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dass die Grenzen der Eburonen östlich sich noch weit über die Maas ausdehnten, überhaupt, dass das Eburonenvolk,dessen die altern Schriftsteller übrigens öfters gedenken, 1 ) kein kleines war. 2 ) Die Atuatucer, d. h. die Bewohnerder Hauptstadt Atuatuca und deren Umgegend (die Provinz), waren mit den Eburonen einen Stammes, 3 ) und nur insofern von ihnen unterschieden, als sie von einer Abtheilung Cimbern und Teutonen besiegt und unterjocht wordenwaren und die Sieger von da ab als besonderes Volk unter dem Namen Atuatucer auftraten. Dieses Verhältnissbestand, bis Caesar die erwähnten Sieger vollständig vernichtete, 4 ) worauf das ursprüngliche Verhältniss wiederhergestellt wurde, so dass von da ab Eburonen und Atuatucer wieder gleichbedeutend 5 ) vorkommen. Als Caesar dieEburonen ganz vertilgte, 6 ) wurde das eigentliche Eburonenland von den Ubiern und zum Theil Gugernern, dieProvinz Atuatuca von den Tongern eingenommen resp. benannt, und sind deren Grenzen in den spätem BisthümernCöln und Lüttich (Tongern) zu suchen.
O. Atuatuci, nach Caesar, Ueberbleibsel der Cimbern und Teutonen und Unterdrücker der Eburonen,')waren Nachbarn der Letzteren. Caesar vernichtete sie, indem er sie in ihrer Hauptfestung, wohin sie sich zurück-gezogen hatten, belagerte, sämmtlich gefangen nahm und 53,000 an der Zahl als Sclaven verkaufte. 8 ) Sie führtenden Namen von der Stadt Atuatuca, welche sie den von ihnen besiegten Eburonen abgenommen hatten und warenso mächtig, dass sie 29,000 Mann zu der allgemeinen Landesverteidigung zu stellen vermochten. 9 ) Nach ihrerVernichtung, welche 57 vor Christus statt hatte, wurden die Unterdrückten wieder frei und traten als solche 54—53vor Christus, bald unter dem Namen Atuatucer, bald als Eburonen, denen sie dem Stamme nach angehörten, 10 )auf. Zur Zeit des Tacitus ist ihr Name in dem Namen Tungern untergegangen, nur ihre Hauptstadt führte nochden Namen Atuatuca, jedoch mit dem Beisatze Tungrorum, fort.
P. Condrusi, Schützlinge der Trevirer, 11 ) bewohnten am rechten Ufer der Maas die Gegend, welcheim Mittelalter pagus condorstensis, jetzt Condroz heisst und worin Huy die Hauptstadt war.
Q,. Die Segni waren Nachbarn der Condrusi und wohnten zwischen den Eburonen und Treveren I2 ) inder spätem Grafschaft Chiny.
R. Caeresi werden von Caesar zu den Verbündeten der Eburonen und Condrusen gezählt. 13 ) Es istnicht unwahrscheinlich, dass sie den späteren „Carolgau," also die Gegend von Prüm und Kerpen inne hatten.
S. Ambivariti, u ) auf dem linken Ufer der Maas, Nachbarn der Eburonen und Condrusen. Die OrteAmay mit dem dabei hegenden Ambsin, an der Maas oberhalb Lüttich, sowie Ambsin, bei Hannut östlich vonLüttich, Amby 15 ) bei Mastricht haben das Andenken an sie erhalten.
T. Toxandri, zuerst von Plinius genannt. 16 ) Später bezeichnet Ammianus Marcellinus das Land zwischenScheide und Maas als Toxandria. 17 ) Ihr Gebiet fällt innerhalb der Grenzen der Menapier, so dass sie entweder alsein Untervolk, oder als die Verdränger der Letztern zu betrachten sind und kommt im Mittelalter als Gau: pagusToxandriae oder toxandrensis vor. Es war nördlich von Waal und Maas, westlich von dem Gau Stria, oder demFluss Donge, südlich von Alt-Brabant und Henegau durch die Demer geschieden, endlich östlich von dem unternMaasgau (Land Cuyck) begrenzt, 18 ) gehörte später zum Bisthum Lüttich und hiess die Campine. Das DorfTessenderloo hat den Namen des alten Volkes erhalten. 19 )
U. Ubii, wohnten zu Caesars Zeiten auf dem rechten Rheinufer 20 ) in den Rheinthälern, wahrscheinlichvon der Lahn bis zur Dühn, so dass auf der einen Seite der Rhein und die Eburonen und Trierer, auf der andern
i) Caesar IV., 6; V., 58; VI., 2; VII., 75; Tit. Liv. Epit. CVL; Orosius VI., 7, 9, 10; Strabo IV.; Florus III., 10; Dio XL.
