Druckschrift 
1,1 (1863) Geschichte der verschiedenen Geschlechter Bocholtz unter besonderer Berücksichtigung der alten Geographie, Rechts-, Sitten- und Culturgeschichte des Niederrheins
Entstehung
Seite
176
Einzelbild herunterladen
 

176 ____

18. Godschelk und Herman, Gebrüder, Edelherren von Pyrmont, bekennen: vom Erzbiscbofe Conrad von Cölndurch dessen Marschal von Westphalen, Herrn Albert von Slörmede, die von ihren Eltern besessene Burgmaunswohnung beiPyrmont zurückerhalten zu haben, schwören Ur.pfede und dass sie ohne Genehmigung des Erzbischofs auf dem gedachtenBurgmannssitze weder Thürme noch erhöhte Bauten errichten wollen. Sie beurkunden ferner, dass sie die halbe Stadt Lüdedem Erzbishofe geschenkt, aber für 200 Mark in Pfaudschaft zurückempfangen haben. 1255, X. Cal. Aug (23. Juli) (Lacomblet.)

19. Ritter Albert, Herr zu Störmede, mit Genehmigung seiner Frau, verkauft dem Kloster ßenninghausen seineGüter zu Hemminchausen für 45 Mark. Unter den Zeugen kommt ein Ludwig als Burgmann zu Störmede vor. 1256,XVJI. Cal. Juni (16. May) Kloster Benningh. Die gerichtliche Bestätigung erfolgte in der Octava assumpt. b. M. V. (22. Aug.)

20. Friedensvertrag zwischen Erzbischof Conrad von Cöln und Bischof Simon von Paderborn, geschlossen zuEssen 1256, nono Cal. Sept. (24. Aug.) Simon verspricht unter anderm, die Burg Vilsen bei Salzkotten niederzureissenund den Albert von Störmede für seine Ansprüche zu entschädigen, worüber der Erzbischof von Cöln und die Bischöfe vonMünster und Osnabrück erkennen sollen. Unter den Bürgen, welche Simon stellt, befindet sich auch Albert von Horde(Seibertz 1. 369.)

21. Albert von Störmede und Godfrid von Meschede sind zu Cöln im erzbischöflichen Pallastc Zeugen, alsErzbischof Conrad die Schenkung von Gütern in der Villa Drevere an das Kloster Bredelar bestätigt, welche durch Helwiggenannt von Elspe, Ritter, cölnischeu Dienstmann und Burgmann zu Rüden, der die Güter vom Kloster Fröndenberg gekaufthat, unter Zustimmung seiner Frau Hildegund und, da er keine Kinder hat, seines Blutsverwandten, Godfrid genannt \onSummern und dessen Frau gemacht ist. 1257, die X. Cal. Aprilis (23. -März). (Archiv St. Patroclus in Soest.)

22. Simon Bischof von Paderborn, durch die Anfeindungen (per tyrannidem sagt der Bischof) des Ritters Albertvon Störmede und seines Anhangs in die grösste Noth gebracht, verkauft dem Kloster Hersvithusen den halben Zehnten der\ illa obern Dasburg und den dortigen obern Acker. Datum Paderhorne 1262, IV. Won. Junii (2. Juni. (Schalen Ann. II.)

23. Sühne zwischen dem Domkapitel zu Paderborn sammt dessen Dienstleuten einer Seits und Herrn Albert vonStörmede, dessen Sohn Albert und deren Verwandten und Freunden ander Seils. 1277 in vigilia assump. b. M. V. (14.Aug.) Letztere verzichten auf ihre Rechte an die Villication Ervitle, Vilsen und an die Stadt Salzkotten, auf alle Forderungen,welche sie und ihre Freunde während des Streits mit Paderborn an Gut und Blut erlitten haben; sie wollen die Befestigungenvon Burg und Flecken Störmede nicht wieder aufbauen, auch das Inleresse des Stifts Paderborn weder durch Rath nochThat gefährden. Herr Albert soll sein Leben lang sich in Paderborn, Salzkotten oder einer andern Befestigung des Stiftsaufhalten, bis ihm eine weitere Erlaubniss ertheilt wird. Er und sein Sohn sollen die Villication zu Mönnighausen für dieSumme von 400 Mark in Pfandnulzung behalien, sowie solche durch den verstorbenen Bischof Symon bestellt ist. DiePfaudschaft kann vom Stifte mit 400 Mark von denen von Störmede eingelöst werden; ,in diesem Falle bleibt dem Stiftedaran eine PLndschaft von 300 Pfand, durch deren Zahlung der Abt von Corvey die Villication wieder in seine Handzurückbringen kann. Die Sühne wurde mit einem Kusse befestigt, den Namens des Domkapitels der Dechant und Namensder Ministerialen der Ritter Conrad von Ethlen den beiden Störmedern, Vater und Sohn, ertheilte. (Seib. III. 458.)

