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Sie hat im Innern drei Altäre, der eine von Karg, der andere von v. Cler, der dritte von v. Bocholtzgestiftet. Die Stiftungs-Urkunde der v. Bocholtz habe ich im zweiten Bande dieses Werkes abgedruckt. Die Stiftungdes Karg lautet:
Kund und zu wissen hiermit, demnach-weiland der Hochwürdige und Hochwohlgeborene Herr Johann FridrichFreiherr von Karg, Herr zu Bebenburg und Kirchselletten, zeit lebens gewesener Hoher Slaalsminister und Obrist KanzlerHiro Churfürstlicheu Durchlaucht 2u Collen in dem, unweit Bonn gelegenen Dorf Plittersdorf ansialt der gewesenen allen,baufälligen, eine neue ansehentliche Capel auf seine Kosten erbauen lassen, um in selbigen zum geistlichen Behuf, denen,welche Altersschwachem oder anderer Gebrechen halber in die entlegene Pfarrkirch zu Rüngsdorf zu gehen nicht vermögen,oder doch zur Verwahrung kleiner Kinder und für Feuer, Dieberey und andere Unglück Sonn- und Feyerlags zu Hausebleiben müssen, eine Sonn- und Feierlägige Frühmesse zu fundiren und zu stiften und da nun wohlgeborene Herrn von Kargtestamentarische Execulores, Churcüllnische respective Geheim- und Hofrälhe, Scboenhoven und Fabri, aus denen von mehrgedachtem Freiherrn von Karg zu geistlichen Stiftungen vermachten 2000 Reichsth. tausend derselben zu erwehnter Stiftungverwenden und hirbeiliegende Originäl-Verscbreibung verrnittels darauf schreibenden Transporten cediren und auslangen wollen,dass dahero und damit selbe Stiftung vom zeitlichen Erzstifts Cölnischen Ordinario für einen hinlänglichen titulo ordinationiserklärt und ein beständiger Priester darauf ordinirt werden könne, unterschriebene Eheleute, Herr und Fraw de Cler, alsvielgeliebte Freyherrn v. Karg Successores in dem zu ermelten Plittersdorf nebst bei gemellen Capellen gelegenen Rittersilzesogenannten Thurmhof sich gut und freywillig erboten, obigen tausend Reichsth. noch eine auf das Dorf Godesberg sprechenderhentverschreibung von 900 Capitel hinzuzulegen etc.
Geshehen Bonn, 4. Dec. 1725.(gez.) Johann Friedrich, de Cler. Joh. M. Schönhoven.
Johanne Josephe de Cler nee Baronne de Moreau. v. Dahmen Notar.
Die Stiftung wurde am 3. Januar 1726 vom Erzbischof genehmigt und 1752, 11. März d. d. Bonn vonAuguste und Maria Friederica Freiinn de Cler mit 600 Reichsthaler für eine fernere h. Messe (zweiten Altar) vermehrt.Die Capelle und der umliegende Kirchhof sind schon sehr lange als Begräbnisstelle benutzt. Steine im Chor derKirche tragen die Wappen, welche sich, wie vorher beschrieben, an dem Thurmhofe vorfanden, ferner folgende:
Inschi'iften auf diesen Steinen finden sich nicht. Das Grabdenkmal, welches für Eduard Bernard neben demvon ihm fundirten nördlichen Altare errichtet ist, habe ich Bd. II. S. 304 dieses Werkes abbilden lassen. Auf demKirchhofe vor der Kirche stehen viele steinerne Kreuze, darunter einige aus dem 16. Jahrhundert, wie die Jahrszahlenbekunden, die darauf ausgehauen sind.
Rittersitz Brockerhof. V*^ t» * ' *»*
38—42. Sassenfeld, Rittersitz Brocherhof- Sittard, Ingen - Sittard (Gtripenhovel)
und Wolfsbosch.
Sassenfeld ist eine Dorfschaft 20 Minuten nordwestlich von Lobberich mit gegenwärtig circa 500 catholischenEinwohnern, 76 Wohnhäusern und 60 landwirtschaftlichen Gebäuden. Zwischen Lobberich und Sasscnfeld liegtBrockerhof, vormals Rittersitz, jetzt Ackerhof. Er hat wohl seinen Namen von Bruch, denn ehemals war die Gegend,worauf er liegt, Bruch und Gemeindegut; im Jahre 1646 war er noch mit einem Burghause versehen, von dem iclian der Spitze dieses eine Abbildung mittheile, wie sie sich in den Acten des Reichskammergerichts und auch iukleinerem Maastabe auf der Karte des Landmessers Gordt Pleutmecher Tafel 4 dieses Werkes vorfindet.