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bei einigen Siegeln die elliptische (Fig. 2). In dieser Form siegeln z. B. die Grafen von Arnsberg von 1200 bis1300, die meisten deutschen Kirchenfürsten von 1140 bis 1300, die meisten Frauen der Dynasten in derselben Zeit-epoche. ') Dass diese Form auch für die Schilde angewendet sei, habe ich nirgends gefunden, wiewohl sie so, gemässTalhofer, bei gerichtlichen Zweikämpfen (vielleicht auch nur bei diesen) angewendet worden sind.
Auf die runde Form der Schilde folgt eine zu zwei Drittel elliptische, oder doch über die halbe Ellipsehinausgehende Form in dreierlei Arten, entweder so, dass der obere Theil rund (Fig. 4), oder ausgeschweift (Fig. 5).oder gerade abgeschnitten ist (Fig. 6). Den elliptischen, oben runden Schild findet man 1086 bei Henrich HI., GrafvonBrabant und Löwen; 1110—1151 bei Gottfried I., Herzog von Brabant; 1168 bei Philipp und Theoderich, Grafenvon Flandern und Florenz, Graf von Holland; 1190—1201 bei Theoderich, Graf von Holland; 1206 bei Philipp, Graf«ron Namur; 1220 bei Henrich, Herzog von Lothringen; 1233 bei Theoderich, Edelherrn von Malberg und vielenandern Dynasten. Der gerade abgeschnittene, zwei Drittel elliptische Schild (6) findet sich: 1195 im Rücksiegel desHerzogs Henrich 1. von Lothringen; 1213 bei Wilhelm, Graf von Holland; 1241 bei Herzog Heinrich vonLothringen; 1254 bei Heinrich, Herrn von Reifterscheid. Die oben ausgeschweifte Form (5) kömmt seltener vor;mit Bestimmtheit kann ich nur angeben, dass Herzog Albert von Thüringen 1251 seinen Löwen in einem solchenSchilde geführt hat. Etwas später, aber doch noch gleichzeitig mit den vorstehenden drei Formen, erscheint ein drei-eckiger, über die dreischenkelige Form weit hinausgehender Schild (Fig. 3). Einen solchen führen: 1199 Theoderich,Graf von Holland; 1203 Albert, Graf von Habsburg und 1237 Godfried, Herr von Löwen, und zwar Ersterer undLetzterer in dem Reutersiegel am Arm, Albert als einfaches Secret, ferner 1284 Godfried von Brabant, Herr zuAerschot, in seinem Rücksiegel, während er in seinem Vordersiegel am Arm schon einen Schild wie Nr. 7 führt. Einensolchen dreieckigen Schild hat auch Maria, Wittwe Godfrieds von Löwen, 1281.
Nach diesen sechs ersten Formen erscheinen die Schilde, welche gerade die Hälfte einer quer durchschnit-tenen mehr oder weniger stark gebogenen Ellipse ausmachen, auch wohl unter der Hälfte bleiben, diese aber nirgendsmehr überschreiten, Figur 7 und 8. Dieser Form hat sich nicht selten die ganze Form des Siegels fügen müssen,wie sich bei Fig. 10 zeigt. 2 ) Solche Schilde findet man namentlich bei Wilhelm, Graf von Holland, 1205; Florenz IV.,Graf von Holland, 1232; Heinrich, Herzog von Lothringen und Brabant, 1241—53; Balduin, Graf von Bentheim,1246. Ferner beiRauseman von Kempenich, 1251; Gerard, Edelherr von Wildenberg, 1267, beide einfache dreieckigeSiegel; Godfried, Wildgraf, 1273, Everhard, Graf von der Mark 1293, beide Reutersiegel; Arnold von Hemskerke,
') Die Franzosen stellen den Grundsatz auf, dass der Wappenschild der Frauen einviereckiger gewesen sei; ich habe indessen hiervon nirgends eine Spur entdeckt. Das einzigsteviereckige Siegel, welches ich an einer Urkunde in Wirklichkeit vorgefunden habe, ist das Siegeldes Henrich von Huckeswagen, Stiftsherrn zu St. Georg in Cöln. Ich habe es nebenstehendwiedergegeben, es hat die Umschrift: f S, HENRICI. DE. HVKENSWAGEN, und hängt aneiner Urkunde von 1260, die sich im Landesarchive von Düsseldorf vorfindet. Die darinvorfindlichen Rosen sind nicht die Wappenfiguren seines Hauses. Die Hukeswagen, mit denHardenberg eines Stammes, führten zwei Sparren, wie hierneben und hat diese auch der BruderHenrichs in seinem Wappen, welcher dieselbe Urkunde mit untersiegelt. Letzterer, Franco, Grafvon Huckeswagen, gebraucht ein dreieckiges Siegel mit der Umschrift: f S. FRANCON. COMITIS. DE. HOKENSWA.GE.
2 ) Auch bei den vorangehenden Formen, 3 und 4, hat sieh das Siegel wohl dem Schilde gefugt, so dass auch jenesdreieckig, oder elliptisch und oben halbrund ist, wovon unter Anderen das Siegel an Urkunde Nr. 5 im zweiten Bande dieses Werkes, S. 33,einen Beweis liefert. Sonst sind regelmässig alle Siegel rund, (Reutersiegel unter allen Umständen); Siegel mit stehenden Figuren dagegenin der Regel elliptisch. - /
Fahne, Bocholtz I. 22