136
82. Die Eingesessenen zu Niehausen beklagen sich beim Landdrosten von Paderborn über die Eingriffe derbeiden Häuser zu Niehausen in die gemeine Hude. 1592, 2. Juli. ] )
83. Joachim, Edelherr zu Büren, Georg und Samuel von Dalwig, Söhne Franz von D., als Vormünder überJohann Bernd Spiegel zum Dcsenberg, Sohn des t Engelhard S., verpfänden den Eheleuten Rabe Spiegel zu Pickelsheimund Ursula, für 1200 Reichsthaler Darlehn mit 72 Reichsthaler jährlicher Zinsen, welche für die Aussteuer Margarelhens,Schwester des Pupillen, verwendet sind, mehrere Kornrenten, zusammen 35 x f% Malter und 12 Scheffel Roggen, Hafer undGerste zu Pickelsheim, Gerden, Fronhausen, Löwen, Istorpf, Erchelen, Heste, Doszele und Eissen, welche aus der NiehauserErbschaft herrühren. 1594, 20. September.
84. Anna Spiegel, Wittwe Johanns von Niehausen, verarbedet mit ihrem einzigen Sohne Henrich Diedrich vonNiehausen, der jetzt grossjährig geworden ist und sich verheirathen will, unter Vennittelung von Johann und Curt Spiegelzum Desenberg und ihres Sohnes erster Ehe, Caspar Greiff Westphal, ihre Leibzucht. Geschehen zu Niehausen 17. Nov. 1596.
Sie bleibt zu Niehausen -wohnen, erhält jährlich 100 Reichsthaler Rente und Verfügung über 400 Reichsthaler Capital, welchesie mit Wissen ihres gedachten zweiten Mannes Johann von Niehausen angelegt hat.
85. Dieselbe Wittwe vermacht, mit Zustimmung ihres Sohnes Henrich Diedrich von Niehausen von denvorbehaltenen 400 Reichsthalern 100 Reichsthaler ihrem Vorsohne Jaspar Greiff Westphale. Gesehehen Nysen 1597 (ohne Tag).
86. Elisabeth von Oel, Wittwe des Philipp Spiegel zum Desenberg, Drosten zu Culenbergk, und ihr SohnPhilipp Rave Spiegel verpflichten sich an Johann von Niehausen 300 Reichsthaler sammt Zinsen zu zahlen, wofür sich ihrEheberrr und Friedrich der ältere von Papenheim und Erich von Papenheim, beide Letztere todt und zahlungsunfähig, demHenrich Diedrich von Niehausen, Vater genannten Johanns, verbürgt hatten. 1598, 7. Juni.
87. Friedrich und Hermann Spiegel zum Desenberg, Brüder, quittiren Namens ihrer Mündel, der Kinder ihresverstorbenen Bruders Schöneberg Spiegel, dem Henrich Diedrich von Niehausen und dessen Frau Catharina 1000 ReichsthalerDarlehn, womit sie ein Gut des David Spiegel zu Peckelsheim, Erbinarschalls, welches am Harze liegt, einlösen wollen.1604, am Tage S. Michael Arch. (29. September.;
88. Amt von Uffelen und seine Frau Margaretha Spiegel zum Desenberg bekennen von Henrich Diedrich vonNichausen, ihrem Vetter und Schwager, 100 Reichsthaler Darlehn empfangen zu haben, wofür sie zwei Hufen Landes vorBorgentreich, im Sündecker Felde zu Pfand setzen. Gegeben Borgentreich 1609, Donnerstag vor Pfingsten (4. Juni).
89. Die Vormünder der Kinder des f Engelhard Spiegel zum Desenberg, Henning Droste zu Erwilte, Eheherrder Margaretha Spiegel und Philipp Rave Spiegel zum Desenberg, auch Vormund der Kinder seiner t Frau Anna CatharinaSpiegel, beide auch Bevollmächtigte der Jungfrauen Anna Elisabeth und Clara Ursula Spiegel, alle Töchter zum Desenberg,Ovelgünne und Büne, verkaufen ihren Antheil des adligen Sitzes und Gutes Niehausen an Henrich Diedrich von Niehausenund dessen Frau Catharina, geborene von Haxthausen. 1611, 9. März.
