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1,1 (1863) Geschichte der verschiedenen Geschlechter Bocholtz unter besonderer Berücksichtigung der alten Geographie, Rechts-, Sitten- und Culturgeschichte des Niederrheins
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Gitter oder auch nur einen einfachen Einschnitt für das Gesicht hatte. Darneben finden sich Mützen meist rund, zuweilenmit Blumen, Zweigen oder auch Thiergestalten verziert, bei Fürsten aber mit Hermelin und einigen Perlen versehen,und in dieser Form von ihnen als Fürstenhut beansprucht. Der steife, aus einem Stücke bestehende Helm wurde nach undnach verbessert, aus verschiedenen Stücken zusammen gesetzt und bequemer und beweglich eingerichtet mit Zieratenauf der Spitze und mit einem flatternden Bande oder Tuche versehen, aus dem später Helmzierde und Helmdeckengeworden sind. Zu diesen Verbesserungen gehört insbesondere der Stechhelm, welcher circa 1350 aufkam. Bis zuihm waren alle in der Heraldik vorkommende Helme wirkliche, für den Dienst bestimmte Waffen, die späterendagegen kann man fast ausschliesslich nur als Prunkwaffen und Erfindungen der Heroldskunst ansehen.

Um das Gesagte bildlich klar zu machen, gebe ich vorstehend Proben der Kopfbedeckungen bis zumStechhelm. Sie sind alle den gleichzeitigen Siegeln entnommen, also authentisch. Nro. 1. ist die Kopfbedeckung desGrafen Philipp von Holland in einem Siegel vom Jahre 1168 bei Kluit, eine ganz ähnliche hat 1047 Balduin, Grafvon Brabant bei Butkens. ') Nro. 2. die des Grafen Theoderich von Holland in einem Siegel vom Jahre 1198,Ebenda. Nro. 3. stellt den Hut des Grafen Wilhelm von Holland im Jahre 1205 dar. Ebenda. Er zeigt denersten Versuch einer Helmzierde (hier Hutzierde). Nro. 4. gibt die Kopfbedeckung des Herzogs Godfried 111. vonLothringen im Jahre 1143 und Nro. 5. jene des Herzogs Heinrich I. von Lothringen im Jahre 1195 und Nro. 6.jene desselben Herzogs im Jahre 1220. Man sieht bei der letzten Nummer, wie der vorhergebende Hut Nro. 5. sichzu einem Fürstenhute umgewandelt hat und diese letztere Form hat er seitdem, bis in die neueste Zeit mit dem nuralleinigen Unterschiede beibehalten, dass nach Maasgabe des fürstlichen Ranges eine kaiserliche, königliche, herzoglicheKrone darumgelegt ist. Nro. 7. zeigt den Hut des Herzogs Heinrich H. von Lothringen im Jahre 1241; er hatBlätter als Verzierung, welche seine Nachfolger fortführen, nämlich Nro. 8. Herzog Henrich 111. im Jahre 1253, derschon einen Helm in Form eines Korbes führt, der den ganzen Kopf einschliesst, und Nro. 9. Herzog Jobann imJahre 1277, dessen Helm sich mehr schon dem Kopfe gefügt hat. Nro. 10. ist der Helm des Herzogs Johann I.von Lothringen im Jahre 1289; bei ihm gibt sich ein Drachen als Helmzierde kund und er ist der Erste diesesHauses, der ein flatterndes Tuch am Helme trägt, welche seine Nachfolger Johann IL und Johann III. noch in ihrenSiegeln vom Jahre 1312 und 1334 beibehalten haben. Nro. 11. endlich zeigt die Kopfbedeckung des HerzogsAlbert von Sachsen in seinem Siegel vom Jahre 1329; er trägt noch immer, wie auch sein Vorgänger Johann imJahre 1272, einen Kesselhelm ohne bewegliches Visir und auf dem Helme, wie jener, einen grossen Hut mitden sächsischen Querstreifen und dem Rautenkranze verziert und von einem Federbusche beschattet.

12. 13. 14.

Diesen folgt der Stechhelm (Nro. 13.) von der Seite zu öffnen, dem sich später Helme mit auf und niederzu lassenden gegitterten Visiren und endlich lediglich Zier-Helme ohne practischen Gebrauch, Fantasien der Herolde,mit oder ohne Kronen, wie sie Nro. 12. und 14. zeigt, anschlössen.

') Leider hat der Xylograph aus Misverständniss die Stange weggeschnitten, welche vor dem Gesichte längst der Naseherablaufen miisste. Die Werke, woraus obige Abbildungen genommen wurden, sind: Butkens, TrophiSes; Adr. Kluit, Historia criticaComitatus Hollandiae et Zeelandiae, Medioburgi 177782, 2 Bände, 4 Theile; Gründliche Nachricht von der Herrschaft Mollen.