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1,1 (1863) Geschichte der verschiedenen Geschlechter Bocholtz unter besonderer Berücksichtigung der alten Geographie, Rechts-, Sitten- und Culturgeschichte des Niederrheins
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20. Das Domkapitel zu Paderborn und der Obedientiar zu Vollessen bemeiern den Dyderich von Nyhusen unddessen Sohn Engelhard mit dem grossen Wedemehof (Pfarrhof), bestehend in 7 zehntfreien Hufen Landes, Holz, Feld,Wasser, Fischerei, Acker und Weide, Haus- und Burgfrieden und Hof neben dem Kirchhofe im Dorfe Voltessen, 19Morgen Wiese und den Zehnten zu Ringelsen, um diese «vor ey-ne ewige Pacht to besitten." Das Patronätsrecht wirdausgeschlossen. Nyhusen müssen dagegen dem Obedientiar jährlich an Pacht geben: 3 Malter Roggen und 3 Malter Hafer,Warburger Maas 1438. Crastino bt. Jacobi Apost. (26. Juli.) ')

21. Johann, Gerd und Jörgen Spiegel, Brüder und Vettern, Dyderich von Nyhusen, Hartmann Jude und Johannvon Heygen, welche sich dem Stifte Paderborn für die Rückgabe von Kruckenberg und Helmwerdeshusen an die BrüderJohann und Friedrich von Wintzingerode verbürgt haben, erbalten von letzleren Rückbürgschaft. 1447, uf S. Walburgisdach der h. Jungf. (1. Mai).

22. Engelhard von Nyhusen, Knappe, Burgmann zu TJszlar, verpfändet dem dortigen Bürger Bertold Mcntzefür 100 rh. Gulden 1 ! / 2 Mark Göttinger Währung und 12 Maller Korn aus seinem Keller zu Schoningen und gibt nocheine Urkunde seines Vaters Diederich und seiner Brüder Bernd und Johann über 350 Gulden und einen Willebrief desHerrn von TJszlar als Lehnsherrn zu Faustpfand. 1452, up aller Hilighen Dage (1. November).

23. Ludwig, Landgraf von Hessen, als Erbvogt der Edelvoglei des Stifls Heerse, belehnt Diedrieh v. Nyhusen mit1. der Vogtei zu Niehusen sammt Gericht, Diensten, Gebiet- und Vogteigeid daselbst; 2. der Vogtei zu Mengersen und Zubehör.3. dem Dorf zu Föltzen, Gericht, Gebiet, Acker, Wiesen etc. daselbst, so wie es von Gerdt Spiegel gehütet ist; 4. demhalben Hofe zu Reederen, dessen andere Hälfte Gerdt Spiegel, die Jungferen von Willebadessen und die von Mengersenpfandweise besitzen; 5. dem Zehnten zu Eckhusen, zu rechten Mannlehn. 1458, uff Donnerstag unser lieben Frauen Abendconcept. (7. Der.ember). 2 )

24. Dyderich von Nyhusen, Knappe, Engelhard, Bernd und Johann, seine Söhne, verkaufen auf Wiederlöse denWaterhof im Felde zu Volsen für 40 rh. Goldgulden an Wernber Beckers, Rector der Capelle sli Gudardi zu Nyhusen.1558, ipso die Symonis et Jude apost.

25. Diedrieh, Erzbischof von Cöln, Vorsteher des Stifts Padeiborn, belehnt Engelbert von Nyhusen mit demHofe zu Daesell, so wie ihn vorher Friedrich von der Wyndelen zu Lehn getragen hat. 1460, des dynstages na st.Bonifacii dage (10. Juni).

26. Die Brüder Engelhard, Bernd und Johann von Nyhusen, Söhne Diedrichs, theilen unter Vermittelung ihresVaters Diedrieh und des Paderborner Domherrn Engelhard Jodden die Güter. Engelhard und Johann erhalten alle Stamm-güter im Stift zu Paderborn, namentlich Nyhausen und Fülzen, ausgeschlossen die Leibzucbt ihrer Eltern. Bernd erhältdie Güter in und bei TJszlar, im Lande Sachsen, mit Ausnahme von Lewenförde, welches Engelhard und seinen Söhnenzukommen soll. 1461, in die Dorothee virg. (6. Februar).

