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1,1 (1863) Geschichte der verschiedenen Geschlechter Bocholtz unter besonderer Berücksichtigung der alten Geographie, Rechts-, Sitten- und Culturgeschichte des Niederrheins
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ausgenommen die Geld- und Fruchtgefalle der Fuldaer Geistlichkeit und alle Mann- und Gotteslehne. Da Carl von Lüderausser einem, schon vor ihm kinderlos verstorbenen Sohne nur eine, an Reinhard von Boinehurg zu Bischhausen in Hessenverheirathele Tochter Anna hatte, so erklärte er diese zu seiner Erbin und übergab 1478 beiden Eheleuten, schon beiseineu Lebzeilen, seine Hälfte des Schlosses und Gerichts, was Abt Reinhard v. Fulda genehmigte. Die Nachkommen dieserEheleute, die Reichsfreiherren Conrad und Johann von Boinehurg und Hohenburg, Herren zu Boiueburg und Bischhausen inHessen und zu Eroldzheim in Schwaben, verkauften gedachte Hälfte 1667 an Dechanl und Capitel zu Fulda.

7. Die andere Hälfte des Gerichts und Schlosses Lüder und die Hinterburg daselbst kam, als Weudelin vonLüder, Besitzer derselben, ohne männliche Erben starb, durch seine Erbtochter 1568 an Reinhard Ludwig von Romrod.Diesem folgte Rudolph Wilhelm von Romrod, der Sohn, im Besitze. Nach dessen Tode verzichtete 1655 dessen Sohn Aloysius,der in den Jesuiten-Orden getreten war, wegen vieler Schulden auf alle väterlichen Lehne und Allodialgüter und gabinsbesondere die Hälfte von Lüder mit Zubehör dem Lehnhofe zurück. Dieser belehnte damit, als neues Lehn, 1655, 1672,1679 Caspar von Bocholtz und dessen Sohn Franz Caspar von Bocholtz unter dem Bedinge, dass sie die vom letztenBesitzer gemachten Schulden bezahlten. Mit Lüder ging auch Müss an die v. Bocholtz über; sie verkauften indessen ihre halbeHerrschaft 1684 an den Fürst-Abt von Fulda, der nun auch diesen Erwerb an das Capitel seines Stiftes übertrug, welchesso die ganze Herrschaft wieder in seinen Händen consolidirte.

Die hintere Burg zu Luder ist verschwunden, die v. Romrod, welche in Müss wohnten, Hessen sie inTrümmer fallen. Das Burghaus zu Müss indessen steht noch, wie vorstehend abgebildet. Die Hausthür, welche sichan dem Thurme befindet, hat in ihrem Aufsatze zweimal das Wappen der Romrod mit der Unterschrift: Reinhard Ludwig vonRomrod, Anna Sibilla von Romrod, geborene von Romrod; darunter, oberhalb des Thürbogens, stehen die Wappen 1 u. 2.

uon Dimav. Scfjnb oon Ceupofb. ')

Die Wappen 3 und 4 mit der Jahreszahl 1562 befanden sich vormals an dem hinteren Thore und jetzt,seit dessen Abbruche, befinden sie sich an der Scheune. Die Kellerthür hat die Zahl 1503.

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46 51. Hol, Baelen, Dessel, Lambremont, Wagnee, Richel.

Mol, Baelen und Dessel in der Campine waren Herrlichkeiten, welche vormals der Abtei Corbye in derPicardie gehörten. Sie liegen bei Turnhout, im ehemaligen Herzogthume Brabant. Später gehörten sie zum franzö-sischen Departement der beiden Nethen, Arrondissement Turnhout und war Mol an der kleinen Nethe, vier Stundenvon Turnhout, Cantonshauptort und Sitz eines Friedensrichters mit 3000 Einwohnern, welche zum grösstentheil vonTuch- und Wollfabriken lebten; Baelen, ebenfalls Dorf, hatte 2400 Einwohner, und Dessel desgleichen, 1300 Einwohner.Am 10. Nov. 1559 kauften Goddart von Bocholtz, Ritter, und Alexandrine von Wittenhorst, Eheleute, vom Grafen,Abt, Prior, Religiösen und Convent zu Corbye die Herrlichkeiten von Moll, Baien und Dessele mit aller Gerechtigkeit,Zinsen, Zehnten, Lehnen, Keuren und anderen Einkünften und Zubehör. Wagnee, auch Waugenies, ist ein Dorf beiJemappes und gehörte vormals zur Grafschaft Namur. Lambremont gibt es zwei Dörfer, eins an der altfranzösischenGrenze in dem vormaligen französischen Departement Forets, Arrondissement Neuf-Chäteau, das andere auf einem Berge,im Herzogthum Limburg, Provinz Luxemburg, später im französischen Departement Ourte, Arrondissement Malmedy,Canton Hodimont. Richel ist ein Dorf auf dem rechten Maasufer, Provinz Limburg, in der vormaligen Grafschaft Dalem,und zwar in demjenigen Theile dieser Grafschaft, der an Oesterreich fiel. Es lag zu französischer Zeit im DepartementOurte, Arrondissement Lüttich, y t Stunde von Vise.

5854. Rittersitz Tong-erlo im Lande Cuyclt, Rittersitz Vogelsank und

Hof Vowynckel bei Willich.

Unter dem Namen Tongerlo kommen verschiedene Orte in dem ehemaligen Lande der Tungerer vor.Namentlich: 1. eine Stadt mit 1400 Einwohnern und einer Abtei des Prämonstratenser - Ordens in dem ehemaligenbrabantschen Quartiere Antwerpen, Meierei Herenthals; 2. ferner ein Dorf im vormaligen Bisthume Lüttich, zweiStunden von Bree, später im französischen Departement Unter-Maas, Arrondissement Roermund. 3. Es gibt auchim Gelderlande, im Zütphen'schen Quartier, einen adligen Sitz Tongerlo, der zu der Herrlichkeit Lichtenvoordegehörte. Der Sitz Tongerlo, den die Bocholtz besassen (der gedachte sub 2), lag im Lande von Cuyck, 2 ) war miteiner Haus-Capelle versehen 3 ) und kam durch Amt-von Bocholtz 4 ) oder dessen Eltern in die Familie. NähereNachrichten aus dem Archive von Arnheim sind mir in Aussicht gestellt; ich werde sie an geeigneter Stelle nachtragen.

<) Die Sehad von Leupold haben in der Regel einen Fuchs, der im Nacken eine Schlange hat, die aus einer, um seinenHals hängenden Caputze hervorkriecht. 2) Bd. II, S. 127 dieses Werkes. ') Ebenda S. 114. 4 ) Ebenda S. 112.