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Wilhelm von Bentheim etc , endlich 1791, 26. Mai Caspar Arnold Freiherr von Bocholts, fürs.l. Paderbornscher R a ,hTheodor Werner Freiherr v. Bochollz, Dompropst zu Paderborn und Domherr zu Münster und Hildesheim, fürstlich Pader-bornseber Geh. Rath und Regierungspräsident.
24. Cornelis Ouderogge, Herr des Lehnhofes Berenbrock, belehnt Caspar Arnold Freiherrn von Bochollz zuSlörmede, Henekenrode, Plittersdorf und Sleege mit Werlmans und Spiegelmans im Kirchspiel Capellen. 4. Sept. 1730.
Nebenhaus.
Steinhaus zu Plittersdorf.
37. Rittersitz Steinhaus und Plittersdorf.
Es gibt unter dem Namen Plittersdorf zwei Ortschaften am Rhein, einen Weiler mit 14 Wohnhäusern und57 Seelen in der Bürgermeisterei Brück, Kreis Adenau in der Eifel, vormals chureölnischen Amtes Altenahr (derdabei gelegene Bittersitz Haus Pruck oder Brück war chureölnisches Lehn und in den Händen der von Gruithau=<en),und ein Dorf mit 600 Seelen am Rhein, in der Bürgermeisterei Godesberg, früher chureölnischen Amtes Bonn. DiesesLetztere ist von hohem Alter ') und war einst ein wichtiger Ort mit drei Burgen und anderen namhaften Gebäuden,von denen hier näher die Rede sein soll.
A. Die Hohe Burg, zwar seit Menschengedenken schon verschwunden, aber in ihren Resten nochnachweisbar, lag zwischen Plittersdorf und Bonn auf dem alten Rheinufer, in der Feldmark von Plittersdorf jedoch etwaeine halbe Stunde davon entfernt, an der linken Seite des dort befindlichen „Strässchens". Der Ort, wo sie stand,heisst noch jetzt „auf der Hohen Burg"; man findet daselbst häufig flache, l'/ 2 Zoll dicke Pfannen und hat auch voreinigen Jahren Pflaster und Mauerwerk ausgegraben. Ein dicht dabei gelegenes Stück Land von circa 2 Morgen,welches von der Anhöhe auf den Rhein läuft, heisst ebenfalls „auf der Hohen Burg". Dieses Stück liefert denPollwein (Messewein) für die Plittersdorfer Capelle. Nahe dabei, östlich von gedachtem Strässchen, hat man in denletzten Jahren festes und dickes Mauerwerk entdeckt, welches auf schwere Gebäude schliessen lässt, und erhebt sichebenda noch gegenwärtig der Rest eines massiven, aus Bruchsteinen erbauten Thurmes über der Erde, der „Mühlenstumpf"genannt, wie es scheint, ein Ueberbleibsel der zur Burg gehörigen Windmühle. Die Burg und ihr Gebiet scheintden gegenüber auf dem Siebengebirge wohnenden Dynasten von Wolkenburg gehört zu haben, denn der umliegendeAcker heisst noch jetzt „der Wolkenburger Acker". Auch könnte die Burg wohl der Kopf einer Rheinbrücke gewesensein, welche zur Römerzeit von hier auf den Thurm, der noch jetzt am entgegengesetzten Rheinufer steht, geführthaben soll, für deren Existenz allerdings massive Mauerreste sprechen, die man in neueren Zeiten dort am Uferausgegraben hat. 2 )
B. Der Thurmhof, ein chureölnischer landtagsfähiger Rittersitz am nördlichen Ende des Dorfes. Er soll,der Volkssage nach, ursprünglich zwei Thürme gehabt und deshalb seinen Namen erhalten haben. Es fand sich anihm ein ausgehauener Stein, auf welchem zwei runde Thürme ausgehauen waren, beide zweistöckig, der eine mit 2,der andere mit 3 Fenstern in jedem Stocke. Dieses gab wahrscheinlich dem chureölnischen Minister Karg v. BebenburgVeranlassung, die beiden Thürme in seinem 2. und 3. Felde aufzunehmen, denn seine Verwandtschaft mit denmeissnischen Bebenburg und das Recht, ihre beiden Thürme im Wappen sich anzueignen, ist nicht nachweisbar.
•) Seiner gedenkt Caesar von Heisterbach in seinen Dialogen. Distinetio 4. Cap. 75. — 2 ) Der Rhein hat zwischen Plittersdorfund Bonn seinen Lauf verändert; er floss früher viele Hunderte Schritte westlicher als jetzt; sein altes Ufer ist noch ganz deutlich zuerkennen. Die Stelle, wo der Mühlenstumpf steht, lag ziemlich nahe an seinem Rande.
Fahne, Uocholtz I. 41