27. Engelhard und Johann von Nyhausen theilen also; Engelhard wird Besitzer der Güter, wie sie in vorigerNummer ihnen beiden angefallen sind, muss aber seinem Bruder abgeben alle Intraden an Geld, Hühnern und Eiern, undausserdem jährlich 20 Maller Korn. 1461, 22. Februar.

28. Ilse von der Wyndelen, Multer des Johann von Lamerden, übergibt an ihren SchwagerEngelhard von Nyhusen, Knappen, und dessen Frau Oda, ihrer Wasen, für deren Tochter Geyszen v. N.als Brauischatz eine Summe von 100 Goldgulden, welche Ludeke Quaditz und dessen Frau Aleidschulden und wofür diese 14 Malter Roggen jährlich aus 1 /^ Zehnten zu Dorzzele und l / 6 Zehntenzu Menne verschrieben haben. Es siegelt Heibold Seghard, Bürgermeister zu Wartberg (Warburg)Oheim der Schenkgeberin, der nebenstehenden Ochsenkopf im Wappenschilde führt. 1465, in dieSli. Vicenlii Mart. (22. Januar)

100 Mark schwere warburger Pfenninge am 29. Januar 1391 von Diederich von Stockbeym, Knappen, mitGenehmigung des Lehnsherrn, des Edelherrn Borchard von Schonenberg, gekauft und waren am selbigen Tagevon Letzterem damit belehnt worden, wobei derselbe in seinem einfachen, runden Siegel nebenstehendes "Wappenführte. An die Stelle der Schonenberg traten die Landgrafen von Hessen und von diesen bestätigte Ludwig am30. October 1441 den obigen Tausch und belehnte Diederich und seine Söhne.

') Dieser Beweis von dem geringen Werthe des Grundbesitzes in damaliger Zeit und dortiger Gegendsteht nioht vereinzelt da. Am 14. September 1G79 wurde der obige Meyervertrag erneuert, ohne dass die Pachtsumme(6 Malter) erhöht wurde; offenbar hatte damals das Land mehr Werth, aber man sah das Verhältniss als einfestes, durch die Zeit unwandelbar gewordenes an.

2 ) Wird wohl heissen müssen: uff Donnerstag vor unser lieben frauen abend coneeptio, denn 1458 fiel diese coneeptio aufeinen Freitag. Fernere Belehnungen hatten statt: 1445, 7. November, ebenfalls durch Ludwig an Diedrieh v. NC; 1494, 2. Januar, durchWilhelm den mittleren Landgrafen an die Brüder Diedrieh und Friedrich v. N.; 1516, 17. Januar zu Marburg durch Philipp, Landgraf, anFriderich, Diedrieh, Henrich und Ludwig, sowie Engelhart, Herman und Friedrich v. N., alle Brüder und Vettern; 1559, 30. May zu Casseldurch Elisabeth, Landgräfin, an Gottschalck v. N., für sich und seine unmündigen Brüder: Curt, Friedrich und Engelhard, Söhne desf Henrich; 1672, 6. Februar zu Cassel durch dieselbe an Curt v. N., als den Aeltesten für sich und seine Brüder Friederich und Engelhardund zugleich für seine Vettern: Henrich, Diedrieh, Wilhelm, Johann, Godfried, Georg und Friedrich, Söhne seines f Bruders Gottschalk,paderbornschen Landdrosten; 1695, 17. September zu Cassel durch Carl, Landgraf, an Johann Godfried v. N., als den Aeltesten für sich undseine Brüder Georg und Godfried, Söhne des t Gottschalk v. NjJ Landdrosten; 1705, 3. Februar zu Cassel durch denselben Carl an Georgvon Niehausen, als ältesten Sohn des f Gottschalck v. N., Landdrosten; 1719, 25. Juli zu Cassel durch denselben Carl, Landgraf, an GeorgSpiegel von Peckelsheim, seinen Erbstallmeister, der das Lehn ex nova gratia erhält, so wie solche Güter zuletzt Georg von Niehausen alsVormund seines Bruders-Sohnes Gottschalk Anton besessen und durch den Tod Beider heimgefallen sind. Gegen diese letzte Belehnungprotestirte 1719, 1. Deceinber Maria Therese, Wittwe von Niehausen, geb. v. Plettenberg, weil ihr die Güter zu Niesbrauch vermacht seien.