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1,1 (1863) Geschichte der verschiedenen Geschlechter Bocholtz unter besonderer Berücksichtigung der alten Geographie, Rechts-, Sitten- und Culturgeschichte des Niederrheins
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lag, war mehr oder weniger sumpfig und bildete bei hohem Wasserstande einen See. 2 ) Dadurch, dass Drusus denDamm von Clcve über Millingen nach Nymwegen zog und zugleich auf dem entgegengesetzten Ufer innerhalb derßatavischen Insel (Betau) einen Gegendamm legte, macbte er nicht allein Tausende von Morgen in der DüfFelt undBetau zu nutzbarem Lande, sondern auch die Heeresstrasse nach Holland und die Niederlassungen 3 ) zu Rin-dern, Millingen und so weiter möglich. *) Nur für das rechte, deutsche Rheinufer war die Anlage insofern bedenklich,als dort in Feindesland kein Gegendamm zu Stande kam, der Rhein also dorthin austreten und sein Bett ändern konnte. s )Von anderen Dammanlagen der Römer ist oben schon die Rede gewesen, wegen der bei Düsseldorf seheman das folgende Ortsvcrzeichniss Nr. 8.

7. Römische Strassen.

Ein zweites nicht minder wichtiges Ergebniss der Römerherrschaft sind ihre Strassenanlagen, von deneneinige vor vierzig Jahren noch als ein Wunderwerk angesehen wurden. Hier diejenigen unserer Gegend, welcheunbezweifelbar römisch sind.

A. Römische Militairstrasscn, welche sich an ihren vorhandenen Uckrrcstcn noch jetzt nachweisen lassen.

1. Von Metz nach Trier auf dem rechten Ufer der Mosel. Ihre Spuren finden sich noch zu Ritzingen (Ricciacum),Merzkirchen, Tawern, weiter über die Brücke bei Conz, ebenfalls ein Römerwerk. ') Auf der Höhe von Ritzingenbei der Helenencapelle geht eine Seitenstrasse ab nach Palzem und Dalheim (vergleiche unten B. Nr. 8.).

2. Von Metz nach Trier auf dem linken Moselufer über Dalheim, Wasserbillig und Igel (vergl. B. Nr. 9.).

3. Von Metz nach Trier über Heerappcl bei Forbach, nach dem Varuswald und Schauenberg.

4. Von Rheims nach Trier über Arlon, Niederanwen, dann weiter über Dalheim,. wie vorher Nr. 3. (vergl. B. Nr. 1.)

5. Von Trier nach Cöln durch die Eifel, über das Königsfeld, durch Dottel, am westlichen Abhänge des Bleibergslängs der Eickser Mühle uach Zülpich, Lechcnich, Liblar. Zwischen Zülpich und Liblar ist die Strasse in ihrerschnurgeraden Richtung vollständig erhalten, (vergl. unten 12 und B. Nr. 10 und 11.)

6. Von Trier nach Cöln, durch die Eifel, über Marmagcn (eine andere über Weier, Wachendorf), Billig, Strass-feld, Metternich (vergl. B. Nr. 10). Neben dieser läuft eine, noch jetzt theilweise erhaltene, römische Wasser-leitung, einen Canal bildend von 1 Quadratfuss im Lichten, aus Backsteinen mit Trass gemauert, wie ich ihnvor 35 Jahren an verschiedenen Stellen selbst vorgefunden habe.

7. Von Trier nach Coblenz, über Fohren, Esch, Olkenbach, Hontheim, Driesch, Maien, Andernach.

8. Von Trier nach Bingen, über Pellingen, Wadern, Noswendel, Refersheim, Meddersheim, über die Nahe nachSobemheim und weiter längs des Flusses bis Bingen.

9. Von Trier nach Bingen, zuerst in zwei Armen, der eine über die Büdlicher Brücke, Grafendrohn zum Heiden-pütz, der andere ebenfalls zum Heidenpütz über Neumagen und von da mit dem ersten Arme vereint über denHundsrück durch Simmem, Soonwald, Dörrenbach, Guldenfels (Stromberg) nach Bingen.

