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1,1 (1863) Geschichte der verschiedenen Geschlechter Bocholtz unter besonderer Berücksichtigung der alten Geographie, Rechts-, Sitten- und Culturgeschichte des Niederrheins
Entstehung
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17.

18.

19.

Bei Nr. 12 und 16 sieht man, wie die Heimdecken, welche im zwölften und dreizehnten Jahrhundert ineinem flatternden Bande oder Tuche bestanden, und selbst im vierzehnten und Anfange des fünfzehnten Jahrhundertsnichts anders als ein Tuch waren, das man jedoch unten ausgezackt und eingefasst hatte, allmählich Blätter und wie17 und L9 zeigt, immer schnörkelhafter wurden. Eine vollständig missrathene Form ist 18. Sie gehört zu denjenigen,welche im siebzehnten Jahrhundert die Wappenmaler zu Augsburg und Nürnberg beliebten. Von dem ursprünglichenGedanken der Bitter, in ihrem Wappen ihre eigene Person zu repräsentiren, ist hier keine lewusste Spur mehr. DerHelm ist auf keinem Kopfe brauchbar, und nicht im Verhältniss zu dem Schildträger, der dahinter gedacht werdenmuss. Die Helmdecken sind ohne alles Verständniss der Zeit, und der Schild so, dass der ihn Tragende keinen freienHieb zu machen im Stande wäre.') Ich darf hierbei nicht unterlassen, anzumerken, dass es selbst schon im vier-zehnten Jahrhundert verschnörkelte Schilde, z. B. in Italien gab, aber sie dienten nur als Zierde.

Hält man die beschriebenen Schildcsformen mit der Geschmacksrichtung in der Baukunstzusammen, so ist nicht zu verkennen, dass sie mit dem romanischen, gothischen und zuletzt mitdem Iloccocco-Style zusammen gehen, allein strenge Consequenz in allen Theilen ist doch nichtüberall vorhanden, wie schon an dem nebenstehenden, offenbar von einem guten Künstlergeschnittenen Siegel sich erweist. Das Siegel hängt an einer Urkunde vom Jahre 1310. Dieganze Verzierung des Siegels ist edle Gothik, und doch ist die Form des Wappens selbstschon manirirt und stylfremd.

3.

4.

6.

3. Alter der Helme und Helmdecken.

'*3J ijVli)ie bei den Wappenschildern so lässt sich auch bei den Helmen und Ilelmdecken an der Form das Altererkennen. Hierfür einige Beweise. Die ältesten Helme waren runde, halbkugel- oder c\linderförmigeMetallhauben; neben ihnen finden sich als leichte Kopfbedeckung spitze oder runde Mützen. Bei den Haubenhing vorne entweder eine Stange oder Platte, welche das Gesicht decken musste und hinten ein starkes Leder zum Schutzdes Nackens. Diesen folgte ein Helm, welcher, aus einem Stücke, den ganzen Kopf einschloss und vorne entweder ein

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') Es sind in diesem Werke die niannichfaltigsten Formen von Wappen abgebildet, theils geschmackvolle, theils geschmack-lose und den heraldischen Regeln widersprechende. Von den ersteren will ich einige unter Angabe der Zeit, in der sie sich finden, hervor-heben. Aus dem Jahr 1300 ist das Wappen S. 249, Bd. II.; es ist nach einem italienischen Muster. Von 1305 datirt das Wappen S. 238daselbst. Die Wappen S. 10, 49, 74, 179, 201, 229 sind von 1450, und das auf S. 175 vom Jahre 1490. Seite 1, 8, 29, 109, 112, 223,22G kommen 1590 vor. Aus derselben Zeit stammen auch die Wappen S. 242 und 251 (das mittlere), welche beide ganz besonders stylvollfür ihre Zeit sind. Die Wappen S. 15 und 221 sind von Jost Ammann und 1590 gezeichnet. Das Wappen S. 139 kommt 1000 vor, S. 141C90; S. 200 1G92 und S. 28 1720.