24. Herr Albert von Störmede und sein Sohn, beide Ritter, sind zu Geseke als Zeugen anwesend, wie Agnes,Äbtissin und Rudolph, Vogt des Stifts Geseke , ihre Bestägigung zu der Schenkung des Rudolf und seiner Frau Bertradisertheilen, welche in dem Hofe (Curtis) genannt Duvelbitesgut in der Stadt Geseke besteht, die beide Eheleute zu einer Memoriefür sich und ihre Ellern Godesealc und Cunigunde und zur Stiftung zweier Prähenden hergeben. Datum Gesike 1280. (Seib 1.477.)

25. Albert von Störmede, Ritler, unter Zustimmung seines erstgeborenen Sohnes Albert, belehnt Lubbert, Bürgerzu Geseke und dessen Frau Cunegunde und deren Kinder Johan und Ghertrude mit Gütern zu Störmede, die von ihm zuLehn gehen und auf die Magorius und Nicolaus, Brüder, genannt von Weslere und deren Schwester Woldradis in seineHände verzichtet haben. 1282, quarto jdus Aprilis (10. April). (Aus dem Originale des Archivs Ahne.)

Die "Verhandlung hatte vor dem Gerichte in Geseke statt, wobei gegenwärtig waren: Godfrid genannt Searlaken, Richter, Ecbertup demMarkede (in foro) Bürgermeister (proeonsul), Johann Blesmo, Johann super pomerio. von Scattenhusen Helmich, die Bäcker (pistores)Conrad und Rötcher, von Holthusen Olrich, Fuberes Herman, von Ricwardinchusen Herman, von Cleye Lutfrid, Pavo Herman und vonDreyne Aibert, Rathsherren (consules) der Stadt Geseke. Ferner: Henrich von Sande und Lubbert Comes, Ritter, Goswin und Lubbert,Brüder, Söhne des Ritters Lubbert, Johann von Herdinchusen, Lambert in foro, Henrich Druckeberg, Mertinine Herman, BaldemarineBernard, von Stockem Rötcher, von Adenen Conrad, Johann Widekinds Sohn, Lubbert und Thetmar von Stockem, Brüder, Menko Bursa,Ricwinine Herman, von Herdinchusen die Brüder Godesealc und Dethard, von Persmenchusen Reynfrid, alle Bürger zu Geseke. Es hängenan der Urkunde, zwei Siegel: 1. das der Stadt Geseke, zu 3 / 4 erhalten, rund, hat zwei sitzende Bischöfe im Ornat, und an der noch erhal-tenen Seite einen durchbrochenen Thurm und die Umschrift: Sigillum universorum o. . seke . Es fehlt oppidanorum in Ge . 2. desAlbert v. Störmede, dreieckig, im Wappenschilde die Lippe'sche Rose. Umschrift: S. Domini Alb..

26. Ritter Albert von Störmede und sein Sohn, unter Genehmigung ihres Vasallen Godmar von Medebeke,verzichten zu Händen des Grafen von Arnsberg auf ihre Ansprüche an die Lehngüler zu Clotingen. 1282, feria quinta antefestum bt. Martini hyemalis (7. Nov.), Kloster Oel ughausen

27. Albert Herr zu Störmede, Alberl sein Sohn, mit Genehmigung von Adele, Ehefrau des Ersteren, verkaufen

für 53 Mark ihre Güter zu Wilhem dem Kloster zu Holthausen. Datum Störmede 1284, pridie Kai. Marcii (29. Feb.),

Kl. Holthausen.)

Es siegeln Vater und Sohn, der Ritter Bernard von Horde und Godbert von Deshusen; unter den Zeugen erscheint auchAlbertus von Horde, Knappe.

28. Friedrich von Horde (Cunigunde von Störmede, seine Frau) wird 1291 vom Abte Heinrich von Corveymit dem Vitus-Amte zu Möunighausen, 1299 vom Grafen Conrad von Rietberg mit dem Theile der grossen Grafschaft ander Nordseite der Lippe gelegenen (Boke, Heithus, Mancguilinchusen) und 1300 vom Giafen Ludwig von Arnsberg mit denThcilen an der Südseite der Lippe gelegenen (Freigrafschaft Bokenförde, Störmede und den Landgemeinden des GerichtsGeseke) belehnt. (Seib III. Nr. 1101, 1106, 1107).

Die Nachkommen dieses Fried, v. Horde nahmen die Störmeder Rose statt ihres Rades im Wappen, bis sie, sehr spät, auf ihrRad wieder zurückkamen.