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auf diesen Häusern kam den Gemeinden Waldniel und Brüggen wegen des Vornialjahrs 1624 zu Gute. Noch vordem Schlüsse des dreizigjährigen Krieges bildete sich für beide Gemeinden ein gemeinsamer reformirter Pfarrverband,der noch besteht und dessen Pfarrer in Burg waldniel wohnt, von wo aus er alle 14 Tage den Gottesdienst inBrüggen besorgt.
57—59. Wageningen, Wanlo, Wilre.
Wageningen, jetzt eine Stadt am Rhein, in der Velau gelegen, wird von Einigen für das Vada desTacitus, von Anderen mit Wagenwega für gleichbedeutend angesehen, das, in der Velau gelegen und zum Hofe Longehörig, in einer Schenkungs - Urkunde des Grafen Kotgar für den Bischof Alfricus von Utrecht vom Jahre 838vorkommt. ') Im Jahre 1125, 25. Juni, vollzog daselbst die Kaiserin Mathilde ihre Schenkung an die Kirche zuUtrecht. 2 ) Actum apud Wacheningen. Damals lag Wageningen noch nicht an jetziger Stelle, sondern einige hundertSchritte weiter westlich, auf dem angrenzenden Berge, wo noch Spuren der alten Kirche vorhanden sind. DiePfarrkirche des neuen Wageningen ist dem h. Johann Bapt. gewidmet, hatte zwei Vicarien, der h. Maria und derh. Catharina und Barbara, und gehört jetzt den Reformirten. Die Stadt, vormals stark befestigt und mit einembesonderen, alten, östlich gelegenen, jetzt verschwundenen Castelle versehen, galt als Vormauer der Betau und Velau.Sie war auch merkantilisch nicht unbedeutend und Mitglied des Hansabundes. Zu den Staaten General und derAdmiralität gestellte sie einen Abgeordneten.
Wanlo ist ein Kirchdorf mit 129 Wohnhäusern und 93 landwirtschaftlichen Gebäuden, 756 katholischenund 11 jüdischen Einwohnern, ehemals zum jülich'schen Amte Caster, Decanat Bergheim, gehörig, jetzt Sitz einesBürgermeisters und dem Kreise Grevenbroich zugetheilt. Die dortige Pfarrkirche, deren Collator der Landesherr(Herzog von Jülich) war, ist unser Lieben Frau gewidmet und war dotirt mit 66 Morgen Ackerland, einem Zehntenzu Venrath, der jährlich 18 Malter Roggen, 18 Malter Gerste, 10 Malter Weizen und 10 Malter Hafer abwarf, einerSackrente von 3 Malter Roggen und einem Blutzehnten nebst 3 Lämmern und 18 Hühnern, wogegen der Pastoreinen Stier und einen Bock zum unentgeltlichen Züchten halten musste. Sie hat zwei Altäre oder Vicarien, der h.Catharina und dem h. Nicolaus geweiht, welche beide von Pastor und Gemeinde vergeben wurden.
Zu Wanlo gehört ein Rittersitz, jetzt „Kappeishof" genannt, und mit einer Mühle versehen, bestehend auseinem Wohnhause, der gedachten Mühle, 4 landwirtschaftlichen Gebäuden und 20 Einwohnern. Wanlo, sowie dasnahe Jüchen, kommen schon im 9. Jahrhundert in Urkunden 3 ), als zum Mühlgau gehörig, vor. Von Ersterem heisstes im Jahre 861: Beneficium Sigari in Commarca Wanden, in pago Molensc, von dem Zweiten 867: in pago, quivocatur Moella, villa Jochunda. Im Jahre 1251 ist darüber zwischen dem Grafen von Jülich und dem ErzbischofeConrad von Cöln Streit, weil Ersterer es ohne Zustimmung des Letzteren, der Lehnsherr ist, gekauft hat. 1386,1. Januar, verkaufte Herzog Wilhelm von Jülich Dorf Wanlo mit dem Gerichte und den Gefällen an Gerard Herrnzu Dyck. Wanlo (Wanden) brachte 1474 Vredtswyndis von der Horst in die Familie von Bocholtz. 4 ) *■
Wilre, wovon sich Amt von Bocholtz 1529—1535 schrieb, ist ein Sitz im Kirchspiel Schwalmen. 5 )
Rentei des Schlosses zu Grevenbroich.
60—65. Rittersitze Birkt, Elergut u. Horst, Aemter Brüggen u. Grevenbroich,
Dorf Gtartzweiler.
Birkt, op der Birkt oder Berkt, ist ein Rittersitz bei Burlo, nicht weit von Venlo und wird jetzt vomFreiherrn vom Scherpenseel besessen und bewohnt. Nachrichten darüber sind mir in Aussicht gestellt und werdenan geeigneter Stelle nachfolgen.
<) B. Ueda, Historia Episooporum Ultrajectensium . Vlirajecti . 1642 fol. S. 51. — 2 ) Ebenda S. 153. — 3 j Marteue collectioamplisBima Tom I. S. 179 und 185. — *) Bd. II. S. 75. _ s) Bd. II. S 159.
Fahue, Bocholt! I. *'"