Einige wollen für Vilipiacum: Juliacum setzen. Pertz, 1. c.; Werden, Stadt mit Kloster, 815 Uuerthina in pago ripariorum superfluuio rure, L. 1.16. 18.19.22. 24. 25. 27. 28. uuerthina in pago ruriogoa inDucatu ripuariorum ibid. S. 19; Wiel, 1138 Curtis oder Villa inpago ribuariensi, in comitatu Adelberti Comits. L. I. 217, auch 1029 in pago julichouui ibid 104; Uuistrikisheim, 836 Villa in Ducatu ribuar.B.72, 880Uuizrichesheim in pagoribuariense (Frixheimb. Neuss?) B. 122; Zülpich, 881 Tolbiacum in finibus ripuariorum, Reginos. oben Vilip.