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1,1 (1863) Geschichte der verschiedenen Geschlechter Bocholtz unter besonderer Berücksichtigung der alten Geographie, Rechts-, Sitten- und Culturgeschichte des Niederrheins
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14. Von Zülpich nach Gemünd, vielleicht mit Anschluss an die Strasse von Reims nach Cöln.

15. Von Aachen nach Tongern und Nymwegen, in den Annalen der Abtei Klosterrath via lapidea genannt. Sieläuft zum Pontthor hinaus über Vetschau und Steinstrass, durchschneidet die Strasse von Cöln nach Coriovallum undTongern, erreicht Dorf Heerlen und jenseits der Anhöhe die Strasse von Neuss nach Coriovallum, welche siebei dem Gute Heerweg durchschneidet, geht dann weiter über die Heerler Heide nach Gängelt, Schinveld,und weiter nach Tüdderen. Sie ist in der Gegend von Gangelt als Buben weg bekannt, ein breiter Sand weg,zu beiden Seiten mit wallartigen Aufwürfen versehen, war bis vor 30 Jahren, ehe die Chaussee über Her-zogenrath gebaut wurde, der gewöhnliche Fahrweg zwischen Aachen und Mastricht und heisst auf der Streckevon Aachen nach Heerlen im Munde des Volkes noch jetzt Carrenstrasse.)

16. Von Cöln nach Trier über Zülpich aus dem Weyerthore und über Billig. Siehe vorher Nr. 5. u. 6.

17. Von Cöln nach Reims. Sie läuft auf Pier an der Roer, überschreitet dort den Fluss, nimmt weiter ihre Rich-tung auf Lamersdorf, Weisweiler, Eschwciler, Eilendorf und Aachen, nachdem sie vorher eine Seitenstrassenach Gressenich und Stolberg abgegeben hat, welche letztere weiter nach Brenich und Cornelimünster undwahrscheinlich auf die Strasse zwischen Trier, Prüm und Malmedy führte.

18. Von Cöln nach Tongern zum Hahnenthore heraus (vergl. B. Nr. 1420), über Bergheim, Jülich, Herzogen-rath, Kirchrath, weiter über die Höhe zwischen Voerendal, das rechts bleibt, und Simpclveld und Eys, welchelinks bleiben, durch die Weiler Uebachsberg und Ransdaal auf Klemmen los, dem Coriovallum nahe gelegenhaben muss, und von dort ein Arm nach Tongern, der andere nach Tüddern. Dieser Heerweg heisst da, woer die Strasse von Aachen nach Heerlen (oben Nr. 15) durchschneidet, bei dem Hause zu den drei Vögeln,noch jetzt der Römerweg. Mehr nach Tongern hin hat man stellenweise sein Steinpflaster, und ihm zur Seiteliegende Wartthürme aufgegraben.

19. Von Cöln aus der Gereonspforte in der Richtung nach Roermünd, über Bockelmünd, Polheim, Stommeln,Caster und Erkelenz. Diese Strasse ist an mehreren Stellen als Steinstrasse aufgedeckt worden.

20. Von Cöln nach Tüdderen (vergl. B. 20), bis Coriovallum wie Nr. 18, von letzterem Orte nach dein WeilerAlbeck, weiter zwischen dem Dorfe Schimmert und dem Dorfe Hüllsberg hindurch, von dem ersteres links,letzteres rechts bleibt, über die Höhe nach Milien und Tüddern. Diese Strasse heisst bei Tüddern und Miliennoch jetzt die Heerstrasse.

21. Von Cöln nach Mainz über Hersei, Bonn, Remagen, Sintzig, Breisig, Fornich, Brohl, Andernach, Coblenz,Boppard, Oberwesel, Bingen. Sie ist an vielen Stellen aufgefunden, liegt in Cöln 67 Fuss, in Andernach(beim Brunnengraben) 10 Fuss, in Oberwesel 67 Fuss unter der Oberfläche (vergl. B. Nr. 2327).

22. Von Cöln nach Grimlinghausen, Neuss und weiter nach Xanten und den Niederlanden. Auf dieser Strassesind mehrfach Aufgrabungen bei Dormagen, Grimlinghausen und Neuss gemacht. Namentlich hat mansie oberhalb und unterhalb Grimlinghausen, östlich von der jetzigen Chaussee, zwei bis vier Fuss unter derOberfläche an vielen Stellen aufgefunden. (Das Weitere unter Nr. 24 bis 26.)

23. Von Cöln nach Dorsten, seit dem Mittelalter bis jetzt die Cölner Landstrasse genannt. Sie läuft über Richrath,Hilden, Stahlenhaus, Grüten, welches rechts bleibt, Milrath, Schölersheide, abwärts nach Schwanenberg, Cum-berg, links von Wülfrath und dann steigend auf Tönisheide, Velbert. Sie hatte früher (und jetzt noch aneinigen Stellen) 120 Fuss Breite und zwei Gräben. Im siebenjährigen Kriege wurde sie noch von den fran-zösischen Truppen als die eigentliche Heeresstrasse benutzt.

24. Von Grimlinghausen nach Jülich. Die Spuren dieser Römei-strasse sind an verschiedenen Orten noch sichtbar.Zunächst bei Grimlinghausen auf dessen Nordseite, an dem linken Erftufer, in den Getreidefeldern, die sie aneinigen Stellen überragt, an anderen dürre und weniger fruchtbar macht. An ihren Seiten hat Jäger vielerömische Gräber gefunden und ausgraben lassen. In dem Archive des Schlosses Dyck finde ich eine gericht-liche Vermessung derselben aus dem Jahre 1600. Sie heisst darin:Strasse aus Westphalen durch das bergischeLand auf Düsseldorf und weiter in das jülicher Land" und läuft darnach zwischen den berühmten alten Dy-

- nastensitzen; Hoisten (Hochstaden), Neuenkirchen (links), Heipenstein und Hülchrath (rechts) hindurch und inden Dynastensitz Caster hinein, weiter wahrscheinlich über Rödmgen nach Jülich. Bei Alrath durchschneidetsie die Strasse von Cöln über Stommeln, Grevenbroich nach Fürth.

25. Von Neuss nach Coriovallum. Ihre Spuren finden sich in den Aeckern von Baasweiler und Beggendort sowiezwischen Uebach und Merkstein, wo sie in langen Zügen durch die Dürre und Verkümmerung der Frucht sichkenntlich macht, auch stellemveise aufgegraben ist. Bei Schloss Rimburg überschreitet sie die Wurm, läuftweiter durch Grünstrasse, Lichtenberg, die Heerler Heide über den Ravelsberg, 2 ) durchschneidet den jenseitigenKessel, indem sie Voerendaal und Hoensbroeck zur Seite lässt und klimmt weiter nach Retersbeck hinauf, vonwo aus Coriovallum nicht fern gelegen haben kann.

') Von einer andern Strasse nach Nymwegen, die Carlsstrasse über Jülich etc. habe ich oben S. 110 gesprochen.

2 ) Auf dieser Anhöhe stand das, jetzt ganz verschwundene Schloss Renneberg, im 17. Jahrh. dem Grafen Lalaing gehörig.

Fahne, Bocholtz I. 57