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1,1 (1863) Geschichte der verschiedenen Geschlechter Bocholtz unter besonderer Berücksichtigung der alten Geographie, Rechts-, Sitten- und Culturgeschichte des Niederrheins
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nien, 10 ) Villen, Gärten und durch Bebauung des Ackers, womit sie der Staat für treugeleistete Dienste begnadigte. ")Die überwältigende Stärke und Widerstandsfähigkeit, welche so zusammengesetzten Heeren beiwohnen musste, wurdenoch dadurch erhöht, dass man sie, selbst im Frieden, fern von städtischem Leben in stehenden Lagern aut sichbeschränkt unterhielt, wo sie, ganz auf ihre Ausbildung angewiesen, gegen alle Unfälle geschult, von entnervendenGelüsten und weibischen Manieren nicht berührt und dem bürgerlichen Leben nicht lästig und nicht gefährlich, 12 ) zueinem compacten Ganzen zusammenwuchsen, allen Feinden überlegen nicht durch die Masse, 13 ) sondern durch dieTüchtigkeit '*)

Das Alles musste den Deutschen imponiren, zumal wenn sie sahen, wie Tacitus erzählt, dass, wenn auchganze Heereshaufen durch widriges Geschick vernichtet wurden, doch sofort neue, voll desselben eisernen Muthes, anihrer Stelle standen, und es mussten ihnen auch die inneren Gründe klar werden, da Rom ihnen den Blick in seineinnern Angelegenheiten nicht schloss, sie vielmehr zu den höchsten Stellen bei Militär und Verwaltung zuliess. l3 ) DasResultat war die Zusammenschaarung als Alemannen, Franken und Sachsen.

war Grundsatz, -was man zum Kriege brauchte, im Lager zu verfertigen. Auf dem Marsche musste der Soldat alle seine Waffen, Lebensmittelfür 14 Tage sammt Kochgeschirr etc., zusammen 60 Pfund, tragen (siehe Abbildung auf der Trajanssäule) dabei Wege und Brücken bauen,jeden Abend das Lager befestigen, Brennholz, Proviant, Balken, Bretter herbeischaffen helfen, überhaupt sich jeder Arbeit unterziehen (vergl.vorige Note und M. Simondie ältesten Nachrichten von den Bewohnern des linken Rheinufers, 1828. 10 ) Plutarch erzählt von Marius,dass er 102 v. Chr. durch seine Soldaten unter Anderen einen Canal zur Verbindung der Rhone mit dem Meere habe graben lassen; Drusus,wie oben erzählt, beschäftigte die Krieger mit dem Issel-Canal (Seite 201) und der Verbesserung des Rheinbetts (S. 231), Oorbulo, 47 n.Chr. mit einem 23 Meilen langen Canal zwischen Maas und Rhein, um das Land gegen Ueberfiuthung zu schützen (Tac. XI. 20.) und Pau-linus Pompejus (59 n. Ch.), um die Dammanlagen des Drusus am Rheine zu vollenden (Tac. Ann. XIII. 53), während gleichzeitig Vetus sichanschickte, Rhone und Rhein durch einen Canal zwischen Mosel und Saone zu verbinden. Posthumus, 260269 erbaute mit ihnen 7 Jahrehindurch Städte in Deutschland, Trebellius Pollio in Lolliano, S. 186. Im Jahre 358 n. Ch. erbauten römische Soldaten drei Castelle ander Maas und im Jahre 359, unterstützt von den Hülfstruppen, die aus Liebe zum Feldherrn freiwillig mithalfen, in einem Jahre 7 neueStädte am Rhein, versahen sie mit Mauern und Magazingebäuden und unternahmen gleichzeitig einen siegreichen Feldzug gegen die Ale-mannen (Amm. Mar. XVII. 9. XVIII. 2). Im Jahre 369 liess Kaiser Valentinian durch sie den Rhein von der Schweiz bis zur Mündungmit Schutzdämmen gegen das Wasser versehen und sowohl das linke, als auch hier und da das rechte Ufer mit Thürmen und Castellendecken, nicht minder den Neckar zur Gründung eines festen Platzes daselbst mit grosser Gefahr umleiten (Amm. Marc. XXVIII. 