10. Von Trier an den Rhein bei Niederheimbach, zuerst wie bei Nr. 9 bis vor Simmern, wo sich dieser Arm linksab über Rhein- und Oberdiebach nach Niederheimbach hinzieht.

11. Von Zülpich nach Neuss über Gladbach, Luxheim neben Blatzheim vorbei, Paffendorf, Caster. An vielen Stellennoch jetzt die Heerstrasse genannt,

12. Von Zülpich nach Cöln in schnurgerader Richtung über Liblar, Herrnmülheim auf das Weyerthor von Cöln.

13. Von Zülpich nach Düren.

Ann. XIII. 53. vergl. Spaen. Inleding III. 14. 2 ) Siehe die vorige Anmerkung. Audi sind für das Gesagte beweisend: die alten Fluss-bette, der zum Theil noch erhaltene Damm, über -welchen die Römerstrasse von Cleve nach Ryndern und Millingen lief, sowie Urkundendes Mittelalters bei Bondam, Charterboek I. 2. von Spaen jnleding tot de Hist. v. Gelderland I. 15. Smetius, Chronyck van de Stad derBatavieren S. 224. Nach Letzterem trennten sich Rhein und "Waal früher bei Lobith, so dass dieses von beiden Flüssen eingeschlossen war,in Folge des Canals von Pandern, im IS. Jahrhundert, blieben beide Flüsse bis Pandern und Millingen zusammen. Ob zur Zeit, als derRhein noch durch das Wyler Meer floss, das Stück von Nymwegen nach Lobith schon Waal hiess? 3 ) fränkische. Bondam a. a. O. I. 2. 6. 4 ) Selbst die letzte Rheinverbesserung durch die Anlage des Canals von Pandern kann uns einen Begriff davon geben, wie eingreifenddie Arbeiten der Römer gewesen sein müssen. Ein Bericht aus dem Jahre 1740 (etwa 30 Jahre nach Vollendung dieses Canals) sagt:DasZollhaus (ehemals ein festes Castell, wo der Reichszoll erhoben wurde, bei Lobith) stand ehemals am Rheinufer, jetzt liegt es über einehalbe Stunde davon entfernt. Der Rhein floss früher von Schenkenschanze längs Hoiberg, Hag, Groestem nach Loorvverd (und weiter nachArnheim), jetzt ist diese Strecke ganz ausgetrocknet, sie bildet einen kahlen, sandigen Strich, über den man im hohen Sommer von einernach der andern Seite gehen und fahren kann. Dagegen hat sich die Waal von öchenkenschanze ab längs Byland bis Pandern hin sehrverbreitert und der Rhein trennt sich bei Pandern mit viel mehr Kraft von der Waal, als er es vormals bei Schenkenschanze that." ZuFolge dieses Berichtes muss das Wasser also zwischen Schenkenschanze und Pandern um die ganze Tiefe, die der Fluss vorher bei Lobithhatte (lOFuss), gefallen sein. Welche enorme Einwirkuug muss diesem gegenüber die Eröffnung des Drusus-Canals, die Verlängerung derWaal, die Deichanlage etc. für Cleve und die Düffel geäussert haben! 6 ) Solche Veränderungen fanden namentlich im Mittelalter statt.Bis dahin lief der Rhein von Xanten ab mehr links als jetzt, bei den Orten Born, Till, Qualburg, Cleve mehr oder weniger nahe vorbei,wie das alte Ufer noch jetzt nachweist Spaen a. a. O.I. S. IG. 17. Dann aber bildete sich von Dornick ab bis Lobith der Stromlauf so, wiewir ihn jetzt kennen, und kamen in Folge dessen die Orte: Griethusen, Kell, Warbeyn, Huisberde, Wissel vom rechten auf das linke Uferzu liegen, wodurch sie von ihrem ursprünglichen Decanate Emmerich getrennt wurden. Ledebur, Land der Bruetrrer. Spaen a. a. O. S. 18.') Ausonii, Moseila 91. 92, Wohl verstanden, die jetzige Brücke ist nicht mehr die ursprüngliche Römerbrücke, sondern von1784 mit Ergänzungen eines Bogens von 1827.