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ersten Male 238 n. Chr. unter dem Namen Franken, das heisst zusammengetretene Freie 10 und durchstreifen von daab immer zahlreicher und häufiger, dabei stets verwüstend und plündernd nahe und ferne Gegenden. ") Zur ZeitJulians bewohnten, wie oben erzählt ist, die salischen Franken 12) einen Theil der batavischen Insel und dehnten, imVerein mit den Chamaven, ihre Herrschaft über -beide Ufer der Waal aus. ") Neben ihnen anf dem rechten Rhein-ufer aufwärts wohnten die attuarischen Franken. W) "Wenn gleich Julian beide, jene 358, diese 359 in ihrem eigeuenLande heimsuchte und ihnen Geissein, Gefangene und Beute nahm, so blieben sie doch im Besitz ihrer Länder > 6 ) undzwar scheinbar so consolidirt, dass von da ab die Geschichtsquellen von einem politisch geschlossenen Gebiete unterdem Namen Francien sprechen. 16 ) Wenn man auch hierbei noch nicht an ein vollständig einheitliches Ganze denkendarf, indem man immer noch die verschiedenen, zu dem Frankenbunde zusammengetretenen Theile jeden mit seinemeigenen Könige antrifft,") so lag doch ein Abkommen und ein fester Plan vor, wonach den salischen FrankenBelgien und die übrigen Länder im Westen, den Attuariern die Germania secunda, jetzt Rheinprovinz, also die Länderim Süden, und die Silva Carbonaria, der Kohlenwald, l8 ) d. h. die Ausläufer der Ardennen nach der Maas hin, alsdie Grenzen der beiderseitigen Eroberungen angewiesen waren. I9 )
Bei dem ganzen Unternehmen zeichnete sich unter den fränkischen Königen vor allen Clodio aus, derAnführer der Salier und unzweifelhaft von Nation ein Sigambrer. 20 ) Er hatte seinen Sitz im Lände der Tongerenzu Dispargum, 21 eroberte 445 Cambray von den Römern und dehnte sein Reich bis zur Somme aus. 22 ) Merowich,wohl nicht sein Sohn, aber sein nächster Anverwandter, 23 ) wurde sein Nachfolger 2 *) und Stifter der ersten nachweis-baren fränkischen Dynastie, welche durch Clodwig auch über alle übrigen fränkischen Reiche ihr Scepter zu er-strecken wusste.
Von den anderen fränkischen Königen waren die der Attuarier die hervorragendsten. Sie hatten sich schon zurZeit des Clodio auf das linke Rheinufer ausgedehnt. 25 ) Die Geschichtsquellen enthalten Winke, dass dieses 396 geschehen ist,
I0 ) Ueber die Ableitung des Namens ist viel gefabelt, vergl. auch Anmerkung 7. Audigier gibt im Jahre 1676 schon vierzehn verschiedeneMeinungen an, dazu sind später noch mehrere gekommen. Luden, teusch. Gesch. II. will den Namen von „Wrangen" sieb streiten (eigent-lich ringen), Philipps, Deutsch. Gesch. I. von vingan: torquere oder vrikan: persequi herleiten, Dass der Name von der Waffe „Francisca",die sie getragen, hergekommen, hat nichts mehr für sich, als die vielleicht viel richtigere Behauptung, dass die Waffe ihren Namen vondenFranken erhalten. Man darf sich über solche Künsteleien nicht wundern, haben sich doch auch die Alemannen, trotz des klaren Ausspruchesdes Quadratus (oben Anmerkung 6) von der Waffe: Haie, und durch G. Grimm, Gott. Gelehrte Anz. 1835, von Ale (d. h. ganze, rechte,tüchtige) benamsen lassen müssen. — ") 254—257 sogar in langen Raubzügen durch Gallien, Spanien bis Afrika. Hiergegen mit UnreohtLuden 1. c. II, S. 101, der überhaupt, um nur die Deutschen glorreich erscheinen zu lassen, die Quellenschriftsteller für die fränkischePeriode ebenso ungerecht behandelt, wie die für die römische. Loebell in seinem Gregor von Tours S. 434 und Andere haben dieses Ver-fahren mit seinen schlimmen Folgen zerlegt und mit Recht scharf getadelt. Ueber die grosse Volkszahl der Franken und dass der Grenz-soldat nicht Tag nicht Nacht gegen ihre Ueberfälle sicher war, siehe Libanius (lebte im 4. Jahrhundert) Oratio basilica in dessen Orationesed. Morelli, Lutetiae 1627 S. 138. Agathius Scholasticus (lebte im 6. Jahrhundert) de imp. et rebus gestis Justin, in corp. hist. Byzant.Venetiis 1729. T. II. S. 26. — ") Zosimus III. c. 6 schreibt: Das salische Volk, ein Glied des Frankenbundes (To 2a).iu>v e&vo?.