2.) Probus,der hoffte die Soldaten einst ganz entbehren zu können, benutzte sie nicht nur zur Sicherung der Reichsgränze die oben erwähnte Mauerzu bauen, sondern auch um in Ulirien Felder umzugraben, Weinberge 'anzulegen und Sümpfe auszutrocknen. Letzteres wurde Ursache seinesTodes (Vob.), ja Curtius Rufus liess durch sie im Nassauischen Silbergruben aufschliessen und Stollen bauen (Tac. Ann. XL 20), Constantin,als er Christ geworden, durch sie in unlöblichem Eifer die Tempel niederreissen, Eusebius vita Const. III. 55 seq. Socrates hist. eocl. I. 3.Es ist zweifellos, dass die römischen Soldaten auch alle, oben aufgeführte Heeresstrassen gebaut haben. Aehnliches leisteten in diesem Jahr-hundert die Franzosen in Afrika und im Krimkriege, die Schweden bei dem Götha-Canal. Oberst Courbiere hat eine nützliche Schrift ge-schrieben, auch das preussische Heer zu verwerthen. ]1 ) Die Soldaten erhielten seit dem Bürgerkriege für langjährige brave Dienste Acker-stücke, und zwar in Deutschland, im rheinischen Zehntlande, zur Colonisirung angewiesen, mit der Pflicht zur Grenzhut, ähnlich wie bei derösterreichischen Militärgrenze. Lamp. inAlex.Sev. 15.58. Vop.Prob. 16. L. I. Cod. Theod. VH 15. L. 3. Cod. XL 59. Fr. 11. pr.Dig. XXI. 2.de evictionibus et dupl. stip. Simon von Leuwen in seinem Corpus juris findet darin den Ursprung der Lehne. Gewiss ist, dass die meistendieser Niederlassungen später von den Deutschen occupirt und vornehmlich die Castelle, Wartthürme und Villen in Dynasten und Rittersitzeverwandelt sind. Vergl. Stalin, Würtemb. Gesell. ,2 ) Hierüber hat schon Zosimus lib. IL c. 34 sehr richtige Bemerkungen, indem ererzählt, dass Constantin der Grosse die Soldaten aus dem Lager herausgezogen und die innern Städtemit der Pest des Kriegs Volkes" heim-gesucht habe. ") Das römische Reich, dass grösste aller kriegerischen Staaten, hatte unter Tiberius (siehe Franz Graf von Champagnydie Caesaren Bd. 3 S. 329 u. s. w.), im Ganzen nur gegen 320,000 Mann, unter Nero 396,000 Mann und unter Marcus Aurelius 500,000Mann, und damit wusste es alle die Reiche zu beherrschen, welche jetzt zu Frankreich, Spanien, Portugal, Nord-Africa, Türkei, Italien,Holland, Belgien, der Schweiz, dem grössten Theile Oesterreichs und dem westlichen Deutschland gehören, von denen jetzt einige allein obigeZahl überbieten und das ganze römische Staatsbudget erreichte kaum 100,000,000 Th., während jetzt der Preussische Staat schon ein grössereshat. Damals wagte aber auch keiner ohne Schild aus der Schlacht zu kommen, während man heut zu Tage bei der Flucht die Wege mitArmaturen bedeckt findet, damals sah man bei Bewaffnung nur auf Zweckmässigkeit und Dauer, jetzt mehr auf Flitter und Mode, die täglichwechselt. Damals kannten die Gesetze auch Soldaten-Ersparnisse (peculium), jetzt Schuldenmacher-Privilegien. Es sollen damit nicht Ausnahme-zustände in Schutz genommen sein, wie sie Sallust Cat. 37 besclireibt. M ) Napoleon sagte, 50,000 Mann sind noch lange nicht 50,000Soldaten. Dieser weise Spruch scheint manchen Staaten ganz unbekannt. 15 ) Vergl. Seite 231, die dort aufgeführten lassen sich nochdurch Mellobaud, Bauto, Rurich unter Maxentius, Argobast unter Gratian vermehren.