— 2 ) Nicht entgegen ist bei, gal. V., 28, wo Caesar von ihrer civitatem humilem et igfiobilem spricht, denn das sie ein grösseres Volk alsdie Remer waren, deren König dooh potentissimus Galliae genannt wird, (II., 4,) beweisst: V., 24, wo ihnen Caesar eine Legion und fünfCohorten ins Winterquartier schickt; während die Remer, Moriner, Nervier je nur eine Legion bekommen, ferner IL, 4., wonach sie mitihren Genossen 40,000 Mann, d. h. mehr als ein Drittheil der belgischen Truppen ins Feld stellen, endlich und vornehmlich die von ihnenerhaltenen Münzen, worauf sich ihre Anführer'abgebildet finden. Mionnet, Description des Medailles, Supplement. Das civitatem humiliemmag dem römischen Staate gegenüber allerdings gerechtfertigt bleiben. — 3 ) Siehe unten Note 5. ■— 4 ) Caesar, bei. gal. II., 29—35. —5 ) Die Identität ist ganz klar bei Caesar, bei. gal. V., 56 u. 58. Er sagt: Atuatucer und Nervier hätten sich auf Seite des Indutiomargestellt. Nachdem er dann die Niederlage des Letzteren beschrieben hat, erzählt er weiter, dass diese Niederlage die Bundesgenossen: dieEburonen und Nervier zur Heimkehr veranlasst habe. Nicht entgegen steht V., 39, wo Eburonen und Atuatucer als Bewohner zweierProvinzen neben einander gestellt sind. — «) Caesar, bei. gal. VI., 34. — ') Ebenda II., 29; V., 24, 27,38, 56; VI., 33; Dio III., 34; OrosiusVI., 7, 9. — 8 ) Ebenda IL, 32. — ») Ebenda IL, 4; es war dieses fast der fünfte Theil des Ganzen. — i°) Ebenda V., 38, 56; VI., 33,erscheinen sie als Besiegte der Römer. (Vergl. oben Eburonen.) Die Atuatucer, welche Caesar im zweiten Buche aufführt, sind dem Stammenach von den Atuatucern in "den folgenden Büchern verschieden. — n ) Ebenda IL, 4; IV., 6; VI,, 32. — ' 2 ) Ebenda VI., 32, —13 J Ebenda II., 4; Orosius VI., 7. — ") Ebenda IV., 9; VII., 90. Man unterscheidet auch Ambivariti in IV., 9, von den Ambivareti VII.,90, und verlegt die Letzteren in die Gegend von Vivarais, so Oudendorp , in seiner Ausgabe des Caesar. — ,5 J Amby kommt schon 1190als Ortschaft bei Ernst, Hist. de Limbourg, vor. — ™) Plinius, hist. nat. IV., 8, 17. — ") XVII., 8; Ptolomaeus II., 9. — ie ) Mr. L. Ph.C. van den Bergh, Handboek der Middel-Nederlansche Geographie, Leiden 1852, 8°., S. 213 -218. — u ) Der Name Toxandri wird verschiedenabgeleitet und meistens in der Beschaffenheit des Landstriches gesucht, den die Toxandri bewohnten. Bilderdyck, Geschiednis des Vad.,findet die Wurzel in „Tassen sand," d. h. sandigen Hügeln, Duinen, mit denen das Land bedeckt sei; Ackersdyck, Niederl. Letterk. teLeiden, V, in den Taxusbaum, weil dieser dort in Massen vorhanden gewesen, wobei ihm die Stelle bei Caesar, bei. gal. IV., 32: Taximagna in Gallia Germaniaque copia zu Gute kommt; Alting, Not. Bat. et Fris. ant, S. 121, in Catszanden, d, h. Sandland, worauf einekattische Bevölkerung wohnte. Einige endlich suchen den Ursprung in den sandigen Heidestrecken, mit denen die Gegend noch jetzt bedecktist und wodurch sie früher verrufen war. Im Leben des h. Trudo, der im elften Jahrhundert wirkte, steht: In pago texandrensi Campinaest late patentibus campis solis ardore exusta et nonnullis hominum negotii usibus apta, sed solummodo'latronum scrobibus plena. Actaganct. Belg. V., 56. — ™) Caesar, bei. gal. I., 64; IV., 3, 8, 16, 19; VI., 10—29; VIL, 13; Taeitus, Ann. L, 35; Germ. 28; hist. IV., 28, 65.