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1,1 (1863) Geschichte der verschiedenen Geschlechter Bocholtz unter besonderer Berücksichtigung der alten Geographie, Rechts-, Sitten- und Culturgeschichte des Niederrheins
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26. Von Neuss nach Xauten. Die Spuren davon finden sich zu Neusserfurth, Meer, Strümp und weiter in derRichtung nach Uerdingen. Bei Gelb (Gelduba), das gegen 10 Minuten rechts liegen bleibt, kommt auch eineSeitenstrasse zum Vorschein, die, wie die Hauptstrasse, aus einem Steinpflaster besteht, das 1 bis 2 Fuss unterder Oberfläche liegt, im rechten Winkel von der Hauptstrasse abgeht und in das Dorf Gelb mitten hinein läuft.Vor und bei Uerdingen ist im 14. Jahrhundert die Hauptstrasse mit sammt dem alten Uerdingen durch denRhein weggerissen. Unterhalb Uerdingen treten ihre Spuren wieder auf; darnach lag sie bis Trompet genauan der Stelle der jetzigen Chaussee, wie beim Bau der letzteren durch Aufgrabungen nachgewiesen ist. Dasssie auch weiterhin in gerader Linie auf Kaldenhausen lief, das Burgfeld vor Asberg westlich berührte, durchAsbeck selbst nach Bornheim ging, also genau die jetzt sogenannte alte Landstrasse, im VolkeHochstrasse" ')genannt, innehielt, ist ebenfalls an mehreren Stellen durch Ausgrabungen nachgewiesen, so bei Kaldenhausen undAsberg, wo das römische Strassenpflaster 2 bis 3 Fuss unter der Landstrasse gefunden wurde; nicht minder aberauch legt die Volkssage dafür Zeugniss, indem sie diese Strasse noch jetzt als Römerstrasse bezeichnet. Von Born-heim, wo noch vor ungefähr 40 Jahren die Reste eines römischen Wartthurmes standen, und auch eine Seiten-strasse auf Meurs aufgedeckt worden ist, bis Stromeurs, wo % Stunde südlich römische Gräber gefunden sind,hielt die Römerstrasse genau wieder die Richtung der jetzigen Chaussee, wie ebenfalls bei deren Anlage fest-gestellt worden ist, so wie sie denn auch weiterhin bis Birten grösstentheils von letzterer überbaut wurde. VorBirten theilte sie sich in zwei Arme, der eine lief direct durch das Thal nach Xanten, der andere gelangte erstdahin, nachdem er die Höhe des Fürstenbergs (das eigentliche Vetera) überstiegen hatte.

27. Von Xanten nach Cleve. Zwischen diesen beiden Orten ist die alte Römerstrasse auf das Entschiedenste durchden Befund nachgewiesen. Von Xanten bis Marienbaum lief sie genau der Richtung der jetzigen Chausseenach, wie bei deren Bau durch das aufgefundene römische Steinpflaster ausser Zweifel gestellt ist. Bei Kehrumtheilte sie sich in zwei Arme, der eine, westliche, lief nach einer kleinen Biegung, um die Höhen zu ersteigen,von dort über den Bergrücken nach Monreberg und weiter in gerader Richtung, links an Calcar und rechtsan Bedburg vorbei, auf Cleve los, wobei er einen Seitenarm auf Qualburg abgab. Dieser ganze Tractus derStrasse besteht noch jetzt unter dem Namendie alte Land- oder Poststrasse", und lassen^sich die römischenPflaster darauf noch nachweisen. Der andere Arm lief östlich von Kehrum in der Richtung der jetzigenChaussee, wie beim Baue derselben nachgewiesen ist, folgte ihr längs des Fusses des Montrebergs über Born(Burginatio) bis auf halbem Wege zwischen dort und Calcar, wo er links, nach Norden abbog, um sich unter-halb Alt-Calcar mit dem ersten Arme wieder zu verbinden. Längs dieser ganzen Strasse, namentlich zu Montre-berg, Born, Moyland, Bedburg sind viele römische Denkmäler gefunden worden, auch zwischen Alt-Calcar undBedburg ein römischer Meilenstein.

28. Von Xanten geht ein Heerweg, Grünstrasse genannt, auf Sonsbeck und weiter nach und durch Capellen an dieNiers, wo man siedie Hochstrasse" nennt, dann südlich an Geldern vorbei, auf Diesdonck, durch Pont, 2 ) Stralen,

q) q zum Kloster Sand (Sablones), weiter über Heringen, Leuth, Kaldenkirchen, Schwalmen, nach Melick (Mede-riacum) und Tüddern (Tuderum). Diese Strasse ist an vielen Stellen noch als römische in ihren Fundamentennachzuweisen. Namentlich von Xanten nach Sonsbeck, von Capellen nach Geldern und Diesdonk, von Stralenbis unterhalb Sand, und am rechten Maasufer, gegenüber Kessel, bis nach Tüdderen, wo sie überall gegen einehalbe Stunde von der Maas bleibt, weiter von Tüdderen auf Valkenburg. Auch sind längs dieser Strasse anvielen Stellen römische Denkmale gefunden. 3 ) Diese Strasse hatte, nach den vorhandenen Spuren zwei Ab-zweigungen, wovon man die eine von Capellen nach Winnendonck, die andere von Pont*) nach Arscen undweiter über die Maas noch jetzt in ihren Spuren verfolgen kann. (Vergleiche B. Nr. 20.)

29. Von Nymwegen nach Tongern. Die Spuren finden sich von dem Valkhofe (Hartsteegpoort) über Ubbergen bisHoledorn (siehe Nummer 31) bei Grosbeck, Cuick, Boxmer, Blerik, dann von Haien nach Hörn und Beegden.

30. Von Cleve nach Millingen und von hier entweder direct nach Holland oder links nach Nymwegen. DieseStrasse ist die Fortsetzung der Strasse von Xanten, welche sich bei Cleve in zwei Arme theilt. Der eine läuftüber Ryndern nach Millingen, wo noch kürzlich ein römischer Meilenstein gefunden ist und setzt hier, wo wiederzwei Arme sich finden, mit einem Arme über die Waal, während der andere auf dem linken Ufer bleibt undnach Nymwegen läuft, indem er der Richtung des Dammes folgt, den Drusus längs Rhein und Waal zur Ab-haltung der Ueberschwemmungen ziehen Hess.

31. Von Cleve direct auf Nymwegen. Der zweite Arm bei Cleve lässt die jetzige Landstrasse und die Orte Dons-brüggen und Nüttern rechts liegen, theilt sich zwischen diesem Orte und Cranenburg in zwei Arme, von denen

) Sie verdient diesen Namen an obiger Stelle im eigentlichsten Sinne; bei Trompett, und weiter, erhebt sie sich in einer sehransehnlichen Höhe über das Feld.

2 ) Entweder Geldern, oder wahrscheinlicher Pont ist das römische Mediolanum; für letzteres sprechen nicht sowohl die vielengefundenen Alterthümer, als dass es der Haupthof des Landes war.

3 ) Guillon im Konst en Letterbode 1842. Nr. 25 und 26.

4 ) Auch findet sich eine Strasse bei Pont, die von Niel über Lüttingen nach Twisteden geht, wo sie in die oben beschriebeneCarlsstrasse läuft; sie ist wohl eine Fortsetzung der Römerstrasse von Altenkerk auf Nieukerk, Winternam, Barsdonk, Bellinghofen, derenSpuren noch sichtbar sind.