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1,1 (1863) Geschichte der verschiedenen Geschlechter Bocholtz unter besonderer Berücksichtigung der alten Geographie, Rechts-, Sitten- und Culturgeschichte des Niederrheins
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von Dietrichsteiu, mit dem sie zwar viele Kinder hatte, die aber alle früh starben, das letzte 1711 zu Nürnberg 16 Jahrealt Die Herrschaft fiel daher an den Prinzen Claude von Ligne kais. Feldmarschall, der eine Prinzess Salm, Elisa AlexandraCharlotte zur Frau hatte. Er stürzte sich in Schulden und in Folge dessen wurde die Herrschaft im Zwangswege verkauft.Sie kam an die Familie von der Lynden von Hoogvoorst, namentlich zuerst an Johann Joseph v. d. L. v. H., Malteser-Ritter t 1771, dann an dessen Bruder Joseph Franz Ignatz Alex. Graf von Hombecque t 1787 11. Dec. zu Brüssel, undzuletzt an dessen einzigen Sohn Johann v. d. L. Ihm folgte Freiherr Ludwig v. Haultepenne, der kinderlos starb J unterdiesem gingen die herrschaftlichen Rechte durch die französische Revolution verloren. Sein Allodial-Erbe wurde FreiherrAlexander v. Waelmont zu Schloss Brumagne bei Namur.

Es finden sich mehrere Abbildungen von Stadt und Burg Wachtendonck. Darnach waren beide gegen 1700 aufVauban'sche Weise befestigt. Die Stadt hatte zwei Thore: das Kempener und Venloer Thor; ausserdem eins zu der Burg,welches zugleich das einzige Thor für die letzere war.

Weitere Nachrichten werden sich unten in dem Register über die geldrischen Lehne finden.]

56. Rittersitz Mel (Burgwadniel), auch Brockerhof und Hans Bocholts genannt.

Niel, anfänglich Neiel, Nyell, war. soweit die Nachrichten zurückreichen, ein Rittersitz mit einem Flecken(Vicus). Letzterer liegt romantisch auf einer Anhöhe, mitten in einer sehr fruchtbaren Gegend und besteht aus einerkatholischen Kirche, in ihren älteren Theilen aus Tufstein und insoweit im 13. Jahrhundert erbaut und dem h. Michaelgewidmet, einer evangelischen Kirche, 200 wohlgebauten Wohnhäusern, worunter sich die neue katholiche Pastorat imgothischen Style rühmlich auszeichnet, einem Rathhause, 7 Fabriken und Mühlen, 115 landwirthschaftlichen Gebäudenim Jahre 1834 mit 1170 katholischen, 160 evangelischen und 50 jüdischen Einwohnern, gehörte früher zum herzoglichjülich'schen Amte Brüggen, und ist jetzt der Sitz einer für sich bestehenden Bürgermeisterei im RegierungsbezirkeDüsseldorf, Friedensgerichte Dülken.

Der Name Niel wurde vor einigen Jahrhunderten in Waldniel verändert, vielleicht zur Unterscheidung vonNiel im Clevischen und Cölnischen. Zur französichen Zeit schrieb man: Bourg (d. h. Flecken) Waldniel. Als dieFranzosen verjagt waren, 1815, beantragte der Bürgermeister im ersten Franzosenhasse, dass das VorwortBourg"gestrichen und der alte Name: Waldniel hergestellt werde; allein man fand das Bourg, wenn man es mit: Burgübersetze, romantischer und der Name Burgwaldniel blieb amtlich und üblich.

Der Rittersitz Niel ] ) oder Waldniel, auch Brockerhof und Haus Bocholtz' genannt, lag innerhalb derHügelkette, in einem Weyer (Donck), gegen 400 Schritte nördlich vom Flecken und nicht viel weiter vom Hause Clee.Er ist seit etwa 40 Jahren ganz abgetragen und spurlos vernichtet; seine Ländereien sind vom Bürgermeister unddem Herrn v. Roth getheilt. Er war zur Zeit des deutschen Reichs ein landtagsfähiger, jülich'scher Rittersitz und einSattellehn 2 ) des Amts Brüggen und ist, wenngleich er im Kirchspiel Amern St. Anton lag, doch stets als das Herrnhausvon Waldniel betrachtet. 3 ) Der Besitzer musste davon mit Pferd und Harnisch dienen.

Der Sitz bestand aus: 1. dem Haupthause, im Wasser auf einer Lisel gelegen, also in Weise der erstenfränkischen Befestigungen, wovon unten näher die Rede sein soll, in nachfolgender Weise verfestigt

Wasser.

Insel

worauf das Haupthaus

lag.

Wassei

i ^

Wasser.

2. dem dabei gelegenen Hofe, 3. der etwas tiefer gelegenen Hausmühle, 4. der Vossen- oder Bergermühle, 5. derLüttelforstermühle, sammt dem Gute Ingendahl und dazu gehörigem Holzgewächs, 6. aus 80 Morgen Ackerland undBaumgarten, bei den Realitäten unter 1 gelegen, 7. dem Unterlehne,das Honnerguf genannt, welches jährlich 22Denare, 2 Sester Hafer, 2 Pfund Flachs und 2 Hühner zahlte, 8. der Jagd und Fischerei, 9. Laten- und Leibgewinn,jährlichen Renten und Gefällen,*) 10. 20 Morgen Land bei Waldniel,'in verschiedenen Parzellen als Unterlehneausgethan. Davon besass Steingen (Christine) Hexeis 2'/ 2 Morgen; sie bat am 28. Januar 1708, diese mit 108 Thlr.belasten zu dürfen, weil ihre beiden Söhne, Theis und Wilhelm, in einer Schlägerei einen sicheren Michael Hostertzerschlagen hätten, deshalb zu 30 Goldgulden und in die Unkosten gebrüchtet seien und sie dieses Geld sonst, ohneihren Ruin, nicht aufbringen könne.

Band II, S. 54, 69. 2 ) Es gab im Amte Brüggen auch Klüppel-Lehne, wovon unten die Rede sein wird. 3 ) Esführte daher auch vorzugsweise den Namen: das HausGen hus''. 4 ) Sie werden unten aufgezählt werden.