Den verkauften Antheil hat der f Engelbert Spiegel von dessen Mutterbruder Diedrich von Niehausen ererbt; es haften darauffolgende jährliche Lasten: 18 Schillinge, 3 fette Schweine, 3 Malter Weizen, 6 Malter Roggen, 3 Malter Hafer an das Stift Heerse;4 Malter Hafer der dortigen Äbtissin; 20 Schillinge den Distributoren des Domkapitels zu Paderborn; 3 Goldgulden 11 Schlinge der Wittwevon Brenken; 2 Goldgulden dem Kloster Busdorff in Paderborn, der Kaufpreis ist 13,100 Bthlr. Diese sollen folgender Art getilgt werden:1000 werden auf eine Schuld von 500 Thlr. nebst rückständigen Zinsen an die Käufer abgeschrieben, und 1200 wegen der Schuld desJürgen Spiegel zu Schweekhausen; der Restkaufpreis soll an Jobst von Landsberg zu Ei-witte, chureölnischen Rath und Marschall, zurDeckung seiner Vorschüsse für den Brautschatz der Margaretha, geborene Ovelacker Wittwe Spiegel, gezahlt werden. Vollzogen Niehausen,9. März 1611. 2 )
90. Raban Menne verpfändet für 200 Reichsthaler Darlehn mit 12 Reichsthaler Zinsen an Anna Sybel, WittweHeislerman, seine sämintlichen Güter. 1613, 28. September. 3 )
') Diese Eingriffe waren, wie die meisten in ähnlichen Fällen, Folgen der Prozesse zwischen den Niehausen, welche das eine,und den Spiegel, welche das andere Haus besassen. Ein jeder von ihnen suchte sich in Besitz zu halten und jede Besitzstörung ab zuwehren. Da die Prozesse selbst in diesen summarischen Sachen immer Dezennien spielten und man ein Intermisticum noch nicht kannte,so folgte eine Verletzung der andern, Gewaltthaten häuften sich auf Gewaltthaten. Auf obige Beschwerde beschied der Landdroste mittelstVerfügung vom 14. desselben Monats Juli die Parteien vor sich; was ausgemacht ist, sagen die Acten nicht, wohl aber, dass im Jahre1603 Henrich Diedrich von Niehausen als Besitzer des einen Hauses, den Spiegeln, als Besitzer des andern, die Schaafe in der NiehauserSchaaftrift gepfändet habe.
2 ) Nach den beiliegenden Acten war die Verwandtschaft folgende:
von Niehausen.
1. Diedrich von Niehausen , f imp. 2. Anna von Niehausen, h. V. Spiegel.
, --------------------------- I ------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------- ■"■ -------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------^
Engelhard Spiegel zum Desenberg, Ovelgünne und zu Niehausen, h. 1. Eva, Edeltochter zu Büren, 2. Margaretha Ovelacker, 1611 Wittwe.
,------------------,-------------------------------------------------------------------------«---------------------------------------------------------------------------------- s
ex lma. 1. Margaretha, h. 2. Anna Catharina Spiegel, h. Philipp Jlave Spiegel 3. Anna Elisabeth, 4. Olara Ursula, beide StiftsdamenHenrich Droste zu Erwitte. zum Desenberg und Klingenberg. zu Freckenhorst und Geseke.
Kinder.
3 ) Solcher Pfandverschreibungen finden sich sehr viele im Archive vor, wahrscheinlich in Folge der gutsherrlichen Gerichts-barkeit und damaligen Hypotheken-Verfassung, welche, wie noch jetzt im ostrheinischen Theile des Gerichts Coblenz, die Schöffengerichteverantwortlich machte. Obiges Darlehn ist weiter verunterpfändet und ergeben die Acten folgende Abstammung:
Balthasar Coppenrodt, 1667 Bürger, 1668 Obristwachtmeister zu Peckelsheim, h. Elise Menne.j— -----------------------------------------------------------------------' --------------------------------------------------------------------------->"»_______.
1. Anna Catharina, h. Christoph Brandes, 1667. 2. Raban Diedrich Coppenrodt, 1682, 1698, h. Magdalena Elisabeth Kayser, 1698.