(f'Qtt vxmv 'ceno'fj.01 QOf) sei vormals von den Sachsen aus der Heimath vertrieben worden und habe sich in der batavischen Insel nieder-gelassen (vergleiche folgende Anmerkung). Der Ort der Niederlassung wird später in dem Gau Salon und noch jetzt in Salland, decStadt Oldensal und dem Orte Saleck nachgewiesen. — 13 ) Am. Marc. XVII. c. 8 erzählt, dass salische Franken (Francos eos videlicet quosconsuetudo Salicos appelavit) es gewagt hätten, sich in der römischen Toxandria (siehe oben Seite 194) niederzulassen. Sie blieben dies-mal darin sitzen, (siehe oben Seite 227), früher hatten Franken Besitzungen zwischen Waal und Rhein oecupirt, sie wurden indessen vonConstantius Chlorius 292 daraus vertrieben, der sie sogar 293 in ihrem eigenen Lande überfiel und von ihnen, wie von ihren Verbündeten,den Friesen und Chamaven, viele tausend Familien in die Gallischen Städte schleppte, von wo aus sie zum Anbau der Aecker und auf dasLand vertheilt wurden. Eumen. Paneg. Const. c. 9. Annon. Paneg. Max et Const. dictus 1. 4. Aehnliches geschah durch Maximian. Eum.1. c. c. 21: sieul postea tuo Maximiniane Auguste, nuto Nerviorum et Trevirorum arva jacentia Laetus postliminio restitutus et reeeptusin legesFrancus exooluit. (Vergl. unten das Capitel über dieLaten von Lobberich). — ") Im Jahre 359 sassen die attuarischen Franken nochauf dem rechten Rheinufer, wie aus Am. Marc. XX. c. 10 hervorgeht, wo er erzählt, dass Julian sie, von Xanten über den Rhein setzend,angegriffen habe: Francorum, quod Attuarios vocant, inquietorum hominum — in limitem Germaniae seeundae — Tricesimae oppido pro-
pinquabat __ Rheno exinde transmisso. Attuarische Franken heissen sie, weil die Völkerschaft der Attuarier (siehe oben S. 201, Anm. 17)
bei ihnen die vorwiegende war. Der spätere Gau Hattarun erinnert an ihre Stammsitze. — ,5 ) Oben S. 227. — l6 ) Zuerst kommt Franciabei Eum. Paneg. const. 10 vor: Reges ipsos Franciae; später spricht Kaiser Julian, Opera, von Francia und Alemannia. Die PeutingerscheCharte und St.Hieronymus Vita St.Hilarionis sprechen von Germania nunc Francia. Am.-Marc. XXX. 3. sagt: in Francia Mellobaud bellicosusrex 375 und Gregor von Tours II. 9. omnes Franciae recessus. — n ) Im Jahre 306 kommen Ascarich und Ragaisus als fränkische Königevor, bei Eum. Paneg. Const.10 und fast gleichzeitig Genobaud, bei Mamertius Paneg. Maxim, c. 10. Im Jahre 375 lebte Mellobaud bellicosusrex Franciae. Am. Marc. XXX. 3. XXXI. 10. Genobaud, Mareomer und Sunno, welche 388 als Anführer der Franken das Cölner Gebiet ver-wüsteten, waren gleichzeitig Könige, denn wenn sie auch in der Gesch. des Sulpicius Alexander bald Duces, bald regales, bald Reguli Fran-corum genannt werden und Greg. v. Tours Bedenken trägt, in ihnen Könige zu erkennen, so wird doch dieser Zweifel gehoben, indem in Cl.ClaudianiPaneg. in primum Consul. Stilichonis die, durch Stilichos Einfluss an Stelle des Mareomer und Sunno Erwählten: Franciae regesgenannt werden. — I8 ) Noch jetzt in Kohlscheid bei Aachen kenntlich. — I<J V Sidon Apollinaris Paneg. Avito Aug. dictus: Francus Germa-num primum: Belgamque seeundum sternabat. Der Kohlenwald war auch die Grenze der spätem beiden fränkischen Königreiche Neustrienund Austrasien. Ann. Metenses Pertz Monum. Germ. I. 318. Pipinus (Anno 690) ad carbonariam sylvam pervenit, qui terminus utraqueregna diviserat. — s0 ) Denn sein Anverwandter und Nachfolger im Reiche, Clodewig, wild bei der Taufe ausdrücklich ein Sigambrer ge-nannt. Diese spielten überhaupt unter den Saliern die vornehmste Rolle; zu dem, was ich oben Seite 195 bereits von ihnen anführte, istnoch hinzuzufügen, dass in der Vita Salabergae abbatissae aus dem 7. Jahrhundert bei Bouquet Script. III. 606 von Blandinus, von derEdeldameOdila und dem König Dagobert II. gesagt wird, sie seien aus vornehmemSigambrischen Blute entsprossen. — 21 ) BeiDistheim an derDemmer ]a»en zwei alte Castelle, von denen das eine noch im Anfange des vorigen Jahrhunderts „Disburg" hiess. Bollandisten Commen-tarius ad S. Si°-ebertum regem. Dispargum kann nicht, wie Einige annehmen, Duisburg am Rhein sein. Die Stelle bei Gregor von Tourshist. franc. II. c. 9 welche hier Quelle ist, verlegt Dispargum in termino Thoringorum (was bei ihm die Tongern sind) qui Germaniae in-eolunt fines. Duisburg am Rhein hat aber me~zum Lande der Tongern gehört, liegt auch nicht an der Grenze Deutschlands und passtnicht zu den Sitzen der Salischen Franken, nicht zu den Kriegsoperationen, wie sie Clodio nach den Berichten gemacht hat. Wenn Aimoin(lebte in Perigord + 1008) sagt: Clodio exploratores a Dispargo trans Rhenum dirigit, so kann dieses heissen: Clodio habe Kundschaftervon dem jenseits des Rheines gelegenen Dispargum abgeschickt, um ee von einem andern Dispargum zu unterscheiden Wenn aber bei
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