109
20. Eidlich bestätigtes Verzeichniss der Güter im Sauerlande zu Brabecke, Altenfeld und Osterwald; aufge-nommen auf Veranlassung des Emmerich Leo von Holdinghausen, Domherr zu Hiklesheim und Ferdinand Melchior vonMeschede, churcöln. Kämmerer, Oberstwachtmeister und königl. spanischer Hauptmann. 1670.
21. Mechlilde geborne von Wobnerinkhausen, Wittwe von Twiste, überträgt dem hildesheimer DomherrnEmmerich Leo von Holdinghausen für die in Folge "Vertrags vom 18. März 1654 schuldige Summe von 3000 Reichsthalernebst rückständigen Zinsen, alle ihre Güter im Sauerlande zu Brabecke, Westernbodefeld, Frilinghausen, Brehnke, Marpe,Koltingbausen, ihre Antheile an der Mühle zu Brabeck und an die Zehnten zu Altengeseke und Kneblinghausen, so wieihre Gefälle und Dienste zu Ober- und Nieder-Alme. Geschehen auf Haus Holdinghausen zu Niederalme. 1670, 27. Sept.
22. Besitzergreifungsact über die vorgedachten Güter durch Emmerich Leo von Holdinghausen.
23. Johann Dicdrich von und zu Holdinghausen, Herr zu Ahne und Schwenckenburg, überträgt seinem Schwieger.söhne Wilhelm Rötger von Meschede dea Besitz aller seiner Güter. Geschehen Holdinghausen 1684, 22. August.
24. Wilhelm Rötger von Meschede ergreift Besitz von der Burg Brabecke. Geschehen Brabecke 1684,25. August.
25. Johann Friedrich von Twiste zu Oberalme und Peckelsheim verkauft, mit Genehmigung seiner MutterMechthilde, Wittwe von Twiste, geborne von Wolnieiinkhausen, dem Friedrich Wilhelm von Gaugrebeu zu Mengeringhausenund dessen Frau Odilia Charlotte geb. von Hanxleden zu Ostwich, sein Haus Ober-Ahne, Tinne genannt, mit aller Gerech-tigkeit für 5000 Rlhlr. Geschehen Oberalme 1686 20. September.
Weitere Nachrichten werden die Regesten der Familie von Meschede am Schlüsse dieses Bandes liefern.
5. Die Herrlichkeit Anröchte.
Anröchte, jetzt Kirchdorf und Pfarrbezirk, im Kreise Lippstadt, an der Landstrasse von Lippstadt aufBrilon, einst im Cölnischen Amte Erwitte, Herzogthums Wesphaien gelegen, war eine Herrlichkeit mit einem eigenenGerichte, dessen Siegel der letzten Zeit ich auf Tafel IL, Nro. 7, abgebildet habe. Dieses Siegel trägt den Sparrender Familie Mesche, die also zur Zeit seiner Anfertigung Grund- und Gerichtsherren waren. Der Sitz, mit dembeides verbunden war, hegt unmittelbar neben der Kirche und enthält jetzt nur noch ein unscheinbares steinernesHaus in einem schönen Baumgarten. Neben diesem Hauptsitze befindet sich, tiefer abwärts im Dorfe auf Lippstadt zulinks an der Chaussee, noch ein zweiter (Ritter-) Sitz mit Gräben, Mauern und Thürmen umgeben, jetzt ein Gasthaus.Dieser letztere Sitz war einst churcölnisches Amthaus.
Anröchte wird in den ältesten Urkunden Anrust und Anruthe genannt und kommt zuerst in der Urkundedes Kaisers Friedrich 1. von 1153, 14. Juni, bei Seiberts I., Seite 67 vor, worin derselbe den Erzbischof Arnoldvon Cöln ermächtigt, die von seinen Vorfahren veräusserten Güter in Westphalen, darunter die Curie Anrust wiederan sich zu ziehen. Im Jahre 1161 bekundet Erzbischof Reinald von Cöln, dass er unter andern das verpfändeteAnruchte wieder eingelöset habe.
Ich lasse die Regesten, wie sie die Urkunden des Almer Archivs liefern, hier folgen, denen ich die ausSeibertz Urkundenbuche beigefügt habe. ■
1. Godfrid, Propst zu Soest, schlichtet einen Streit zwischen Hartmod, Ritter v. Lon, und Herimann v. Sendene,welcher für seine Frau handelt, über verschiedene Güter, unter anderen auch zu Anröchte. 1231, (Seiberts III., Seite 447.J
2. Henrich Korff, Albert von Waltrinhus, Henneke von Anröchte und Godert Korff verkaufen Hof und GutWaltrinhus genannt Annenboin, mit Capelle und altaihörigen Leuten dem Stift St. Walburg in Soest. 1308, 28 März (Ebenda.}
Johann von Anröchte führt den nachfolgenden Schild mit dem Adler, Waltrinhus, wie Ketteier, den nachfolgenden Kesselhakenmit der Umschrift: S. Alberti de Melrike; Korff die Gleve, Gert von Ense und Landsberg, welche mitsiegeln, haben Schilde wie 4. und 5
2.
3. Dethard von Anroghte, Knappe (famulus), ist 1312, 11. Juni, Burgmann zu Brilon. (Ebenda.)
4. Im Jahre 1322 besitzt der Knappe (famulus) Wessel von Erwitte die Grundherrlichkeit des Weilers (villa)Anröchte und erscheinen dort am 22. Sept. vor seitiem Freistuhle und seinem Freigrafen, Bernard, der Knappe Johan vonAnröchte, Olika, dessen Frau, Menrich, Johann, Elizabeth, Margarelha, Cuuigunde, Sophia und Gertrud, deren Kinder, undSophia, die Schwester Johanns und verkaufen dem Stift zu Geseke ihr Gut auf der Beke zu Anröchle. (Ebenda.)
5. Um dieselbe Zeit trägt ein Sohn des Menrich von Anröchte einen Mansen zn Toghuscn, Conrad von Hegeeinen Mausen zu Anröchte, Godfrid von Messceyde (Meschede) den Hof (curtis) zu Anröchte, Henrich von Esleuen einHaus zu Anröchte, Johan de Hoge 2 Mansen zu Anröchte, Gerard von Witten zwei Güter zu Anröchte, Herr Godfrid vonAnröchle (Meschede?) den Hof (curia) zu Anröchte. Craft von Westhofen (Meschede?) den Hof (curtis) zu Anröchte undJohann von Anröchte eine Hufe zu Ochus von dem Grafen von Arnsberg zu Lehn. Seiberts, Urkundcnbuch I., Seite 633,640; lf., S. 110, 112, 121, 122, 125, 128, 278, 280, 283, 526, 530.